VonCarl-Christian Eickschließen
2,5 Promille hatte ein polizeibekannter Wolfratshauser schon am Nachmittag im Blut. Übernachten musste er in der Ausnüchterungszelle - das schützte ihn vor sich selbst.
Wolfratshausen – Ein 55 Jahre alter Wolfratshauser hielt am Mittwoch die Polizei in Atem. Um den schwer alkoholisierten Mann vor sich selbst zu schützen, nahm eine Streife ihn in Gewahrsam.
Der Betreuer des 55-Jährigen hatte gegen 16 Uhr die Polizei alarmiert, da er sich um die Gesundheit seines Schützlings ernsthafte Sorgen machte. Eine Streife griff den Wolfratshauser wenig später im Bereich des S-Bahnhofs auf. „Der 55-jährige ist uns nicht unbekannt. Er musste bereits mehrere Male wegen übermäßigen Alkoholkonsums bewusstlos ins Krankenhaus gebracht werden“, berichtet Hauptkommissar Steffen Frühauf.
Der Mann hatte am Mittwochnachmittag bereits mehr als 2,5 Promille im Blut – und hochprozentigen Nachschub dabei. Da die Beamten befürchteten, dass der 55-Jährige weiter trinkt und sich so in eine lebensbedrohliche Lage bringt, nahmen sie ihn vorsorglich in Gewahrsam. Frühauf: „Auch die Bereitschaftsrichterin am Wolfratshauser Amtsgericht entschied nach einer persönlichen Anhörung des Mannes, dass der Gewahrsam die einzige Möglichkeit sei, ihn vor sich selbst zu schützen.“ Die Richterin entschied, dass er auch über Nacht am besten in der Ausnüchterungszelle der Polizei aufgehoben sei. Ein Arzt bestätigte die Haftfähigkeit des 55-Jährigen.
Donnerstag gegen 7 Uhr wurde der Wolfratshauser wohlbehalten in die Freiheit entlassen. Er kündigte an, Deutschland für längere Zeit den Rücken kehren zu wollen und in die Türkei zu reisen. Vor der geplanten Ausreise durfte der Auswanderer für seine Übernachtung in der Zelle noch Gebühren in Höhe von 60 Euro entrichten, ergänzt Frühauf. cce
