Geretsried - Im Eiscafé L'Arena herrscht die Ruhe vor dem Sturm - gute Gelegenheit für eine Stippvisite im Rahmen der "Zehn-Minuten-Serie".
Ein Stockwerk tiefer nutzt Inhaber Roberto Donno die Ruhe, um sich seinem Handwerk zu widmen, bei dem „nach Gefühl gar nichts geht“: der Eisherstellung. Zehn Liter davon, Sorte Haselnuss, werden gerade in der großen Eismaschine unter Rühren auf Minus zwölf Grad heruntergekühlt. „Das Gerät ist mit einer Waschmaschine vergleichbar“, erklärt Donno. Die Eismasse dreht sich in einer großen Trommel, von außen wird mit Wasser gekühlt. Wann die richtige Konsistenz erreicht ist, kann der 48-Jährige auf einem digitalen Zahlenfeld ablesen. „Zwischen 75 und 77 ist ideal.“ Im Moment steht die Anzeige bei 63.
Pfeifend streift sich der Gelatiere ein Paar Gummihandschuhe über und beginnt, die nächste Ladung vorzubereiten. Etwa 24 Sorten hat er täglich im Angebot. Produziert wird am Vormittag, „nachmittags hab’ ich dafür keine Nerven“. Donno schnappt sich einen leeren Blechkübel und geht damit zum Pasteurisator, wo die Grundmischung aus Milch, Zucker und Sahne zubereitet wird. Der Eisdielenbesitzer füllt sie in den Kübel und holt flüssige Schokolade aus dem Kühlschrank. Mit einem Schneebesen wird die weiße mit der schwarzen Masse verquirlt und mit einem Pürierstab nochmal aufgerührt. Die Zutaten hat der gebürtige Italiener zuvor präzise abgewogen. „Sonst wird’s entweder zu wässrig oder zu weich.“
Genau richtig ist jetzt die Konsistenz des Haselnuss-Eises: Auf dem Feld blinkt eine rote 77. Also schnell raus damit und ab in die Kühlung. „Geschmolzen wäre es nämlich innerhalb von zehn Minuten.“ (cb)