Fahrer (26) flüchtete vor Kontrolle in Rohrdorf

BMW-Fahrer rast durch die Region: Warum zwei Buben (13) Riesenglück hatten – wie er geschnappt wurde

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Ein 26-jähriger BMW-Fahrer lieferte sich am Mittwochabend (21. Mai) zwischen Rohrdorf und Neubeuern eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. (Symbolfoto)
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Schon wieder eine Verfolgungsjagd: Innerhalb einer Woche kam es schon zum zweiten Mal in der Region dazu, dass sich ein Autofahrer einer Polizeikontrolle entziehen wollte. Warum ein 26-Jähriger in Rohrdorf floh – und wie die Polizei ihn doch noch erwischte.

Rohrdorf/Neubeuern – Eigentlich hätte der 26-jährige BMW-Fahrer auf der Staatsstraße 2359 bei Rohrdorf einer ganz normalen Verkehrskontrolle unterzogen werden sollen. Doch statt „Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte“, mussten die Schleierfahnder der Grenzpolizei Raubling am Mittwochabend (21. Mai) aufs Gas drücken. Denn der Fahrer hatte wohl keine Lust auf eine Kontrolle.

Verfolgungsjagd in Rohrdorf: Warum die Beamten abgebrochen haben

„Nachdem das Anhalte-Signal und das Blaulicht eingeschaltet wurden, hat der Fahrer stark beschleunigt und sich der Anhaltung entzogen“, erklärt Christian Langenmair, Dienststellenleiter der Grenzpolizeiinspektion Raubling. Und so kam es zu einer rasanten Verfolgungsjagd mit überhöhter Geschwindigkeit und mehreren Überholmanövern – trotz Gegenverkehr.

Um neben dem Flüchtenden nicht auch noch sich selbst oder Dritte zu gefährden, brachen die Beamten die Verfolgung ab. „Mich als Dienststellenleiter freut es sehr, dass meine Kollegen da sehr besonnen reagiert haben und nicht kopflos die Verfolgungsfahrt aufgenommen haben“, sagt Langenmair. „Dass man grundsätzlich jemanden erwischen möchte, ist klar und nachvollziehbar – und dient auch dem Rechtsfrieden. Doch man muss auch immer die Verhältnismäßigkeit im Auge behalten, und im Zweifel die Verfolgung lieber abbrechen, bevor man eine Gefährdung Dritter in Kauf nimmt.“

Münchner Raser war ohne Führerschein unterwegs

Zwar liefere das Kennzeichen – in diesem Fall ein Münchner Kennzeichen – erste Anhaltspunkte, allerdings noch keine Beweiskraft, wer tatsächlich gefahren ist, macht der Dienststellenleiter deutlich. Im Fall des BMW-Fahrers leiteten die Polizisten dann die Fahndung ein und entdeckten den Wagen schließlich abgestellt und unabgeschlossen in Neubeuern. „Dort befragten die Beamten zwei 13-jährige Buben, die wohl beim Überqueren der Straße beinahe vor dem herannahenden BMW angefahren worden wären. Die beiden Jungs gaben eine hervorragende Beschreibung der zu Fuß geflüchteten Fahrzeuginsassen ab“, heißt es zudem in der Mitteilung der Polizei zu diesem Fall.

Letztlich konnten sowohl Fahrer als auch Beifahrer durch eine Motorradstreife der Verkehrspolizei Rosenheim gestellt und durch Unterstützung von Beamten der Polizeiinspektion Brannenburg vorläufig festgenommen werden. Schließlich stellte sich heraus, dass der 26-jährige Fahrer derzeit keinen Führerschein hat. Dieser wurde ihm wegen mehrerer Verkehrsverstöße entzogen. Er muss sich nun wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis, Gefährdung des Straßenverkehrs sowie eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens strafrechtlich verantworten. „Nachdem schon mehrere Verkehrsverstöße in der Vergangenheit vorgelegen sind, kann es sein, dass irgendwann mal eine empfindliche Strafe droht. Das muss aber letztlich ein Gericht entscheiden“, sagt Langenmair.

Sudelfeld-Raser: Zweite Flucht innerhalb kurzer Zeit

Der Vorfall bei Rohrdorf ist nun schon der zweite dieser Art innerhalb einer Woche. Am Sonntagnachmittag (18. Mai) raste ein 28-jähriger Fürstenfeldbrucker mit seinem getunten 425-PS-starken BMW M4 über den Sudelfeldpass und floh schließlich vor der Polizei. Auch gegen ihn wird unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Denn seinen Führerschein hatte auch er bereits wegen wiederholter Verkehrsverstöße abgeben müssen.

Zeugen des Vorfalls in Rohrdorf und Neubeuern werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 08051/9068-220 bei der Grenzpolizeiinspektion Raubling zu melden.

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