Den Puchheimer Grünen wird die Stadt zu grau. Sie haben einen Antrag an den Stadtrat verfasst, dass Grüninseln und Rondelle in Kreisverkehren Zug um Zug in den kommenden drei Jahren in Blühinseln umgewandelt werden.
Puchheim – Die Grünen spezifizieren ihre Kritik in ihrer Pressemitteilung. Auf einigen kommunalen Grünflächen seien bereits Blumenwiesen eingesät worden, allerdings würden die Streifen entlang der Straßen noch eher stiefmütterlich behandelt und lediglich mit Dauergrün bepflanzt. Und auch bei der Neuanlage von Grüninseln werde nicht auf Blühpflanzen gesetzt – ganz im Gegenteil, es entstünden weitere „Steinwüsten“. Offenbar erregte insbesondere die Gestaltung eines Areals die Gemüter.
Neu angelegte Fläche am S-Bahnhof Puchheim: „Wir waren entsetzt“
„Wir waren entsetzt, als wir die vor wenigen Wochen neu angelegte Fläche am S-Bahnhof gesehen haben“, teilt Grünen-Stadtrat Manfred Sengl mit. Steine, Rindenmulch und lediglich drei mickrige Büsche habe man hier entdeckt. Sengl moniert: „Dass eine solche Gestaltung in Zeiten der Artenschutzdiskussion noch gewählt wird, zeugt von wenig Verständnis für die Notwendigkeit, den Naturschutz auch in der Stadt zu berücksichtigen.“ Nun soll ein Grundsatzbeschluss herbeigeführt werden. Ein Experte, der die Stadt im Rahmen des Projekts „Unser Land blüht auf“ unterstützt, sollte dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wenn die Stadt mit gutem Beispiel voranschreite, würde das auch auf die Bürger abfärben. Blühende Grüninseln seien eine Motivation für die Puchheimer, sich mit der Gestaltung der eigenen Gärten oder Balkone zu befassen.
Antrag der Olchinger Grünen: „Grün statt Steinwüste“
Dass die Bevölkerung mit dem Anliegen der Grünen konform geht, leitet die Stadtratsfraktion auch aus dem Ergebnis des erfolgreichen Bienen-Volksbegehrens in Bayern ab. Andere Kommunen wie zum Beispiel Dachau seien bei den Maßnahmen bereits viel weiter. Auch die Nachbargemeinde Eichenau werde zahlreiche Grüninseln entlang der Hauptstraße umgestalten.
Nicht so erfolgreich lief allerdings vor Kurzem der Antrag „Grün statt Steinwüste“ der Olchinger Grünen. Diese wollten – über die bereits existierenden Vorschriften hinaus – in Bebauungsplänen festlegen, das nicht baulich genutzte Freiflächen als unversiegelte Vegetationsflächen gärtnerisch anzulegen sind. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Mehrheit des Gremiums sah die bestehenden Regelungen als ausreichend an.
Im bayernweiten Vergleich hat der Landkreis Fürstenfeldbruck das drittbeste Ergebnis beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ erzielt. Insgesamt gingen im Landkreis 25,74 Prozent der Stimmberechtigten zum Unterschreiben in ihre Rathäuser. Die Stadt sieht derweil die Chance, die langfristige Zukunft des Bahnhofs Puchheim mitzugestalten – nicht nur beim barrierefreien Ausbau.