Angespannte Flüchtlingssituation

Asyl: Große Unterkunft in Warngau geplant? Landratsamt bestätigt Gespräche für VIVO-Grundstück

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Die Flüchtlingszuweisungen in den Landkreis Miesbach sind nach wie vor hoch (Symbolfoto).
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Um Geflüchteten ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, dreht das Landratsamt jeden Stein im Landkreis um. Jetzt ist auch eine Sammelunterkunft auf VIVO-Grund in Warngau im Gespräch.

Warngau – Um Geflüchteten ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, dreht das Landratsamt jeden Stein im Landkreis um. Dabei geht es längst nicht mehr nur um bestehende Gebäude, sondern auch um Grundstücke, auf denen sich Container oder Hallen aus Fertigteilen errichten lassen. „Es laufen viele Gespräche, Überlegungen und Planungen in alle Richtungen, die dann vielleicht konkret werden“, berichtet die Pressestelle des Landratsamtes auf Anfrage unserer Zeitung. Eins dieser möglichen Projekte ist nun – unter anderem aus dem Kreistagsumfeld –an die Öffentlichkeit gekommen: eine Sammelunterkunft auf einer Fläche des kommunalen Abfallentsorgungsunternehmens VIVO in Warngau.

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Landrat Olaf von Löwis befinde sich derzeit in „intensiven Gesprächen“ mit dem Landkreis-Tochterunternehmen, der Gemeinde Warngau und der Regierung von Oberbayern als Kostenträger. Gerüchte, wonach eine Leichtbauhalle für bis zu 500 Personen angedacht sei, wollte Pressesprecherin Sophie Stadler nicht bestätigen. Die Planungen seien noch nicht so weit fortgeschritten, um Angaben zu Größe und Umsetzungszeitpunkt machen zu können.

Landratsamt: „Mehrere große Sammelunterkünfte in den kommenden Monaten“

Fakt sei aber, dass aufgrund der schieren Menge an zugewiesenen Flüchtlingen und der vollständig erschöpften Unterbringungskapazitäten in den kommenden Monaten vermutlich „mehrere große Sammelunterkünfte“ errichtet werden müssten. Freilich sei dies suboptimal, was Integration und Privatsphäre anbelangt. Aber man sei längst über den Punkt hinaus, an dem man Gründe, die faktisch gegen jeden Standort sprechen würden, noch berücksichtigen könne. „Es geht nur noch darum, Geflüchteten überhaupt ein Dach über dem Kopf geben zu können“, betont Stadler. Und damit zu verhindern, dass die Menschen „im tiefsten Winter auf der Straße stehen“. Denn anders als andere Landkreise habe man leider keine Einrichtungen wie Fliegerhorste, Kasernen, Messegelände und nicht mal viele brach liegende Flächen, die man dafür nutzen könne.  

Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber bestätigt die Überlegungen des Landkreises, Asylbewerber auf dem Gelände der VIVO unterzubringen. „Letzte Woche hat dazu ein Gespräch stattgefunden.“ Konkretes kann auch Thurnhuber allerdings noch nicht berichten. Er habe den Sachverhalt so vernommen, dass der Landkreis nach Lösungen suche, um auf einem zentralen Platz größere Fortschritte bei der Unterbringung zu machen. Ziel sei es, die Turnhallen freizubekommen, was nicht nur im Interesse der Schulen sei, sondern auch sinnvoll für die Menschen, die dort wohnen.

Bevor die Stimmung kippt: Bürgermeister hofft auf Bund

Bewerten will Thurnhuber die Pläne des Landkreises nicht. „Ich wäre froh, wenn jemand da eine gute Idee hätte – aber ich hab’ sie nicht.“ Wenn vom Bund kein System komme, um den Zuzug besser zu steuern, sehe er eine „ganz schwierige Situation“ auf die Gesellschaft zukommen. Die Stimmung würde sich zunehmend verschlechtern. sg/nap

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