Großveranstaltung

Premiere beim Seifenkistenrennen

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Siegerin der Herzen: Felicitas Kuchler in ihrem zauberhaften Einhorn.
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32 Teilnehmer und mit Landrat und Drittem Bürgermeister zwei prominente Mitbewerber haben am Samstag beim siebten Seifenkistenrennen in Unterbrunn mitgemacht. Ein Riesenspaß für die Prominenten, und für alle anderen sowieso. Rund 1000 Zuschauer ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Unterbrunn - Zum ersten Mal traten zwei Promis gegeneinander an: Landrat Stefan Frey ­(in einem von Wastian Lorenz geliehenen roten Renner samt alter Fliegermütze aus den Beständen von Sammler Hermann Geiger) und Dritter Bürgermeister Markus Deschler (in einem von den Burschen geliehenen Maibaum) machten beim Seifenkistenrennen am Samstag in Unterbrunn erst eine Probefahrt, bevor es ernst wurde. Frey, der als passionierter Radfahrer Erfahrung mit rollen Gefährten hat, hängte seinen Kontrahenten ab und schoss mit einem beachtlichen Tempo über die Ziellinie am Fischanger. „Hat mega Spaß gemacht“, sagte er beim Interview mit Moderator Peter Schröfl. „Aber die Kurven waren schon eine Herausforderung.“ Markus Deschler, der vorsichtig zu Werke ging, war ebenfalls zufrieden. „Zweiter ist auch eine gute Platzierung.“

Der liebe Gott ist ein Unterbrunner.

Andreas Heb (Organisator) freute sich, dass das Wetter hielt

Das Promirennen war eine große Gaudi – und genau das ist der Sinn des Seifenkistenrennens, seit es vor einigen Jahren Hermann Geiger und Andreas Heb aus der Taufe gehoben haben. Die Hanglage macht es möglich, solche – einst von den Amerikanern in Deutschland eingeführte – Rennen auch in Unterbrunn zu veranstalten. 32 Teilnehmer waren es, je 16 in der Kategorie „Junge Wilde“ von sieben bis 15 Jahren sowie den „Rennsemmeln“ ab 16 Jahre. Es waren Flitzer in allen Formen und Farben am Start, ein Feuerlöscher (lustigerweise mit dem Aufkleber „Fahrstil okay?“), ein Drachen, eben ein Maibaum, eine Planierraupe und ein Einhorn, das am Ende auch den Schönheitspreis gewann. rund 1000 Besucher kamen über den Tag verteilt. Auch diesmal half wieder das ganze Dorf zusammen, der Erlös geht an die Jugendfeuerwehr.

Prominenter Zweikampf, den Landrat Stefan Frey vor Markus Deschler für sich entschied.

Auch die Namen der Seifenkisten waren eine Wucht: „Lila Blitz“, „Coole Socke“, „Schneller Fuchs“, „Kamikatze“ oder „Bayernbrummi“ hießen die Kisten, die durch die anspruchsvolle, 210 Meter lange Strecke mit zwei steilen Kurven schossen. Diese war wieder mit Matratzen und Strohballen ausgepolstert. Unfälle gab es zur Erleichterung der Veranstalter nicht, bei den wenigen Crashs verbeulte sich höchstens die Karosserie. Einer der Teilnehmer etwa musste nach einer kleinen Havarie im Training noch rasch in den Baumarkt fahren und sich einen neuen Reifen besorgen.

Bei den „Jungen Wilden“ ging der Sieg an Felix Ruck aus Planegg, der seine schmale und überraschend schnelle Kiste mit seinem Onkel gebaut hatte. Den zweiten Platz holte sich Sarah Collet aus Unterbrunn mit der Planierraupe vom Team Klarwein vor Henry Gustav Lehmann, der eigens aus der Schweiz (Udlingenswill) angereist war. Sein Papa ist Experte für Motorsportwagen und hatte ihm eine besonders flotte Kiste gebaut.

Bei den „Rennsemmeln“ siegte Klaus Wagenstetter (74) aus Forstinning. In seiner Jugend war er einmal Deutscher Meister im Motorsport, später hatte er ein Transportgeschäft, jetzt sammelt er Oldtimer. Platz zwei holte sich Stefan Himic aus Neufreunhofen in Niederbayern, der sich einen Jetski (ein Wasserfahrzeug ohne Bordwand), für das Seifenkistenrennen zurechtgezimmert hatte. Der dritte Platz ging an einen Unterbrunner, nämlich Bastian Schönberger, Zweiter Kommandant der Feuerwehr. Der Schönheitspreis, für den man am Kuchenbuffet votieren konnte, ging an Felicitas Kuchler aus Unterbrunn mit ihrem Einhorn. Ihr Gefährt war eine Schau, ebenso ihre in Pink gekleideten Fans.

Insgesamt konnten die Organisatoren kaum glauben, dass das Wetter hielt. Für den Nachmittag waren nämlich Regen und Gewitter angesagt, doch die blieben aus. Und so sagte Andreas Heb, Organisator des Seifenkistenrennens neben Mandi Geiger und Axel Hoeper: „Der liebe Gott ist ein Unterbrunner.“ In zwei Jahren ist es wieder so weit. Sieger Klaus Wagenstetter verabredete sich schon mit dem Sieger vom letzten Mal, Robert Ruschig, der diesmal verhindert war.

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