Gebühren unbemerkt erhöht

Pendler beklagen Abzocke am Bahnparkplatz

+
Parken an der S-Bahn kostet Gebühren.

Fürstenfeldbruck - Ärger am S-Bahnhof Fürstenfeldbruck: Die Bahn hat die Parkgebühren am P&R-Platz erhöht. Viele Pendler wussten das nicht und zahlten den gewohnten Betrag. Dafür kassierten sie saftige Strafzettel.

Andi H. (42) aus Alling ist ein pflichtbewusster Mensch. Deshalb zahlt er stets die Parkgebühren am Brucker S-Bahnhof. Von dort fährt er nach München zur Arbeit. Auch am Tag nach der Tariferhöhung warf er wie gewohnt einen Euro in den Automaten, das reichte immer für einen Tag. Den kleinen roten Aufkleber mit der Aufschrift „Bitte beachten Sie unseren aktuellen Tarif“ hatte er schlicht übersehen – von einer Erhöhung ist darauf außerdem nicht ausdrücklich die Rede.

So sieht ein Strafbescheid wegen Schwarzparkens aus.

Als Andi H. aber an diesem Donnerstag seinen Wagen wieder aufsperren will, sieht er einen weißen Zettel an seiner Windschutzscheibe flattern – der Anblick treibt ihm die Zornesröte ins Gesicht. Weil er laut dem neuen Tarif 20 Cent mehr hätte zahlen müssen, verlangt die von der Bahn beauftragte Firma Contipark Parkgaragen GmbH nun 24,20 Euro Strafe von ihm. Seine Parkzeit endete um 9.05 Uhr, 34 Minuten später wurde das Knöllchen ausgestellt. „Das hat für mich den Anschein, als hätten die uns absichtlich in die Falle tappen lassen“, sagt der 42-Jährige. Viele weitere Pendler und Schüler vom Tulpenfeld stehen an diesem Tag kopfschütteln am Bahnhofsparkplatz. Seit 1. Juli 2013 ist das Parken dort kostenpflichtig.

Die Bahn sagt, sie nehme die Gelder für den Unterhalt des Parkplatzes. Weil die Kosten dafür gestiegen seien, wurden nun auch die Parkpreise erhöht, so ein Bahnsprecher auf Tagblatt-Nachfrage. Ursprünglich mussten die Nutzer 50 Cent pro Stunde (einen Euro/Tag, fünf Euro/Woche, 18 Euro/Monat) zahlen. Am 3. Dezember wurden die Tarife erstmalig erhöht. Ein Tag kostet 1,20 Euro, eine Woche einen Euro mehr als zuvor, Monatsparker zahlen zwei Euro mehr. Die Gebühr für eine Stunde bleibt bei 50 Cent. Das bestätigt die Firma Contipark auf Tagblatt-Nachfrage. Ihrer Meinung nach seien die Aufkleber gut sichtbar gewesen, so ein Sprecher. Bislang hätte es an anderen Parkplätzen „keinerlei“ Beschwerden gegeben. Zusätzlich nimmt die Firma die Kunden in die Verantwortung.

 Die Parkdauer sei auf dem Display und auf dem Ticket klar ersichtlich. Andi H. dagegen sagt: „Ich schaue nicht jeden Tag wieder auf das Ticket, sondern mache es wie gewohnt.“ So, wie offenbar die meisten Pendler. „Der Fahrer, der neben mir geparkt hat, war außer sich wegen dieser Ungerechtigkeit“, erinnert sich der Allinger. „Er ist mit dem Zettel zur Polizei gefahren.“ Auch Andi H. hat bei den Beamten nachgefragt, ob die Aktion rechtens ist. Leider hatte die Polizei keine guten Nachrichten für ihn. „Da kann man nichts machen, sobald man auf den Parkplatz fährt, akzeptiert man stillschweigend die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Firma“, sagt er.

Auch Polizeisprecher Michael Fischer weiß: „Es ist eine privatrechtliche Angelegenheit.“ Andi H. hat deshalb versucht, Kontakt zur Contipark aufzunehmen – ohne Erfolg. „Fünf Euro Mahngebühren wären ok, aber 24 Euro stehen in keinem Verhältnis zu 20 Cent“, sagt er. Nun heißt es für Andi H. abwarten. Er hofft, dass sich noch weitere Betroffene melden." (vu)

Eine Übersicht über die Parkmöglichkeiten in Fürstenfeldbruck finden Sie hier.

Kommentare