„Entschlossen vorantreiben“

S7-Verlängerung: SPD-Kreisverband verabschiedet Resolution

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Die Genossen demonstrieren Geschlossenheit: SPD-Bundestagsabgeordneter Sebastian Roloff (re.) solidarisierte sich mit den Anliegen des Kreisvorsitzenden Klaus Barthel und dem neugewählten Kreisvorstandsmitglied Holger Hohmann (li.).  
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Eine Resolution zum S7-Ausbau nach Geretsried hat der SPD-Kreisverband verabschiedet. Jetzt hoffen die Genossen auf Unterstützung im Bundestag.

Wolfratshausen – Einen besonderen Ort wählte die SPD für ihre Kreiskonferenz am Mittwochabend. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Roloff ließen sich die Mitglieder des Kreisverbands zunächst von Dr. Sybille Krafft durch den Erinnerungsort Badehaus in Waldram führen, Danach sprachen sie ein brisantes Thema an: die erneute Verzögerung bei der S-Bahn-Verlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried.

Handlungsbedarf angesichts des Klimawandels

„Wir müssen die Verlängerung der S7 nach Geretsried entschlossen vorantreiben“, forderte SPD-Kreisvorsitzender Klaus Barthel. Die vor Kurzem vom bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) angekündigte Verzögerung beim Baubeginn kann er nicht nachvollziehen. Denn der Handlungsbedarf für den Ausbau der Schiene sei angesichts des Klimawandels und des weiteren Bevölkerungszuwachses in der Region enorm gestiegen.

Von Alternativvorschlägen wie beispielsweise der von Heinz Wensauer angeregten Seilbahn-Variante hält der Kreisverband nicht viel. In einer bei der Kreiskonferenz beschlossenen Resolution heißt es: „Für neue Fundamentaldebatten über den Sinn und Unsinn des Projekts und mögliche Alternativen (die alle bereits geprüft wurden) besteht keinerlei Anlass.“ Die Kostenexplosion und die damit einhergehende Verzögerung beim Bau der zweiten Stammstrecke ändere nach Ansicht der SPD nichts an „den Notwendigkeiten des S-Bahn-Ausbaus in der Region“.

SPD hofft auf Schützenhilfe vom Bund

Der Kreisverband fordert den Freistaat in seiner Eigenschaft als Bauherr daher auf, die Umsetzung der Terminpläne und Arbeitsschritte mit einem laufenden Controlling für die Öffentlichkeit transparent darzustellen, damit eventuelle Verzögerungen sofort und nicht erst Jahre später erkennbar werden. Schützenhilfe erhofft sich die SPD vom Bund, der der Deutschen Bahn, den Ländern und den Kommunen ausreichende finanzielle Mittel für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung zu stellen hat.

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger zweifeln daran, dass jemals eine S-Bahn nach Geretsried fahren wird.

SPD-Mitglied Hans Gärtner

Das Wolfratshauser SPD-Mitglied Hans Gärtner bemerkt bereits eine resignative Stimmung in der Bevölkerung. „Immer mehr Bürgerinnen und Bürger zweifeln daran, dass jemals eine S-Bahn nach Geretsried fahren wird“, stellte er fest. Seine Befürchtung: Die aktuelle Stellungnahme der Regierung von Oberbayern sowie eine Prüfung des Eisenbahnbundesamtes könnten noch einmal Tekturen an der derzeitigen Trassenplanung ergeben und damit zu weiteren Verzögerungen führen. Bundestagsabgeordneter Sebastian Roloff, zugleich Betreuungsbeauftragter für den Kreisverband, versprach, die Resolution auf Landes- und Bundesebene publik zu machen.

In der Diskussion mit den Genossen verteidigte Roloff die auch innerhalb der SPD nicht unumstrittenen Waffenlieferung an die Ukraine und kündigte weitere finanzielle Entlastungspakete für Bundesbürger an. „Wir können uns nicht aus der Krise raussparen“, erklärte der 39-Jährige.

Keinen Diskussionsbedarf gab es bei den zügig vollzogenen Nachwahlen. Holger Hohmann, Zweiter Vorsitzender der Wolfratshauser SPD, ersetzt das ehemalige Kreisvorstandsmitglied Peter Fasching.

ph

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