VonTobias Gehreschließen
Thomas Steinhardtschließen
In Fürstenfeldbruck ist es am Montag zu einer Explosion gekommen. Ausgelöst hat die Detonation Sprengstoff in einem Tresor. Drei Männer wurden verletzt.
Fürstenfeldbruck – Zu der Explosion kam es bei einem Alteisenhändler und Recyclingunternehmer im Gewerbegebiet in der Hasenheide (Fürstenfeldbruck).
Update, 16.28 Uhr: Nach der Explosion auf dem Gelände eines Recycling-Unternehmens in Fürstenfeldbruck ist weiter unklar, woher der Sprengstoff stammte. Wie berichtet, hatte am Montagmorgen eine Detonation das Areal in der Hasenheide erschüttert. Die Aufräumarbeiten zogen sich bis in die Nacht.
Spezialisten des Landeskriminalamtes und Helfer des THW sicherten Reste von nicht explodiertem Sprengstoff. Dieser stammte laut einem LKA-Sprecher aus dem Bergbau. Die Reste wurden noch am Montagabend in einer Kiesgrube in der Nähe gesprengt und so unschädlich gemacht. Die Ermittlungen zur Herkunft der Sprengmittel dauern laut LKA an. Bei der Explosion waren drei Menschen verletzt worden. Der Schaden an Maschinen und Gebäuden liegt nach ersten Erkenntnissen im Millionenbereich.
Nach Explosion in Recyclingbetrieb: Schaden in Millionenhöhe - Firmen-Chef unter Schock
Update, Dienstag, 14. Januar, 8.16 Uhr: Die Detonation geht nicht auf einen Unfall oder technisches Versagen zurück. Was da in der Hasenheide hochging, war Sprengstoff. „Uns wurde wohl Bergbau-Sprengstoff mit diversen Zündern im Holz angeliefert“, sagt Firmenchef Manfred Schmid. Beim Schreddern ging das ganze dann hoch. Wie seine Mitarbeiter steht auch Schmid am Montagvormittag noch immer unter Schock.
Riesenglück hatte wohl der Fahrer eines Baggers. Als der Schredder eine Fehlfunktion meldete, aktivierte ihn der Mann mit einer Fernbedienung wieder – offenbar aus einiger Entfernung. Wäre er bei der folgenden Detonation näher dran gewesen, hätte es ihn wohl übler erwischt. „Ein Bagger und der Schredder sind nur noch Schrott“, sagt Schmid. Und auch mehrere Gebäude auf dem Firmengelände wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. Geborstene Scheiben sind dabei noch das geringste Problem. Die Schäden seien so groß, dass ein Statiker prüfen müsse, ob die Hallen stehen bleiben können, so Schmid. Er schätzt den Schaden auf einen siebenstelligen Betrag – also im Millionenbereich.
Auch in der Umgebung hat die Explosion Angst und Schrecken verbreitet. Kfz-Mechatroniker Edison Bytyqi war gerade in seiner Autowerkstatt beschäftigt, als die Druckwelle das Gebäude erschütterte. „Plötzlich hat es geknallt und alles hat gewackelt“, berichtet Bytyqi. „Das war wirklich krass.“ Shahzad Tufail arbeitet bei einem Auto-Reinigungsbetrieb direkt angrenzend an das Gelände von Eisen Rudi. Am Montagvormittag begutachtet er die Schäden an seinem Gebäude. Dort sind auch Scheiben geborsten, Teile der Deckenverkleidung liegen am Boden. „Zum Glück war ich nicht da, als es passiert ist“, sagtTufail.
Riesen-Schaden in Recyclingbetrieb: Es war eine Sprengstoff-Explosion - Weitere Detonation geplant
Update 15 Uhr: Nach ersten Ermittlungen des Landeskriminalamts explodierte ein Sprengstoff, der sich möglicherweise in einem Tresor befand, als dieser in einem Schredder vernichtet werden sollte. Durch die Explosion wurde die Maschine komplett zerstört, mehrere Fensterscheiben in der Umgebung gingen zu Bruch, so das Lka. Drei Männer wurden durch die Detonation verletzt und in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Die Örtlichkeit wurde durch Beamte der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck weiträumig abgesperrt. Aufgrund des unklaren Sachverhalts und möglicher Gefahren wurde die Technische Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamtes angefordert.Die weiteren Ermittlungen zur Ursache der Explosion werden durch die Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes, unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II, durchgeführt.
Update 14:45: Die Ermittlungen vor Ort hat das Landeskriminalamt übernommen. Denn es handelte sich um eine Sprengstoff-Explosion. Wie ein Lka-Sprecher berichtete, wird im Laufe des heutigen Tages eine erneute Explosion erfolgen. Dabei wird es sich um die kontrollierte Detonation von Rest-Sprengstoff handeln. Es handele sich um einen zivilen, nicht militärischen Sprengstoff. Dieser müsse vor Ort vernichtet werden.
Explosion bei Alteisenhändler in Fürstenfeldbruck: Fensterscheiben bersten
Erstmeldung 9 Uhr: In der Umgebung sind Fensterscheiben geborsten, so stark war die Explosion. Erste Vermutungen weisen darauf hin, dass die Explosion in einem Alteisen-Schredder geschah. Die Detonation muss sehr weit zu hören gewesen sein. Es sind viele Einsatzkräfte vor Ort, sagte ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage. Nach ersten Erkenntnissen gebe es keine Toten oder Schwerverletzte. Ein Baggerfahrer steht aber mindestens unter Schock. Mehr Bilder gibt es hier.
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Aktuell (9.15 Uhr) gilt die Hasenheide noch als Gefahrenstelle.




