VonAlois Ostlerschließen
Es ist das bisher größte Hochbauprojekt in der Gemeinde Wackersberg: Das Mehrgenerationenhaus am Burgwald. Das dortige Wohnkonmzept könnte zukunftweisend sein.
Wackersberg – Es ist einige Zeit ins Land gegangen, bis dieses ehrgeizige Bauvorhaben verwirklicht werden konnte. Beim Richtfest an der Großbaustelle des Wackersberger Mehrgenerationenhauses erinnerte Bürgermeister Alois Bauer an die Anfänge des Projekts. Bereits 2008 hatte die Gemeinde das 4000 Quadratmeter große Grundstück am Burgstein erworben. Dort befand sich der ehemalige Bolzplatz, der später an den Stausee verlegt wurde. 2015 stellte die Gemeinde den Bebauungsplan für das Areal auf und erhielt Ende 2017 die Baugenehmigung fürs Mehrgenerationenhaus. Die Pläne dafür hatte der Architekt Martin Schneider gezeichnet. „Seine Ideen haben uns am besten gefallen“, sagte Bauer. Dazu zählen unter anderem die großzügigen Loggien, die den Gästen des Richtfests ins Auge fielen.
In dem vierstöckigen Haus nebst einem voll ausgebauten Dachgeschoss sind 21 Wohnungen untergebracht. Die Mietfläche beträgt insgesamt 1500 Quadratmeter, rechnete Bauer vor. Die Größe der allesamt barreierfreien und auch behindertengerechten Wohnungen variiere zwischen 50 und 120 Quadratmetern.
Familien, Alleinstehende und Senioren: Im Mehrgenerationenhaus ist für jeden das Passende dabei
Da sei für jeden etwas dabei – für Familien, Alleinstehende und Senioren. „Die Mischung macht’s“, sagte Bauer. Noch sei keine der Wohnungen vergeben, aber es haben sich schon einige Interessen gemeldet. Sobald sich die Bezugsfertigkeit abzeichne, wolle man das Objekt entsprechend bewerben. Bei der Vergabe sollen zuerst Bürger aus der Gemeinde und dann aus dem Isarwinkel an die Reihe kommen. Der Abschluss der Bauarbeiten ist derzeit für Mai 2020 geplant. Aber man wisse noch nicht, ob alles termingerecht über die Bühne geht.
Dem Mehrgenerationenhaus in Wackersberg ist ein Gemeinschaftsgebäude vorgelagert
Bis jetzt war es eine „sehr entspannte Baustelle“, sagte Bauer beim Richtfest. Die Gemeinde habe alle Gewerke an Isarwinkler Firmen vergeben und „die haben bestens Hand in Hand gearbeitet“. Bisher liege man gut im Zeitplan: Der Dachstuhl ist aufgestellt und abgedichtet. Alle wichtigen Leitungen sind bis in den Keller verlegt: Kanal, Trinkwasser, Gas, Strom, Telekom und Kabel Deutschland sowie der Anschluss für das örtliche Nahwärmenetz.
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Die Baukosten für das Mehrgenerationenhaus sind auf 5,4 Millionen Euro veranschlagt. 2,3 Millionen Euro erhält die Gemeinde aus dem Wohnungsbauförderungs-Programm. „Nur mit diesem Zuschuss können wir als Gemeinde bezahlbaren Wohnraum bereitstellen“, so der Bürgermeister.
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Neben den 14 überdachten Stellplätzen, die am Mehrgenerationenhaus entstehen, wird die Gemeinde an der Burgwald-Zufahrtsstraße insgesamt 45 Wanderparkplätze anlegen. „Von dort kann man prima nach Bürg und weiter nach Fischbach wandern“, sagte Bauer.
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Nach dem obligatorischen Richtspruch des Jachenauer Zimmerer-Meisters Josef Danner haben die Arbeiter der bisher beteiligten Firmen und Vertreter der Gemeinde Wackersberg gemeinsam gefeiert und dabei gewissermaßen auch gleich den neuen Pavillon „eingeweiht“. Das dem Haus vorgelagerte Gemeinschaftsgebäude habe seine Feuertaufe bestanden, sagte Bauer. Man sei in geselliger Atmosphäre beisammengesessen und habe sich gut vorstellen können, dass dieser Platz zu einem beliebten Treffpunkt für die künftigen Bewohner des Mehrgenerationenhauses wird.
