VonIngrid Zeilingerschließen
Die Stadt drängt weiter auf den viergleisigen Ausbau der Strecke Pasing bis Fürstenfeldbruck. Das soll in einer Petition an den Landtag gefordert werden. Allerdings nur unter der Prämisse, dass der Bau des Gleises 1 am Bahnhof Bruck nicht gefährdet ist.
Fürstenfeldbruck – Die Stadt wünscht den viergleisigen Ausbau der Bahnlinie bis zum Bahnhof Bruck. Doch die Deutsche Bahn (DB) will nur drei Gleise. Ist man damit zufrieden oder will man weiter kämpfen? Diese Entscheidung mussten die Stadträte treffen. Jan Halbauer (Grüne), Verkehrsreferent Mirko Pötzsch (SPD) und Alexa Zierl (Die Partei & Frei) hatten in zwei Anträgen gefordert, für die vier Gleise einzutreten – möglichst mit großer Mehrheit. „Wir sollten ein bisschen Dampf gegenüber der Staatsregierung aufs Gleis bringen“, meinte Halbauer. Denn die Bahnstrecke sei die verkehrspolitische Aufgabe des Landkreises. „Espressbusse können niemals das Problem, wie komme ich nach München, lösen.“
Die Bahn könne ja erst einmal dreigleisig planen, meinte Zierl. Doch am Ende müssten vier Gleise stehen – gerade im Hinblick auf den Ausbau der Bahnstrecke Zürich-München. Pötzsch hofft, dass eine klare Positionierung der Stadt etwas bewirken kann. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte er OB Erich Raff (CSU) Tatenlosigkeit in Sachen S 4-Ausbau vorgeworfen. Der Rathauschef informiere nicht über Treffen mit der Bahn und setze sich nicht für das Vorhaben ein.
„Der Vorwurf, ich habe mich nicht eingesetzt, ist ein starkes Stück“, konterte Raff. Nachdem der Stadtrat 2014 beschlossen habe, den S 4-Ausbau weiterzuverfolgen, habe er nichts gefunden, dass der damalige OB Klaus Pleil etwas unternommen habe, um den Beschluss umzusetzen. „Woher wissen Sie, dass ich dagegen gearbeitet habe?“, fragte er Pötzsch. Raff verwies auf Gespräche mit Bahnvertretern und einem Termin anlässlich des Bundesverkehrswegeplans. Die Bahn habe mehrmals signalisiert, dass der viergleisige Ausbau keine Chance habe. „Ich habe mich darauf konzentriert, was für uns rauszuholen.“ Und er habe in den Gremien berichtet.
Er habe der Bahn dem barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Buchenau abgerungen, der am 4. März beginnt, und den Bau des Gleis 1 am Brucker Bahnhof als Halt für die Regionalzüge. „Das hättet ihr so nicht durchgebracht.“ Seine Befürchtung: Wenn die Stadt nun wieder auf vier Gleise drängt, könnte der Bahnsteig 1 wieder in Gefahr geraten. Denn über diesen samt Aufzug, Rampe und Überdachung wollte die Bahn mit der Stadt noch einmal sprechen. Werde das Projekt gestoppt, könne man nicht sage, er habe es in den Sand gesetzt.
Raff nehme die Geschichte zu persönlich, meinte Franz Neuhierl (FW). Der Landkreis schaue schlecht aus, wenn es um die Entwicklung der Bahn gehe. „Sagen dürfen wir schon, dass wir nicht zufrieden sind.“ Der OB habe gezeigt, was passiere, wenn man bei der Bahn dran bleibe, ergänzte Zierl. Und die Anhebung des Bahnsteigs in der Buchenau habe ein breites Aktionsbündnis erreicht.
Pötzsch betonte, der Ausbau der Bahnhöfe und die Gleisplanung seien zwei verschiedene Projekte. Das bezweifelte Andreas Lohde (CSU). „Wir gefährden erreichte Ziele wie das Entstehen des weiteren Bahnsteigs.“
Letztlich konnte sich der Stadtrat jedoch auf einen Kompromiss einigen. Die Stadt wird weiterhin den viergleisigen Ausbau fordern – unter der Voraussetzung, dass der Bau des zusätzlichen Bahnsteiges in Fürstenfeldbruck nicht verzögert wird. Raff wird sich mit den Bürgermeistern der S 4-Anwohner sowie dem Vorsitzenden des Bezirksausschuss auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen, um die Staatsregierung von der Notwendigkeit des viergleisigen Ausbaus zu überzeugen. Über die Beschlüsse informiert er die zuständigen Ämter und Ministerien. Auch die Bürgerinitiative „S 4-Ausbau jetzt“ wird weiter unterstützt. Darauf verständigte sich der Stadtrat geschlossen. Lediglich bei der Petition an den Landtag und die Staatsregierung spielten CSU und Freie Wähler nicht mit. Sie wurde dennoch mit 25:12 Stimmen beschlossen.
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