„Für uns ist Ostern wichtiger als Weihnachten“

Premiere auf dem Neuen Platz: Griechische Gemeinde feiert orthodoxes Osterfest

+
Tradition: An „ihrem“ Karfreitag zogen die griechisch-orthodoxen Griechen mit dem Kreuz durch die Stadt.
  • schließen

Die griechische Gemeinde, das Café Coffeeholic und der Quartiersbeirat feierten auf dem Neuen Platz ein orthodoxes Osterfest – inklusive „Eierpecken“.

Geretsried – Eine Woche später als die katholische und evangelische Kirche feierten die griechisch-orthodoxen Christen ihr Osterfest – auch Pascha genannt. Auf dem Neuen Platz in Geretsried kam es am Sonntag zu einer Premiere mit viel Brauchtum, Tanz und Gesang.

Geretsried: Griechisch-orthodoxe Christen feiern Ostern - mit viel Brauchtum und Gesang

„Für uns ist Ostern wichtiger als Weihnachten“, erklärte Dimitrios Avraam. Der Inhaber des Cafés Coffeeholic organisierte erstmals in Zusammenarbeit mit der griechischen Gemeinde und dem Quartiersbeirat ein neunstündiges Fest, das jedoch erst am späten Nachmittag richtig Fahrt aufnahm. Zuvor bereiteten die Helfer am Drehspieß den Lammbraten Souvla vor, der mit Kartoffeln aus dem Backofen, Zaziki und Salat serviert wurde.

Wir wollen heute verschiedene Kulturen zusammenbringen.

Mitveranstalter Harald Iatropoulos über das orthodoxe Osterfest in Geretsried.

Oliver Jungwirth ließ sich diesen Leckerbissen schmecken. „Das Tolle an Geretsried ist, dass man hier zweimal Ostern feiern kann“, meinte der spontane Festbesucher. Für Mitveranstalter Harald Iatropoulos war damit ein wichtiges Ziel erreicht. „Wir wollen heute verschiedene Kulturen zusammenbringen.“

Guten Appetit! Beim griechischen Osterfest in Geretsried durfte Lammfleisch natürlich nicht fehlen.

Bei den Gruppentänzen reihte sich auch Bürgermeistergattin Daniela Müller gerne ein. „Mir gefällt die unbekümmerte Lebensart der Griechen“, schwärmte sie. Ihrem Ehemann, der am Sonntag bei ungewohnt kühlem Aprilwetter eigentlich nur einen Kurzbesuch auf dem Neuen Platz eingeplant hatte und dann doch mehrere Stunden dort blieb, ging es nicht anders.

Osterfest in Geretsried: „Ausdruck der kulturellen Vielfalt in unserer Stadt“

„Das ist eine schöne Idee und Ausdruck der kulturellen Vielfalt in unserer Stadt“, befand Michael Müller. Dass sich die Besucherzahl im Vergleich mit den großen Patronatsfesten der griechischen Gemeinde im Sommer eher im überschaubaren Rahmen hielt, störte ihn nicht. „Viele Feste haben mal klein angefangen und sind dann Jahr für Jahr gewachsen“, stellte der Rathauschef fest.

(Unser Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

Viel Spaß bereitete den Gästen ein vollzogener Brauch der griechisch-orthodoxen Christen. Sie folgten der Tradition, Eier am Donnerstag vor Ostern rot anzumalen, um sie drei Tage später gegeneinander zu schlagen. Die Farbe symbolisiert das Blut Jesu Christi und zugleich die Freude über seine Auferstehung. Wer beim „Eierpecken“ verlor, musste eine Getränkerunde ausgeben. Bürgermeister Müller ließ sich nicht lumpen, spendierte prompt ein Tablett voller Ouzo – und machte sich mit fast leeren Taschen begleitet von seiner Frau und Hund Luigi auf den Heimweg.  ph

Aktuelle Nachrichten aus der Region Wolfratshausen/Geretsried lesen Sie hier.

Kommentare