“Die meisten können es nicht glauben“

Ciao „Enzo“: Traditions-Lokal schließt - Abschluss nach 37 Jahren

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„Wir sagen Ciao“: Nach 37 Jahren schließen Enzo (li.) und Donato Caggiano ihre Pizzeria mit angeschlossenem Hotel im „Klammerbräu“ in der Tölzer Marktstraße.
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Am Montagabend war Schluss: Nach 37 Jahren schließen Enzo und Donato Caggiano ihr Lokal mit Hotel im „Klammerbräu“. Die Zukunft des Hauses ist ungewiss.

Bad Tölz – Die Marktstraße ohne die Pizzeria Enzo? Kaum vorstellbar. Und doch ist das nun Realität. Am Montagabend bewirteten die Brüder Enzo und Donato Caggiano zum allerletzten Mal ihre Gäste. „Wir sind jetzt im Rentenalter“, erklärt Enzo Caggiano, der in diesem Jahr 70 wurde, die Gründe dafür, aufzuhören. Sein Bruder ist vier Jahre jünger.

Pizzeria Enzo in Bad Tölz: 37 Jahre Restaurant und Hotel

37 Jahre lang betrieben sie zusammen mit ihren Frauen und einigen Angestellten die Pizzeria mit angeschlossenem 20-Zimmer-Hotel. Während der diesjährigen Oktoberfest-Zeit waren die Zimmer noch sehr gefragt, am Montag waren keine Übernachtungsgäste mehr da. Früher seien es noch mehr Italiener gewesen, die während der „Wiesn“ in Tölz blieben, sagt Enzo Caggiano, der Ende der 1970er-Jahre in die Kurstadt kam.

Eigentlich stammen er und seine Familie aus dem italienischen Ort Caggiano, in der Nähe von Salerno. Auf der Suche nach Arbeit kam er nach Bayern, machte sich selbstständig. 1983 holte er seinen Bruder zu sich, mit dem er den „Klammerbräu“ übernahm. Was er an den Bayern stets geschätzt habe, sei ihre Gemütlichkeit, sagt Enzo Caggiano, der sich vorwiegend um Restaurant und Büro kümmerte, während sein Bruder die Hotelgäste betreute.

Auch in Erding wurde nun das Ende eines Traditionsbetriebs eingeläutet. Die Bäckerei Fleck schließt Ende Oktober. 60 Jahre hat es sie dann gegeben. Auch wenn es ihm wohl schwer fällt, gibt der Chef auch zu: „Es reicht jetzt“.

Pizzeria „Enzo“ schließt: Bad Tölzer traurig

Natürlich werde er das Lokal vermissen – ebenso wie die Gäste das „Enzo“. „Die Leute kamen aus dem Tegernseer Tal, Penzberg, München, Miesbach – von überall her. Die meisten können es gar nicht glauben, dass wir aufhören.“

Jetzt einen Schlussstrich zu ziehen, sei richtig. „Wir sind jetzt noch fit, können unseren Ruhestand genießen.“ Langweilig wird es trotzdem nicht. Die Brüder haben jeweils zwei Kinder, Enzo hat ein, Donato Caggiano drei Enkelkinder. Sie alle sind in der Gegend um Bad Tölz wohnhaft. Die 96-jährige Mutter lebt in Italien. Um sie kümmern sich die Brüder ebenfalls. Am 31. Oktober ist die Schlüsselübergabe für die Räume des „Klammerbräu“. Was danach aus dem Haus wird? Noch ungewiss.

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