Sechs gezähmte Ratten könnten für die Gemeinde Gilching teuer werden. „Das verstehe noch einer“, sinniert der Bürgermeister.
Gilching – Im Rahmen der Zuschussberatungen für den Haushalt 2023 stand im Gilchinger Finanzausschuss am Montag der Tierschutzverein Starnberg auf der Liste der Antragssteller. „Das war wirklich das einzige Thema, das mich sogar im Urlaub in einem fernen Land erreicht hat“, sagte Bürgermeister Manfred Walter – wurde ihm doch mitgeteilt, dass die Kommune ab sofort für sechs Haustier-Ratten als Fundtiere aufkommen müsse.
„Macht acht Euro pro Tag und Ratte. Das müssen wir zahlen, dazu sind wir in der Pflicht, weil die Fundtiere auf Gilchinger Flur ausgesetzt und gefunden wurden“, eröffnete Walter. „Da geben wir einerseits viel Geld für die Reduzierung der Rattenplage in bestimmten Regionen aus, und dann müssen wir für den Unterhalt von sechs Ratten, die als Haustiere bezeichnet werden, aufkommen. Das verstehe noch einer.“ Günstiger wäre es da, wenn sich das Tierheim auf die bisher gezahlten 1,20 Euro pro Einwohner als freiwilligen Zuschuss einließe, womit auch Fundtiere abgegolten wären.
Tierheim in Starnberg in schlechtem Zustand: Was geschieht mit den Ratten?
Walter räumte ein, dass sich das Tierheim in Starnberg in erschreckend schlechtem Zustand befinde und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter eine Zumutung seien. „Sie leisten dennoch eine sehr gute Arbeit. Für die Finanzierung aber sind nicht die Kommunen zuständig. Das gehört zu den Aufgaben des Freistaates Bayern. Doch dieser weigert sich einfach zu zahlen und will die Kosten auf die Kommunen abwälzen.“
Von mittlerweile „zähen Verhandlungen“ mit der Vorstandschaft des Tierheims sowie von einem „großzügigen finanziellen Angebot“ berichtete Walter. „Wir haben 1,60 Euro pro Einwohner angeboten. Leider ist bis heute noch keine Rückmeldung bekommen. Ich hoffe sehr, dass das Tierheim unser großzügiges Angebot annimmt.“ Auf eine Einigung hoffend, wurden seitens der Kommune bereits 30 500 Euro Zuschuss für den Tierschutzverein Starnberg eingestellt. (Uli Singer)