Streiflichter vom Rosenheimer Herbstfest

Tatort Wiesn: Ein fescher Maxe, viel Gänsehaut, ein Alpenvulkan – aber keine Kölner Haie

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„Fescher Maxe“ auf der Wiesn: Schauspieler Maximilian Brückner mit Miss Herbstfest Maria Berger.
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Mit Maximilian Brückner, Eishockey-Legende Hans Zach und den Nußdorfer Goaßlschnalzern ging es in die zweite Wiesn-Woche. Da kam bei vielen Trachtlern Gänsehaut-Feeling auf. Freude pur auch bei Sonja Bauer. Sie hat das große Los gezogen. Aber am Glückshafen ist einer von zwei E-Rollern noch zu haben.

Auch Maximilian Brückner ist ein Schuhplattler

Schauspieler Maximilian Brückner (45) kann schuhplatteln und Tuba spielen. Kein Wunder, dass sich der beliebte Tatort-Kommissar, hier mit Miss Herbstfest Maria Berger, beim Volksmusikabend im Flötziger als „fescher Maxe“ in Tracht zeigte. Brückner hat übrigens sieben jüngere Geschwister – fünf sind ebenfalls Schauspieler.

Plattln statt deutscher Schlager und Briten-Rock: Die Stimmung beim Blasmusikabend war super.

Früher hatten sie noch Kölner Haie am Haken

Früher nahmen sie Kölner Haie an den Haken, hier fischen die Rosenheimer Eishockey-Legenden Ernst Höfner, Hans Zach und Mondi Hilger (von links) nach Quietsch-Enten.

Alles zu seiner Zeit! Früher hatten die Rosenheimer Eishockey-Legenden Mondi Hilger (58), Hans Zach (75) und Ernst Höfner (66) noch reihenweise Kölner Haie am Haken, inzwischen lassen sie es ruhiger angehen und angeln lieber Gummi-Quietschenten auf dem Herbstfest. 2023 hat sich der Wiesnigel Ignaz Sorgen gemacht, als er davon hörte, dass sich der „Alpenvulkan“ und Kapitän der Rosenheimer Meisterhelden von 1982 einer Herz-Operation unterziehen musste. Dem Ex-Bundestrainer wurden Stents eingesetzt – künstliche Gefäßstützen, die Blutgefäße offenhalten. Der Eingriff ist gut verlaufen und hat seine Wirkung nicht verfehlt. Zach: „I bin pumperlgsund, die Stents ham mia eher no an Schub gem!“

Immer noch fit: Der Wiesnigel Ignaz der OVB-Redaktion.

Dass der passionierte Hochseefischer Hans Zach den plätschernden Entenbach in der „Lustigen Angelei“ auf dem Herbstfest seinen bevorzugten Fanggründen in Kroatien vorzog, ist für den Ignaz nur logisch: Die Fangzeit im Wiesnmeer beschränkt sich ja leider auf nur 16 Tage.

Für zehn Euro: Erster Motorroller am Glückshafen weg

Bei ihr läuft es rund: Sonja Bauer holte sich den Roller am Glückshafen, es freuen sich mit (von rechts): Christoph Sollinger, Karl Sedlmeier und Max Wendlinger von der Glückshafenverwaltung.

Die zehn Euro hat sie gut investiert: Den ersten von zwei E-Motorrollern hat Sonja Bauer aus Feldkirchen-Westerham gewonnen. Am Erntedank-Sonntag kaufte sie 20 Lose für einen Zehner – und zog das große Los. Noch am selben Abend stand der flotte Flitzer daheim in ihrer Garage. Für die zweite Wiesnwoche hält das Glückshafen-OrgaTeam um Christoph Sollinger weitere tolle Gewinne parat. Neben dem zweiten E-Roller sind das Flachbildfernseher, Fahrräder oder Haushaltsgeräte – alle mit etwas Glück für 50 Cent zu haben.

Was am Glückshafen am Ende an Erlösen übrig bleibt, kommt übrigens dem Kinderheim „Schöne Aussicht“ der Waisenhausstiftung Rosenheim zugute. Mit Gewinnerin Sonja Bauer freuten sich Christoph Sollinger, Karl Sedlmeier und Max Wendlinger von der Glückshafenverwaltung.

Schlagkräftig: die Nußdorfer Goaßlschnalzer. Da geht der Wiesnigel lieber in Deckung.

Wenn 18 wild entschlossene Nußdorfer Goaßlschnalzer im Festzelt auf die Tische steigen und zur Marschmusik im Rhythmus knallen, dann geht der Wiesnigel Ignaz lieber in Deckung. Einmal ist er ja auf der Wiesn schon abgeschossen worden, an der Torwand in Zettls Sportstudio. Doch den großen Blasmusikabend hat er nun ganz unbeschadet überstanden.

Das Flötzinger-Festzelt – sonst zu späterer Stunde eher etwas für Schlager- und Popmusikfreunde – gehörte am Sonntag ganz den Trachtlern aus der Region. Vor 18 Jahren hatten Inngau-Ehrenvorstand Walter Weinzierl, Brauereifamilie Steegmüller und Dreder Musi die Idee, echte bairische Folklore so richtig zum Zug kommen zu lassen. Seither ist das Spektakel nicht mehr wegzudenken. Tausende Trachtler waren 2024 wieder dabei. „Des gibt´s nirgends, do kriag i ja a Ganshaut“, schwärmte Roland Merk – und wenn das ein so erfahrener Mann wie der Kapellmeister von der Dreder Musi sagt, dann muss es wirklich etwas Besonderes sein.

Er will hoch hinaus: Die Trachtler hatten ihren Spaß.

Erneut waren „olle, de wo an Hax auffe bringan“, wie es Walter Weinzierl gerne ankündigt, voller Begeisterung dabei. Es wurde geplattelt und geschnalzt, was Handflächen, Schuhsohlen und Peitschen hergaben. Hie und da ging es auch drunter und drüber und kopfüber. Dem Ignaz ist übrigens zugetragen worden, dass einige Ungeübte vom Trachtenverein „Alt Rosenheim“ und am Samerberg extra ein Trainingslager in Form eines Plattlerlehrgangs absolviert haben, um beim Großereignis eine kesse Sohle aufs Zeltparkett zu legen.

Bielefeld: Erst in Florida und nun zu Wasserburg?

Hat der Wiesnigel Ignaz da zu tief in den Masskrug geschaut und etwas ganz falsch verstanden? Keineswegs, denn genau so ist es: Bielefeld ist 1,77 Meter groß, gehörte zuletzt zu Florida, wechselt jetzt aber zu Wasserburg. Sportinteressierte OVB-Leser wissen es schon: Natürlich ist nicht die Rede von der 333 000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen, sondern von Basketballerin Johanna Bielefeld (18) aus Herne, die ab sofort die Damen des TSV 1880 Wasserburg verstärkt und über den Umweg Florida (College) an den Inn kommt.

Die einen kommen, die anderen gehen: Die Wasserburger Basketballerinnen im Auer.

Beim traditionellen Wiesnausflug des aktuellen Zweitligisten und elffachen deutschen Meisters in die Auerbräu-Festhalle war Bielefeld zwar noch nicht dabei, dafür aber noch Sophie Perner, die sich für drei Monate ins Ausland verabschiedet. Das Bild zeigt unten von links: Sabine Baum, Anna Authaler, Sophie Perner, Maria Perner, Corvina Ober. Mitte von links: Stefan Pfuhl, Ira Weymar, Lina Lieckfeld, Manuela Scholzgart, Vivien Langer, Trainer Luis Prantl. Hinten: Sarah Barthold, Kate Hill.

1887 fing alles an: Stolze Auerbräu-Wirte machen sich einen schönen Tag auf der Wiesn

1887 in Rosenheim: Johann Auer kauft ein 29 000 Quadratmeter großes Grundstück in Bahnhofsnähe und wählt den balzenden Hahn als zeitloses Markenzeichen. 1889 braut der Schiffmeister, Getreidehändler, Steinbruchbesitzer und Gastwirt aus Altenmarkt bei Neubeuern dort sein erstes Bier. Was daraus geworden ist, weiß heute jeder. Und so musste schon ein gewaltiger Bierlaster als Kulisse herhalten, um diese Riege von Auerbräu-Gastronomen beim Wirte-Tag auf der Wiesn ins Bild zu setzen.

„Wir haben heuer viele Wirte in der Brauerei begrüßt, die mindestens 75 Jahre treue Auerbräu-Kunden sind“, so Auerbräu-Pressesprecher Michael Hinterseer. „Es gab einen schönen Empfang, eine Brauereiführung und dann sind wir alle aufs Herbstfest auf eine Brotzeit gefahren.“

Sie passen so gerade noch vor einen großen Bierlaster: Das Auerbräu-Team mit vielen treuen Wirten.

Das Bild zeigt die stolzen Auerbräu-Wirte, darunter Theresa Albrecht, Rosenheimer Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Rosenheim (Dehoga) vom Hotel zur Post in Rohrdorf, mit dem Auer-Vertriebsteam, Geschäftsführer Thomas Frank sowie Dehoga-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert.

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