- VonKorbinian Sautterschließen
Die fünfte Jahreszeit hat ihre Spuren in der Region Rosenheim hinterlassen. Für manche endete die Narrenzeit schneller als gedacht. Die Polizei war verstärkt im Einsatz – und zieht nun Bilanz.
Brannenburg/Rosenheim – Als „durchaus erforderlich“ bezeichnete Polizeihauptkommissarin Karin Walter die zusätzlichen Kontrollen rund um die Faschingstage im Jahr 2024. Die Leiterin der Polizeiinspektion in Brannenburg kennt speziell das verlängerte Wochenende bis zum Faschingsdienstag und war dementsprechend vorbereitet. Zusammen mit der Verkehrspolizei Rosenheim sowie dem Einsatzzug der zentralen Ergänzungsdienste Rosenheim gab es diverse Faschingskontrollen, um das Narrentreiben in geregeltem Rahmen zu halten.
Vernünftige und Unbelehrbare an Fasching
Doch laut Walter schienen die meisten Faschingswütigen rund um das Inntal in diesem Jahr durchaus vernünftig gewesen zu sein. „Es wurden viele Fahrgemeinschaften gebildet und sich größtenteils an die Regeln gehalten”, bilanziert die Brannenburger Polizeichefin. Doch natürlich gebe es gerade zur Hochphase des Faschings immer wieder „Unbelehrbare”.
Vor allem die Promillegrenze wurde immer wieder gerissen. So ist beispielsweise ein 27-jähriger Kolbermoorer am Sonntag gegen 2:45 Uhr in Brannenburg mit einem Wert von deutlich mehr als 0,5 Promille angehalten worden. Er musste 500 Euro Bußgeld zahlen, zwei Punkte in Flensburg in Kauf nehmen und bekam zudem einen Monat Fahrverbot.
Der 27-Jährige steht dabei stellvertretend für 11.551 Fahrer, die bei den Faschingskontrollen in der Region rund um Rosenheim in den vergangenen vier Wochen von der Polizei gestoppt wurden. 237 davon wurden im Inntal kontrolliert. Insgesamt fielen laut Polizei 137 Tests auf Alkohol oder Drogen positiv aus. „Der absolute Spitzenwert lag heuer bei erschreckenden 2,78 Promille,” heißt es von Seiten der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Im Inntal wurden zwölf Verstöße festgestellt, einer wegen Drogen, elf wegen Alkohol am Steuer. Hier lag der „Rekord” bei 1,94 Promille.
Nicht alle Vergehen wegen Fasching
Doch nicht alle Alkoholverstöße haben automatisch mit Fasching zu tun, wie die Polizei betont. So hatte beispielsweise ein 33-jähriger Autofahrer in Bad Feilnbach auch ohne Faschingsfeier einen Wert von mehr als 1,1 Promille. Ihm wurde der Führerschein entzogen und ein Strafverfahren wegen Trunkenheit am Steuer eingeleitet. Er muss laut dem Bußgeldkatalog neben einem vierstelligen Betrag an Strafe und drei Punkten zusätzlich mindestens sechs Monate auf seinen Führerschein verzichten.
Womit die Beamten in diesem Jahr wenig zu tun hatten, waren Gefährdungen durch diverse Verkleidungen. „Natürlich kennen wir das Phänomen von Masken, Engelsflügel oder Roboterarmen, die die Verkehrstüchtigkeit einschränken“, sagt Walter. Ihr sei jedoch nicht bekannt, dass es im Inntal dieses Jahr zu einem solchen Vorfall gekommen wäre.