VonNadja Hoffmannschließen
Kurz vor dem EM-Finale blickt München zurück: Die Bilanz von sechs Spieltagen an der Isar ist grundsätzlich positiv. Die Polizei übt aber auch Kritik am Sicherheitspersonal der UEFA.
München - Der Countdown läuft: Am Sonntag steht fest, wer der Sieger der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland ist. In München hat bereits am Dienstag das letzte Spiel der EM stattgefunden. Zeit für Stadt und Polizei, ein Fazit zu ziehen. Es fällt größtenteils positiv aus – auch wenn es aus Sicht der Sicherheitsbehörden diskussionswürdige Punkte gibt.
Elf Flitzer in sechs Münchner Spielen: „Der Jüngste war acht Jahre alt.“
Denn: „Die UEFA will zaunfreie Stadien“, rief Michael Dibowski in Erinnerung. „Das haben wir im Vorfeld kontrovers diskutiert“, erklärt der Vize-Chef des Münchner Präsidiums. Die Folge von fehlenden Zäunen und Übersteig-Hindernissen: Elf Flitzer haben bei den sechs Partien in der Arena das Spielfeld gestürmt. „Der Jüngste war erst acht Jahre alt.“ Die Security im Stadion und an den Zugängen liegt in der Verantwortung des Veranstalters, der UEFA. Das betonte Dibowski auch mit Blick auf den großen Sicherheitsvorfall am Eröffnungstag: Der Youtuber Marvin Wildhage hatte es in einem selbstgebastelten Kostüm des EM-Maskottchens vorbei am UEFA-Personal ins Stadion geschafft. Für die Polizei ein enormes Sicherheitsrisiko.
Die Beamten mussten an diesem Tag eine Drohne am Stadion aus der Luft holen, die ein Pole (35) aus Augsburg illegal gestartet hatte. Die Aktion gilt, weil die Drohne über Menschen flog, als Straftat. 13 weitere Flüge wurden als Ordnungswidrigkeit gewertet. Insgesamt hat die Polizei 500 Verstöße angezeigt. Viele davon wegen verbotener Pyrotechnik.
Pro Spieltag waren 2000 Beamte im Einsatz. „Wir ziehen ein positives Fazit“, erklärte Dibowski. Denn es gab nur einen Vorfall, bei dem serbische Fans Polizisten mit Flaschen und Tischen auf dem Marienplatz beworfen hatten. Neun Beamte erlitten dabei leichte Verletzungen. Zehn Randalierer wurden festgenommen, gegen sieben erging Haftbefehl. Da die meisten Fußballfans, die Ärger mit der Polizei bekamen, nicht in Deutschland leben, mussten sie eine Sicherheitsleistung zahlen. In vier Wochen EM kamen so satte 100 000 Euro zusammen.
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Fußball-EM 2024 in Deutschland: Fan-Zone im Olympiapark mit 650.000 Besuchern
Große Zahlen vermeldet auch die Stadt München bei Ihrer EM-Bilanz: Demnach wurden bis Donnerstag 650 000 Besucher in der Fan-Zone im Olympiapark gezählt. Höhepunkt dort war das Spiel Deutschland gegen Spanien, das 53 000 Menschen gemeinsam beim Public Viewing sahen. Allein an den ersten drei Spieltagen kamen 500 000 Besucher in die Stadt, die für eine touristische Wertschöpfung von 150 Millionen Euro gesorgt haben. Aber auch für Party-Hinterlassenschaften: 17,3 Tonnen Müll musste die Stadtreinigung an den sechs Spieltagen vom Marienplatz schaffen.
