VonAndreas Baarschließen
Das Rottenbucher Rathaus soll endlich barrierefrei werden: Ein Außenlift erschließt alle drei Etagen. Der Gemeinderat segnete den Bauantrag ab. Die Glaskonstruktion soll noch heuer entstehen.
Rottenbuch – Es hat ein wenig gedauert, bis es soweit war: Im Oktober 208 hatte der Rottenbucher Gemeinderat einmütig beschlossen, den Weg für eine barrierefreie Erschließung des heimischen Rathauses weiter zu beschreiten. Ziel: Das denkmalgeschützte Gebäude aus der Klosterzeit wird an der Rückseite mit einem gläsernen Außenlift versehen.
Die Gemeinde versuchte, über das Interkommunale Entwicklungskonzept (IKEK) an den begehrten Zuschusstopf der Städtebauförderung zu gelangen. Zuletzt wurde das Vorhaben Ende 2019 per Ratsbeschluss erneut in den Jahresförderantrag für die Regierung von Oberbayern für 2020 gepackt. Mit Erfolg: „Die Förderzusage ist da“, teilt Bürgermeister Markus Bader (Freie Wählergemeinschaft) jetzt mit. Im gleichen Atemzug packte nun auch der Gemeinderat das Projekt formal in trockene Tücher: Er genehmigte den Bauantrag der Gemeinde einstimmig.
Lift soll nur vom Rathausinneren zugänglich sein
Geplant ist ein Lift, der lediglich vom Rathausinneren zugängig ist. Umgeben von drei gläsernen Seiten – „das ist einfach was Optisches“, so der Bürgermeister. Der Denkmalschutz hatte mit dem Vorhaben keine Probleme, wie zu hören war. Bader: „Es ist ein minimaler Eingriff in die Bausubstanz.“ Bei Bedarf könne die Konstruktion auch ohne Weiteres entfernt werden.
Auf eine Kabine wird verzichtet, die Besucher fahren auf einer Plattform, die um die 420 Kilo trägt. Die Anlage ist „mit allen Sicherheitsmerkmalen“ ausgestattet, erklärte Vitus Gansler (Schönberger Wählergemeinschaft), der Rat hatte sich um das Infoangebot gekümmert. Gansler listete Notruf und Notablass ebenso auf wie einen Totmannschalter für die Bedienung. Der Lift kann zudem vom Rathaus aus gesteuert werden und soll abends geschlossen sein.
Bauantrag muss von Behörden abgesegnet werden
Die derzeitige Kostenschätzung liegt bei knapp über 128 000 Euro für das Gesamtpaket. Wie der Rathauschef auf Nachfrage sagt, kann Rottenbuch mit einer 60-prozentigen Förderung rechnen. Im Bewilligungsbescheid stehen erfreuliche 77 000 Euro. Einzige Bedingung der Geldgeber: Es muss noch heuer gebaut werden.
Dafür muss der Bauantrag allerdings noch seinen offiziellen Segen von den Behörden bekommen. Dann kann die Gemeinde sich konkret eine Firma suchen. „Wir können erst in die Ausschreibung gehen, wenn wir die Stempel haben“, machte Bader in der Sitzung klar.
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