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Die Gegner des Funkmasten in Reichersbeuern konnten sich beim Bürgerentscheid am Sonntag nicht durchsetzen. Ein Kommentar von Andreas Steppan*.
Am Sonntag gaben die Reichersbeurer Bürger ihre Stimmen für die Europawahl ab - und es wurde auch ein Bürgerentscheid umgesetzt. Die Gegner eines Mobilfunkmasten konnten sich nicht durchsetzen. Andreas Steppan kommentiert das knappe Ergebnis.
Die Reichersbeurer haben von ihrem Recht zur Mitsprache eifrig Gebrauch gemacht – taten sich mit einer Entscheidung aber sichtlich schwer. Am Ende ist das knappe Ergebnis eine Überraschung. Immerhin hatten ursprünglich einmal 500 Frauen und Männer das Bürgerbegehren gegen einen Mobilfunkmast am Kirchberg mit ihrer Unterschrift unterstützt. Dass diese Seite am Wahltag dann nicht mehr sehr weit über diese Zahl hinauskam, muss für die Initiatoren eine herbe Enttäuschung sein.
Es mag daran gelegen haben, dass sie am Ende mit ihrem Wahlkampf etwas übers Ziel hinausschossen.
Sorgen um das Ortsbild oder die Angst vor Strahlung mag man teilen oder nicht. Doch statt sich auf ihre sachlichen Argumente zu konzentrieren, stellte die Bürgerinitiative – wenn auch getarnt in Form von Fragen – eine Reihe von Mutmaßungen und Verdachtsmomenten in den Raum, was bei einem Teil, aber eben doch nicht der Mehrheit der Bürger verfing.
Doch auch das gehört wohl zur Demokratie. Eine Gruppe von Bürgern war nicht einverstanden mit einer Entscheidung des Gemeinderats und hat versucht, eine andere Mehrheit zu organisieren. Das ist nicht gelungen. Und das gilt es jetzt zu akzeptieren.
Erfreulich ist, dass viele Reichersbeurer die Chance genutzt haben mitzubestimmen. Das hauchdünne Ergebnis beweist: In der Demokratie kommt es wirklich auf jede einzelne Stimme an. Unbefriedigend ist allein die hohe Zahl ungültiger Stimmen, die einen Rest Zweifel lässt, was diese Bürger eigentlich gewollt hätten.
*Andreas Steppan ist stellvertretender Redaktionsleiter des Tölzer Kurier

