Option auch fürs Tegernseer Tal?

Premiere am Samstag: Tirol testet Dosierampel in Achenkirch

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Blechlawinen wälzen sich auch regelmäßig ins Tegernseer Tal, hier in Dürnbach. Möglicherweise könnte auch im Landkreis eine Dosierampel helfen.
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In Achenkirch wird am Samstag (10. Februar) erstmals eine Dosierampel aufgestellt, die den Verkehr gestaffelt anhält. Das soll die Anwohner entlasten. Ein Beispiel, das auch am Tegernsee Schule machen könnte?

Tegernseer Tal/Achenkirch – Es ist soweit: Um das „massive Verkehrsproblem“ und die Staus durch Mautflüchtlinge in der Achenseeregion in den Griff zu bekommen, richtet das Land Tirol an diesem Samstag erstmals eine so genannte Verkehrsdosierampel im Gemeindegebiet von Achenkirch ein. Die Ampel, die den Verkehr in Fahrtrichtung Süden gestaffelt anhält, wird laut Pressemitteilung der Tiroler Landesregierung auf der B 181 nördlich der Zufahrt zur so genannten Ausiedlung (Kilometer 26,55) platziert und ist somit rund sieben Kilometer von der Staatsgrenze am Achenpass entfernt. Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider hatte schon im Januar erklärt, dass er durch die Ampel nicht mit Rückstaus bis ins Tegernseer Tal rechne.

Projekt ist in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Miesbach entstanden

Das Pilotprojekt dürfte auf deutscher Seite dennoch interessiert verfolgt werden, könnte es doch als Blaupause für Maßnahmen im ebenfalls verkehrsgeplagten Landkreis Miesbach dienen. Wie es in der Pressemitteilung heißt, habe die Bezirkshauptmannschaft Schwaz das Verkehrskonzept „in enger Zusammenarbeit“ mit den Euregio- Partnern, den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen, erstellt.

Grün- und Rotphasen werden je nach Verkehrsaufkommen angepasst

Und so funktioniert’s: Je nach Menge der Fahrzeuge, die sich an verkehrsintensiven Tagen in Richtung Süden wälzen, werden die Grün- oder Rotphasen der Ampel angepasst. Bei Überlastung oder Stau auf der Achensee-Route schaltet das Licht auf Rot. „Kommt es zu einem größer werdenden Rückstau, erfolgt manuell eine Verkürzung der Rotphasen, um mehr Fahrzeuge durchzulassen“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Mit dem System möchten wir, ähnlich wie bei den vielen weiteren in Tirol eingesetzten Verkehrsdosierampeln, den Verkehr entlang der B 181 Achenseestraße regulieren und damit die Verkehrsflüssigkeit verbessern“, wird Michael Brandl, Bezirkshauptmann von Schwaz, zitiert. Dies bedeute nicht nur eine Entlastung für die Bevölkerung entlang dieser Route, sondern komme auch den Durchfahrenden zugute.

Appell an Verkehrsteilnehmer: Bitte die Inntalautobahn nutzen!

Bezirkshauptmann Brandl sowie die Landräte von Miesbach und Tölz, Olaf von Löwis und Josef Niedermaier, formulieren in der Pressemitteilung einen gemeinsamen Appell an die Autofahrer, die aus Deutschland in Richtung Tirol fahren. Anstatt die „vermeintliche Ausweichroute“ entlang der Achenseestraße zu befahren, auf der es oft zu Staubildungen komme, bitten sie, „die meist staufreie und damit schnellere Strecke über die Inntalautobahn A 12 via Kufstein zu nutzen“. Eine Tagesvignette für Pkw sei mit wenigen Klicks online für 8,60 Euro erhältlich. Diesen Appell finden Verkehrsteilnehmer auch auf einer Hinweistafel an der Autobahnabfahrt in Holzkirchen.

Dosierampel soll zunächst an vier Samstagen zum Einsatz kommen

Die Dosierampel soll an diesem Samstag sowie am Samstag, 17. Februar, jeweils von 8 bis 19 Uhr zeigen, was sie kann. Gleichzeitig werden im Rahmen des Pilotprojekts die bereits etablierten Abfahrverbote in Tirol weiterhin genutzt, wie es heißt. Für zwei weitere Samstage – nämlich den 23. und 30. März – werde der Standort der Ampel je nach den Ergebnissen der ersten beiden Termine angepasst. Nach Vollendung des Pilotprojekts würden die gesammelten Daten ausgewertet und dienten als Grundlage dafür, künftige und langfristige Maßnahmen zu ergreifen. Im Januar hatte Landrat von Löwis gegenüber dem BR übrigens nicht ausgeschlossen, bei Erfolg des Projekts eine Dosierampel auch zur Verkehrsentlastung des Landkreises in Erwägung zu ziehen.

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