Verfahren vor dem Landratsamt

Tiefenwasser in Weiding: So steht es um die Innfood-Pläne zur Produktion von Mineralwasser

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Der Beginn des Protests gegen die Tiefenwasserförderung durch die Innfood in Weiding liegt jetzt über zwei Jahre zurück. Seitdem warten viele gespannt auf die Entscheidung des Landratsamts über das Genehmigungsverfahren.
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In Weiding herrscht weiter Sorge um das Grundwasser – das Verfahren zur Tiefenwasserförderung durch Innfood zieht sich jetzt schon seit zwei Jahren. So ist der aktuelle Stand.

Mühldorf/Polling – Seit fast zwei Jahren herrscht Ruhe im Streit um die Nutzung von Tiefenwasser in Weiding zur Produktion von Mineralwasser. Die Meldung des Bund Naturschutzes über eine kritische Situation des Grundwassers gibt der Diskussion neue Nahrung.

Genehmigungsverfahren läuft seit Frühjahr 2023

Denn noch immer läuft das Genehmigungsverfahren. Das hat das Landratsamt Mühldorf jetzt auf Anfrage bestätigt. Im Frühjahr 2023 Innfood offiziell die Erweiterung der Erlaubnis zur Förderung von Tiefenwasser zur Mineralwasserproduktion beim Landratsamt beantragt. Seitdem prüft die Behörde, fordert Unterlagen nach.

Den Fortgang des Verfahrens bestätigt auf Anfrage auch Innfood: „Bezüglich der Tiefenwasserförderung gibt es aktuell keine neuen Entwicklungen“, erklärt Katharina Jostock, Mitglied der Geschäftsführung dazu nur. Trotz der Kritik von Landwirten und anderen Gemeinden hält die Innfood also an ihrem Vorhaben fest.

Pläne sind noch nicht vom Tisch

So alt die Pläne dafür sind, so alt ist der Widerstand dagegen. Der formierte sich vor allem nach Einreichung des Antrags auf eine erweiterte Nutzung der bestehenden Brunnen im März 2023. Als Innfood vor gut eineinhalb Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet und schließlich einen Insolvenzantrag stellte, gab es bei den Nachbarn Hoffnung, dass die Mineralwasserpläne vom Tisch seien.

Das Firmengelände der Innfood in Weiding

Die Nachbarn schauen noch immer gebannt auf das, was sich rund um das Werk Weiding in der Gemeinde Polling tut. „Es ist alles sehr ruhig – und intransparent“, sagt Ingrid Irgmaier, die sich gegen die Ausbeutung des Tiefenwassers wehrt. „Wir sind nach wie vor diesbezüglich besorgt.“ Infood habe professionelle Partner mit ins Boot geholt. „Wir sind überzeugt, dass die unser aller Wasser weiter lukrativ vermarkten möchten.“

Sinkende Grundwasserspiegel als Argument gegen die Tiefenwasserausbeutung

Irgmaier weist ausdrücklich auf sinkende Grundwasserspiegel hin: „Wir hoffen, dass die Entscheidungsträger im Sinne der nachfolgenden Generationen nachhaltig für unsere Region handeln und das Wasser nicht weggefahren werden darf.“

Inhaltlich will sich das Landratsamt nach wie vor nicht zu dem Verfahren äußern. „Die eingereichten Antragsunterlagen sind noch nicht komplett“, sagt Sprecher Wolfgang Haserer. Noch fehlende Unterlagen seien aber angefordert worden. Fachliche Stellungnahmen und Gutachten, die die Grundlage einer wasserrechtlichen Erlaubnis sind, können erst erstellt werden, wenn die Antragsunterlagen vollständig sind.

Das Unternehmen Innfood hat Absatz und Auslastung nach der Krise vor gut eineinhalb Jahren nach eigenen Angaben „deutlich steigern“ können. „Mit dieser positiven Entwicklung sind wir sehr zufrieden und fühlen uns in unserer strategischen Ausrichtung bestätigt“, erklärt Mitgeschäftsführerin Jostock.

Keinenäheren Angaben zur Mineralwasserproduktion

Ziel bleibe es weiterhin, Wachstum im Segment der Bio-Lebensmittel zu erzielen. „Auf dem Fundament unseres etablierten Babynahrungsbereichs haben wir unser Angebot deutlich erweitert und bieten mittlerweile ein vielfältiges Sortiment an Bio-Lebensmitteln im Glas an.“ Nähere Angaben zur geplanten Mineralwasserproduktion machte Jostock nicht.

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