VonKatharina Brombergerschließen
Die Wintersaison auf der Zugspitze startet am 1. Dezember - bei Bedingungen, die selbst langjährige Mitarbeiter der Zugspitzbahn begeistern. Fußgänger und Skifahrer, die das winterliche Erlebnis suchen, bezahlen 62 Euro fürs Tagesticket.
Garmisch-Partenkirchen – Immer war irgendwas. Corona. Wieder Corona. Dann die Energiekrise und eine „riesengroße Unsicherheit“: Explodieren die Preise? Kommt am Ende sogar ein Blackout? Über drei Jahre Krisenmodus. In diesem Winter aber „können wir uns seit Langem mal wieder nur auf die Vorfreude konzentrieren“. Verena Tanzer sagt’s und klopft auf den Holztisch. Damit es so bleibt. Die Zeichen eine Woche vor dem Saisonstart im Skigebiet auf der Zugspitze stehen bestens. Natürlich: Der Klimawandel ist für ein Unternehmen wie die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) omnipräsent – Stichwort Schneemangel und Gletschersterben. Trotzdem, oder gerade deshalb, kann und sollte man sich freuen über Tage wie diese, findet Sprecherin Tanzer. „Die Schneelage ist gut, es macht gerade einfach Spaß.“ Für den Saisonstart im Gebiet Garmisch Classic muss das Team noch hoffen – wie in jedem Jahr. Fest steht, dass die Tickets teurer werden – auch wie gewohnt.
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Zugspitze: Drei Lifte und ein Wanderweg geöffnet
Die Tage schaute ein Pistenraupenfahrer bei Verena Tanzer im Büro vorbei. „Es ist gewaltig“, schwärmte er. Solch gute Verhältnisse zum Saisonstart hat er selten erlebt – und er hat schon viele Starts mitgemacht. „Er ist total euphorisch.“ Genau wie die BZB-Sprecherin. Drei Lifte (Wetterwandeck, Sonnenkar und Weißes Tal) werden am Freitag, 1. Dezember, in Betrieb gehen, die etwa acht ausgeschilderte Abfahrten erschließen. Eine Herausforderung bleiben die beiden Plattlifte am Nördlichen Schneeferner. Durch den Gletscherrückgang braucht’s deutlich mehr Schnee, um sie zu öffnen – beschneit wird auf der Zugspitze nicht. Zudem stehen Stützen der Anlage im Eis. Wie lange sie überhaupt noch läuft, wird sich in den nächsten Jahren entscheiden. „Heuer starten sie bestimmt“, betont Tanzer. Nur wann, kann sie nicht prognostizieren.
Noch vor einem Jahr konnte die BZB gerade mal eine Anlage (Sonnenkar) einschalten. Da hatte sie den Saisonstart auf der Zugspitze wie in vielen Jahren zuvor noch für Mitte November angepeilt, den Termin jedoch wegen Schneemangels nach hinten geschoben. Heute kommunizierte sie erstmals von Anfang an den 1. Dezember. „Den können wir nun bestens halten. Alle sind happy.“ Damit spricht Tanzer nicht nur für das BZB-Team, sondern auch für die Skischulen. Vor allem sie nutzen den Betriebsstart für ihre ersten Kurse.
Saisonstart 2022: 2000 Gäste auf der Zugspitze, 1500 davon Fußgänger
Neben den Pisten haben die Mitarbeiter zudem den Rundwanderweg am Platt präpariert, sodass auch für Fußgänger (und Rodler) ein Angebot bereitsteht. Das liegt Tanzer am Herzen. Aus gutem Grund. Dass die Zugspitze im Winter viele Fußgänger anlockt, wusste die Unternehmenssprecherin natürlich. Die Zahlen aus dem Vorjahr aber haben selbst sie überrascht: Zum Skistart 2022 kamen 2000 Gäste auf den Berg – 1500 davon Fußgänger. „Wahnsinn.“ Über den Winter zählt die BZB auf der Zugspitze durchschnittlich rund 240 000 Gäste (360 000 im Sommer), etwa die Hälfte davon sind Skifahrer. Vor allem in den Weihnachtsferien, wenn im Tal grüne Wiesen statt Winterland das Bild beherrschen, schnellen die Fußgängerzahlen nach oben. „Dann wollen die Leute in den Schnee, in den Winter.“ Und die Seilbahn bringt sie hin – für die Schneeballschlacht, einen Spaziergang oder doch zum Skifahren. Beide Gruppen bezahlen dasselbe – heuer fünf Euro mehr als in der Vorsaison. 62 Euro kostet der Ausflug beziehungsweise Skitag auf der Zugspitze (siehe Kasten unten).
Garmisch Classic: Saisonstart spätestens zum Beginn der Weihnachtsferien
Es gibt den Wunschtermin: Mitte Dezember. Und es gibt den Muss-Termin: zum Start der Weihnachtsferien. Spätestens dann, in diesem Jahr also zum Wochenende 23./24. Dezember, will die Zugspitzbahn das Skigebiet Garmisch Classic öffnen. „Geht am Wochenende vorher schon was, wär’s natürlich ein Traum“, sagt Verena Tanzer. Doch sie erinnert sich gut an die Vorjahre. Wenn man sich auf eine Sache verlassen konnte, dann auf den Wärmeeinbruch zu Weihnachten. Geschafft aber hat es die BZB immer irgendwie, zumindest mit einem kleinen Angebot in die Saison zu starten. Priorität haben stets zwei Talabfahrten, eine im Hausberg-, eine im Kreuzeckgebiet, zudem Anfänger-Angebote wie das Kinderland. Doch auch im Classic-Gebiet hat die BZB nicht nur die Skifahrer im Blick. Zwangsläufig.
Erst spät öffneten im vergangenen Jahr die Pisten am Osterfelderkopf – kein neues Problem. „Das ist extrem windanfällig da oben, da verbläst’s uns den Schnee oft.“ In diesem Fall will die BZB wieder den Winterwanderweg zwischen Osterfelderkopf, Hochalm und Kreuzeck öffnen. Sobald die Pisten jedoch aufmachen, gehört das Gebiet den Skifahrern. Alles andere wäre zu gefährlich.
Osterfelder 2000: Bergrestaurant renoviert und mit neuer Karte
Am höchsten Classic-Punkt wartet das Restaurant „Osterfelder 2000“. Den Betrieb dort übernahm die BZB zum Sommer 2023 selbst – damit hat sie kein Restaurant mehr verpachtet und gilt mit über 100 Mitarbeitern in diesem Bereich als „der größte Gastronomie-Arbeitgeber südlich von München“, sagt Tanzer. Am Osterfelder investierte die BZB in eine neue Küche und renovierte den Innenbereich, auch die Karte hat sich geändert. Tanzer gefällt’s. „Das ist ein richtig schöner Platz.“
Festhalten will die BZB am Angebot für Skitourengeher mit der Aufstiegsspur am Hausberg. Und wohl auch an einem Skitourenabend jeden Donnerstag – nicht mehr zwei wie früher. Den Dienstag hatte man im vergangenen Jahr gestrichen, dabei wird es wohl bleiben, glaubt Tanzer. „Aber final haben wir das noch nicht entschieden.“ Dabei erinnert sie an den logistischen Aufwand hinter dem Angebot: 10 bis 15 Mitarbeiter sind mit dem nächtlichen Präparieren beschäftigt, sie starten an einem solchen Abend ihren Dienst vier bis fünf Stunden später, kommen statt um 1 oder 2 Uhr morgens erst um 5 oder 6 Uhr nach Hause. „Das vergessen viele.“
Preise auf der Zugspitze
Skifahren wird – wenig überraschend – teurer. Wie in den Vorjahren hat die Bayerische Zugspitzbahn die Preise für die Tickets angehoben. Zwischen sieben und zehn Prozent bewegen sich die Steigerungen. Damit, betont Sprecherin Verena Tanzer, liege man im Vergleich zu anderen Gebieten im Rahmen. Zudem verweist sie auf stark gestiegene Betriebs- und Personalkosten für das Unternehmen. „Wir legen nicht alle Mehrkosten um.“ Auch in diesem Jahr gilt zur Hauptsaison, also in den Weihnachts- und Faschingsferien, für das Classic-Gebiet ein erhöhter Tarif, der in der Vorsaison eingeführt wurde. Ein attraktives Angebot hebt Tanzer hervor: das Twin Ticket, ein Pass für zwei Skitage, beliebig einzulösen, die ganze Saison und sowohl auf der Zugspitze als auch im Classic-Gebiet gültig. Es ist – ausschließlich online im Vorverkauf – für 110 Euro zu haben. Hinzu kommen jeweils die Parkgebühren von fünf Euro pro Tag. Saisonkarteninhaber können sich wieder für 45 Euro ein Ticket für den Winter besorgen.
Preise in der Wintersaison 2023/24:
Tageskarte Zugspitze
Erwachsener: 62 Euro (Vorsaison: 57 Euro)
Jugendlicher (16 bis 18 Jahre): 49,50 Euro (45,50 Euro)
Kind (6 bis 15 Jahre): 31 Euro (28,50 Euro)
Tageskarte Garmisch Classic
Erwachsene: 60,50 Euro/Hauptsaison: 62 Euro (Vorsaison: 55/57 Euro)
Jugendlicher (16 bis 18 Jahre): 49 Euro/Hauptsaison: 50,50 Euro (44/46 Euro)
Kind (6 bis 15 Jahre): 30,50 Euro/Hauptsaison: 32 Euro (27,50/29,50 Euro)
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