Kommunalwahl 2020

Puchheims Bürgermeister will weitermachen

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Norbert Seidl will Bürgermeister von Puchheim bleiben. Falls sein Ortsverein ihn wieder nominiert, woran kein Zweifel besteht, wird sich der SPD-Politiker im kommenden Jahr um eine zweite Amtszeit bewerben.

Puchheim –  Gewählt wurde Seidl schon im Juli 2012, als er sich gegen den von der CSU nominierten Stadtkämmerer Harald Heitmeir im zweiten Wahlgang durchsetzte. Um Gemeinde- beziehungsweise Stadtratswahl und Bürgermeisterwahl erstmals seit über 50 Jahren wieder gemeinsam stattfinden lassen zu können, wurde die Amtszeit auf acht Jahre verlängert.

Er sei „noch nicht im Wahlkampfmodus“, sagte der 55-Jährige dem Tagblatt, weshalb er auch noch keine Ideen für die nächsten sechs Jahre vorlegen könne. Auch soll das Programm für die kommende Amtsperiode zusammen mit den Parteifreunden erst erarbeitet werden. Die vergangenen sieben Jahre sieht er als erfolgreiche Zeit.

Geothermie-Abstimmung kein Beinbruch

In Puchheim habe sich viel verändert, es sei eine „neue Stimmung“ entstanden: „Ich glaube, das hat schon viel mit mir zu tun.“ Selbst die verlorene Geothermie-Abstimmung hält der Bürgermeister für keinen Beinbruch. Wenngleich die Kommunikation von Seiten der Stadt nicht optimal gewesen sei. „Wenn die Leute keine Geothermie wollen, ist das auch okay,“ sagt er heute.

Seidl erwartet, dass er es im März 2020 wieder mit mindestens drei Gegenkandidaten zu tun haben wird. Bei der CSU, der stärksten politischen Gruppierung in Puchheim, geht Fraktionschef Thomas Hofschuster davon aus, dass seine Partei einen Bewerber aufstellen wird und dass der auch Hofschuster heißen könnte: „Es ist kein Geheimnis, dass ich Interesse habe und mich für geeignet halte,“ sagte der 43-jährige Rechtsanwalt dem Tagblatt. Inhaltlich trennten die Unionsfraktion und den Bürgermeister zwar keine Welten, aber bei der CSU wünscht man sich immer wieder ein offeneres Ohr für die Belange der örtlichen Wirtschaft, selbst wenn Norbert Seidl hier weit mehr tue als sein ebenfalls sozialdemokratischer Vorgänger Herbert Kränzlein.

UBP sucht Kandidaten

Bei den Unabhängigen Bürgern (ubp), drittstärkste Kraft im Kommunalparlament, ,,wird man „voraussichtlich“ einen Kandidaten stellen, sagt der Fraktionsvorsitzende Roland Koch. Aus den Reihen der sechs Stadträte gibt es allerdings keine Bewerber. Auch Wolfgang Wuschig, der 2012 mit über 18 Prozent der Stimmen auf Platz drei im ersten Wahlgang kam, hat demnach kein Interesse. Vielmehr hat die Suche nach einem jüngeren Kandidaten begonnen, wobei man sich einen unter 50-Jährigen vorstellt.

Wie bei den Unabhängigen tut man sich auch bei den Grünen nicht leicht, dem amtierenden Rathaus-Chef schwere Versäumnisse vorzuwerfen. Einige andere Akzente hätte ein grüner Bürgermeister aber wohl gesetzt, sagt der Fraktionsvorsitzende Manfred Sengl, der vor acht Jahren mit 16,4 Prozent ein achtbares Ergebnis einfuhr. Und die politische Stimmung sei heute wesentlich günstiger für die Öko-Partei. Aber auch hier wimmelt es nicht von Kandidaten, es würde wohl wieder auf Sengl hinauslaufen, der sich eine neuerliche Kandidatur zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber offenhalten will.

Die fünfte Kraft

Möglicherweise tritt in einem Jahr aber auch eine fünfte Kraft auf den Plan: Die Freien Wähler, die nur zu zweit im Stadtrat sitzen, aber Verstärkung aus der Bürgerinitiative gegen die Geothermie erhalten haben. Wie sein Kollege Michael Pausch ist auch BI-Sprecher Michael Peukert Mitglied bei den Freien geworden, von denen man sich vor dem Bürgerentscheid unterstützt fühlte und die man als „Opposition“ im Stadtrat wahrnehmbarer machen will. Die ihm schon angetragene Bürgermeister-Kandidatur hat Peukert aber abgelehnt. (Olf Paschen)

Einen Überblick über die Entwicklungen vor der Kommunalwahl 2020 im Kreis Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

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