Feueralarm ausgelöst

In der BMW Welt: Klimaaktivisten kleben sich an Luxusauto fest - CSU fordert Konsequenzen

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    Sascha Karowski
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Klimaaktivisten der Gruppe „Scientist Rebellion“ sorgen in der BMW Welt in München mit ihrer Aktion für Aufsehen. Auch Besucher sind davon betroffen.

München - Luxuskarossen waren dieses Mal das Ziel der Klimaaktivisten: Mitglieder der Gruppe „Scientist Rebellion“ haben sich in der BMW Welt an einem M8 festgeklebt. Außerdem haben sie andere Autos mit einer Flüssigkeit beschmiert. Der Sachschaden ist enorm. Die Politik ist alarmiert, die CSU fordert Konsequenzen.

Es passierte am Samstagvormittag (29. Oktober): 15 Protestler drangen in einen Ausstellungsraum der BMW Welt ein. Ihr Hauptziel: ein blauer M8. Preisklasse je nach Ausstattung: 130 000 Euro aufwärts. Einer der Aktivisten setzte sich in das Nobel-Coupé und klebte sich am Lenkrad fest. Einer filmte die Aktion, die anderen leimten ihre Hände von außen an die Karosserie.

Aktion von Klimaaktivisten in BMW-Welt löst Feueralarm aus und zwingt Besucher ins Freie

Doch damit nicht genug. Durch die Eindringlinge wurde auch ein Feueralarm aktiviert. Die Besucher der BMW Welt mussten deshalb das Gebäude räumen. Außerdem bewarfen die Störenfriede auch fünf Fahrzeuge mit einer Flüssigkeit. Dabei handelte es sich um Kunstöl, wie Alexander Grevel von „Scientist Rebellion“ sagt. „Es war eine eingefärbte Zuckermelasse.“ Diese sei nicht so umweltschädlich wie echtes Öl.

Die Fahrzeuge seien Ziel der Klimaaktivisten geworden, weil sie gebaut würden, um damit sehr viel schneller als 100 Stundenkilometer zu fahren, so Grevel. Tempo 100 ist – neben der Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets – die Hauptforderung der Protestler.

Klimaaktivisten klebten sich in der BMW Welt an diesen Wagen.

Sachschaden geht in die zehntausende Euro

Die Aktivisten haben mit ihrer Aktion erheblichen Sachschaden verursacht. Die Polizei spricht von mehreren zehntausend Euro. Die alarmierten Beamten hatten alle Hände voll zu tun, um die Klima-Kleber wieder von der Karosserie abzulösen. Sie nahmen die Protestler fest, gegen 14 von ihnen wird nun wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Auch der ausgelöste Feueralarm ist Gegenstand der Ermittlungen.

Einige der Protestler waren bereits bei vorangegangenen Aktionen der Gruppe anwesend. Zuvor war das BlackRock-Haus am Lenbachplatz besetzt worden, die Brienner Straße und den Karlsplatz hatten die Aktivisten blockiert und sich auf der Straße festgeklebt. Wieder kamen die Protestler aus der ganzen Welt: drei aus Italien, je fünf aus Spanien und Frankreich, einer aus Griechenland und einer aus den USA.

Richter ordnet polizeilichen Gewahrsam an

Schon nach ihrer Klebe-Aktion auf der Brienner Straße mussten die Aktivisten eine Nacht im Polizeipräsidium verbringen. Damals wurden sie danach aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Dieses Mal ordnete ein Richter dagegen an, die Täter in polizeilichen Gewahrsam zu nehmen – die meisten davon bis 4. November. Die Aktivisten hatten angekündigt, ihre Aktionen bis zu diesem Datum fortsetzen zu wollen.

Das ruft nun auch die Rathauspolitik auf den Plan, CSU-Vize Hans Theiss fordert in einer Anfrage die Stadtspitze zu einem raschen Handeln auf. „Die sogenannten Öko-Aktivisten sind eigentlich Öko-Kriminelle“, sagt Theiss. Der Zweck heilige eben nicht die Mittel. „Ich erwarte, dass sich gerade die Grünen öffentlich klar distanzieren. Klammheimliche Freude über Attacken auf Gemälde oder massive Behinderungen des Verkehrs halte ich für vollkommen inakzeptabel.“ Der Angriff auf BMW sei schärfstens zurückzuweisen. „Diesen ,Aktivisten‘ fehlt jeder Respekt vor der Industrie, die für den Wohlstand in unserer Stadt und unserem Land verantwortlich ist.“

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Rubriklistenbild: © Markus Götzfried

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