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Seit Jahresbeginn ist die Mehrwertsteuer auf Speisen in Gastronomiebetrieben niedriger als zuvor. Zwei Münchner Wirte, die nun ihre Preise senken, erklären ihre Motivation.
München – Sieben statt 19 Prozent auf Speisen in Gastronomiebetrieben! Diese gesunkene Mehrwertsteuer gilt seit Jahresbeginn – und diese Ersparnis geben manche Betriebe sogar an ihre Gäste weiter. Zwei edle Vorreiter sind zum Beispiel das Augustiner Bürgerheim im Westend sowie das Giesinger Bräustüberl. Hier profitieren Kunden und Mitarbeiter jetzt von der Steuersenkung.
Im Augustiner Bürgerheim im Westend kosten die Hauptgerichte jetzt immerhin einen Euro weniger als noch im Dezember – somit gibt es etwa das Münchner Schnitzel und den Schweinebraten für 17,90 statt 18,90 Euro. Neben den Gästen der Wirtschaft sind aber vor allem die Mitarbeiter Gewinner der Steuersenkung: Alle 16 Festangestellten erhalten monatlich 200 Euro mehr brutto. „So steigt unser Stundenlohn auf durchschnittlich 16,40 statt 15,20 Euro“, sagt Wirt Thomas Eberlein. „Und die zu erwartenden Preiserhöhungen bei der Lokalmiete, beim Bier, beim Putz-Team und bei der Abfallentsorgung geben wir dank der niedrigeren Steuer auch nicht weiter.“
Eberlein erklärt, warum er sich das Ganze leistet: „Wir hatten 2025 erfreulicherweise eine Umsatzsteigerung. Wir übertragen jetzt Fußballspiele im Lokal, so haben wir Gäste gewonnen. Außerdem wird die Auferstehungskirche gegenüber jetzt als Veranstaltungsort genutzt, und die Besucher der Veranstaltungen kehren hinterher gerne bei uns ein.“ Die Dinge hätten sich einfach günstig entwickelt für das Bürgerheim, daher wolle man die Steuersenkung möglichst gerecht weitergeben.
Auch bei Giesinger wird‘s günstiger
Auch Giesinger Bräu gibt im Bräustüberl (Martin-Luther-Straße 2) die Mehrwertsteuersenkung auf im Lokal verzehrte Speisen weiter. Manche Wirtshaus-Klassiker sind jetzt im Schnitt 1 bis 2 Euro günstiger. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Das Wiener Schnitzel kostet nicht mehr 28,90, sondern 27,90 Euro, der Bachsaibling vom Grill steht für 25,90 statt für 27,90 Euro auf der Karte und die knusprige Freiland-Ente für 23,90 Euro statt für 25,90 Euro.
„Die Senkung der Mehrwertsteuer ist ein wichtiges Signal an unsere Branche“, sagt Steffen Marx, Giesinger-Gründer und -Geschäftsführer. „Viele Betriebe stehen nach Jahren steigender Kosten weiterhin unter Druck. Gleichzeitig bietet diese Entscheidung aber auch die Chance, Vertrauen zurückzugewinnen und den Gästen zu zeigen: Entlastung kann und soll ankommen.“ Wie berichtet, gibt auch Maximilian Heisler vom Saletta (Konradinstraße 16) in Giesing die Ersparnis weiter. Er hat dafür einen Gutschein entwickelt, der 85 Euro kostet – aber einen Verzehrwert von 100 Euro hat.
Giesinger Bräu macht es nun exakt genauso. Deren Gutscheine sind im Bräustüberl für Speisen und Getränke einsetzbar, im Hofverkauf oder an der Rampe beim Einkauf. Chef Steffen Marx erklärt: „Uns war wichtig, eine Lösung zu schaffen, die unkompliziert ist und wirklich Mehrwert bietet.“ Mit dem System schaffe er Spielraum für die Gäste und gleichzeitig Planungssicherheit für die Brauerei.
Rubriklistenbild: © Giesinger Bräu


