OB verschiebt plötzlich Abstimmung

Viktualienmarkt: Endlos-Ärger um Sanierung! „Scheitern schon an einem simplen Keller“

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Soll saniert werden: der Viktualienmarkt.
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Seit 16 Jahren wird die Sanierung des Marktes geplant. Nun wird die Entscheidung erneut vertagt. Händler kritisieren die Stadt scharf für das Hin und Her.

Seit 16 Jahren plant die Stadt München die Sanierung des Viktualienmarkts – jetzt gibt‘s die nächste Nachdenk-Schleife. Am morgigen Mittwoch sollte eigentlich der Stadtrat über die Sache entscheiden. Doch OB Dieter Reiter (SPD) hat das Thema von der Tagesordnung gestrichen. Der Plan war: Die Stadt baut ab 2027 unterm Areal beim Café Nymphenburg einen großen Keller mit Toiletten, Lager- und Personalräumen – die betroffenen Stände ziehen in Interimsbauten. Danach werden die übrigen Stände auf dem Markt saniert. Kosten: 20 Millionen Euro. Das ist jetzt erstmal vom Tisch.

Bei schönem Wetter: Das sind die schönsten Badestellen in und um München

Sunset over Feringasee, Golden sunset over Feringasee in munich - lake
Unweit von München liegt der Feringasee, er befindet sich nur rund einen Kilometer von Unterföhring entfernt und entstand zwischen 1974 und 1976. Rund um den See gibt es mehrere Liegeflächen, einen Beachvolleyballplatz und eine Gaststätte – und einen traumhaften Sonnenuntergang. © IMAGO / Dreamstime
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Aufgrund der Nähe liegt der See nur 40 Radl-Minuten von der Innenstadt entfernt – und allein die Strecke dorthin lohnt sich: durch den Englischen Garten, entlang der Isar und vorbei an Feldern. © IMAGO/ Westend61
In dem 32 Hektar großen See lässt es sich im Sommer gut baden oder Windsurfen. Neben den üblichen Angeboten wie Beachvolleyballfelder und Tischtennisplatten gibt es auch einen Fitness-Parcours sowie einen 2,6 Kilometer langen Jogging Trail rund um den Feringasee.
In dem 32 Hektar großen See lässt es sich im Sommer gut baden oder Windsurfen. Neben den üblichen Angeboten gibt es auch einen 2,6 Kilometer langen Jogging Trail rund um den Feringasee. © IMAGO/ Lackovic
Der Riemer See im Osten Münchens
Vom Norden Münchens springen wir in den Osten. Ebenfalls mit dem ÖPNV zu erreichen, ist der Riemer See. Von der Endstation der U2 (Messestadt Ost) ist es nur eine Viertelstunde zu Fuß zum kostenlosen Badesee. © Sven Hoppe/dpa
Der See wurde für die Bundesgartenschau 2005 künstlich angelegt.
Der See wurde für die Bundesgartenschau 2005 künstlich angelegt. „Er ist circa 700 Meter lang und etwa 150 Meter breit. Seine Tiefe beträgt bis zu 18 Meter“, heißt es auf der Seite der Stadt. © Sven Hoppe/dpa
Ein Rundweg führt für Spaziergänger um den See herum.
Ein Rundweg führt für Spaziergänger um den See herum. Nicht selten bekommt man dabei einen der Karpfen zu sehen. © tkip
Auch im Münchner Westen findet sich ein kostenloser Badesee.
Auch im Münchner Westen findet sich ein kostenloser Badesee. Der Lußsee gilt als einer der saubersten Seen Münchens. Im Sommer ist er mit dem Badebus vom S-Bahnhof Lochhausen aus gut zu erreichen. Gemeinsam mit Langwieder See und Birkensee bietet er ein abwechslungsreiches Badegebiet im Nordwesten. © Marc Müller/dpa
Im flachen Wasser können Kinder am Lußsee gut spielen, das gilt besonders am Nordwestufer.
Im flachen Wasser können Kinder am Lußsee gut spielen, das gilt besonders am Nordwestufer. © IMAGO / CHROMORANGE
Das Ostufer des Sees ist als Biotop gestaltet.
Das Ostufer des Sees ist als Biotop gestaltet. Auch für einen Spaziergang lohnt sich ein Besuch des Lußsees. © IMAGO / ZUMA Press Wire
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Ebenfalls beliebt bei Familien ist der Steinsee. Er liegt circa 23 Kilometer östlich von München in der Gemeinde Moosach (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Münchner Stadtteil).  © IMAGO/SVEN SIMON
Der Steinsee gilt als einer der wärmsten Deutschlands.
Laut der Stadt München gilt der Steinsee als einer der wärmsten Seen Deutschlands. Zudem ist er für seine gute Wasserqualität bekannt. © IMAGO / Wolfgang Maria Weber
Am Steinsee gibt es ein Familien- und Strandbad, welches allerdings kostenpflichtig ist.
Am Steinsee gibt es ein Familien- und Strandbad, welches allerdings kostenpflichtig ist. Am Süd-Ufer können Ausflügler ohne Eintritt ins Wasser springen. Surfbretter, Luftmatratzen und Schlauchboote müssen jedoch zuhause bleiben. © IMAGO/Sven Simon
Bei vielen Münchner ist im Hinblick auf eine Abkühlung die Isar die erste Wahl.
Bei vielen Münchner ist im Hinblick auf eine Abkühlung die Isar die erste Wahl. An zahlreichen Stellen lässt sich an Münchens Fluss ideal entspannen. Zum Beispiel im Süden an der Marienklause. © IMAGO/Lindenthaler
Auch mitten in der Stadt gibt es zahlreiche Bademöglichkeiten an der Isar.
Auch mitten in der Stadt gibt es zahlreiche Bademöglichkeiten an der Isar. Die Praterinsel ist dabei nur eine von vielen. © IMAGO/Michael Nguyen
Einer der beliebtesten Treffpunkte ist die Wiese bei der Wittelsbacher Brücke.
Einer der beliebtesten Treffpunkte ist die Wiese bei der Wittelsbacher Brücke. Hier tummeln sich bei schönem Wetter vor allem junge Münchner. © Alexander Pohl/Imago
Der „Flaucher“ ist wohl eine der beliebtesten Stellen an der Isar.
Der „Flaucher“ ist ebenfalls sehr beliebt bei den Einheimischen. „Mit Flussrinnen, dynamischen Kiesbänken und Schwemmholz macht die Isar am Flaucher ihrem Charakter als Wildwasserfluss alle Ehre“, so beschreibt die Stadt München den Abschnitt der Isar. Hier darf gegrillt, gebadet und gesonnt werden. An einigen Abschnitten auch nackt. © IMAGO / Wolfgang Maria Weber
Wer es etwas ruhiger möchte, ist mit den Badestellen am Oberföhringer Wehr gut bedient.
Wer es etwas ruhiger möchte, ist mit den Badestellen am Oberföhringer Wehr gut bedient. Von der Innenstadt aus sind es knapp sechs Kilometer mit dem Radl, der Weg dorthin führt durch den Englischen Garten. © IMAGO/Sven M Prager
Welcher See bei den schönsten Badestellen nicht fehlen darf, ist der Tegernsee.
Welcher See bei den schönsten Badestellen nicht fehlen darf, ist der Tegernsee. Zahlreiche Badestrände (wie hier in Rottach-Egern) laden zum Baden ein. © IMAGO/Ulrich Wagner
Am Tegernsee sind im Sommer auch viele Stand-up-Paddler unterwegs. Der See rühmt sich mit seiner hervorragenden Wasserqualität.
Am Tegernsee sind im Sommer auch viele Stand-up-Paddler unterwegs. Der See rühmt sich mit seiner hervorragenden Wasserqualität. © IMAGO/SVEN SIMON
Rund 40 Kilometer entfernt von München liegt der Ammersee.
Rund 40 Kilometer entfernt von München liegt der Ammersee. Er gilt ebenfalls als beliebtes Ausflugsziel im Umland und eignet sich bestens zum Schwimmen. An vielen Stellen führt ein Steg ins Wasser. © IMAGO / Panthermedia
Biergärten am Seeufer laden zum Mittagessen ein.
Biergärten am Seeufer (hier bei Stegen) laden zum Mittagessen ein. © IMAGO / Leonhard Simon
Ein gutes Stück vor dem Ammersee liegen drei weitere, kleinere Seen.
Ein gutes Stück vor dem Ammersee liegen drei weitere, kleinere Seen. Der kleinste ist der Weßlinger See. Nur eine halbe Stunde von München entfernt. © IMAGO / Depositphotos
Der See bietet Badespaß für Groß und Klein. Innerhalb einer knappen Stunde können Spaziergänger den See umrunden.
Der See bietet Badespaß für Groß und Klein. Innerhalb einer knappen Stunde können Spaziergänger den Weßlinger See umrunden. © IMAGO / Westend61
Der Heimstettener See bei Feldkirchen entstand in den Jahren 1937/1938 durch die Kiesentnahme der Deutschen Reichsbahn.
Der Heimstettener See bei Feldkirchen entstand in den Jahren 1937/1938 durch die Kiesentnahme der Deutschen Reichsbahn. Heute ist er ein beliebter Badesee. © IMAGO / Stefan M Prager
Eine große Liegewiese lädt zum Verweilen ein.
Eine große Liegewiese lädt zum Verweilen ein. Besucher erreichen den Badesee mit dem Auto oder mit der S2 (Station: Feldkirchen). © IMAGO / Lackovic

Stillstand bei den Standln! Grund: das Geld! Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) will „im Hinblick auf die aktuelle Haushaltslage“ die Sanierungsmaßnahmen „noch einmal hinsichtlich Optimierungsmöglichkeiten prüfen“ lassen. Dietl: „Wir nutzen jetzt die Sommermonate, um die erforderlichen Mittel verlässlich einzuplanen – auch im Interesse des Marktes. Dies war bis zur Vollversammlung am Mittwoch nicht möglich, daher die Verzögerung bei der Beschlussfassung. Da der eigentliche Haushalt ohnehin erst zum Jahresende aufgestellt wird, bedeutet die Vertagung keine Verschleppung der eigentlichen Sanierung, sondern nur ihre hieb- und stichfeste Absicherung.“

Viktualienmarkt München: Kaufleute-Sprecher klagt über die Sanierungs-Pause

Marktkaufleute-Sprecher Marco Stohr fürchtet einen Sanierungs-Stopp.

Bei Marktkaufleute-Sprecher Marco Stohr ist die Stimmung im Keller: „Ich befürchte, dass das Thema nicht mehr verfolgt wird und irgendwann versickert“, sagt er auf Anfrage „Dabei brauchen wir diesen großen Keller unbedingt! Am besten gleich, denn der Bedarf an Toiletten, Lager oder Personalräumen wird in Zukunft sogar steigen.“ Dass so etwas nach so langer Planung passiert, kann Stohr nicht verstehen: „16 Jahre Planung sind vom Tisch – eine Steuerverschwendung ohne Ende! Was ist nur aus diesem Land geworden: Wir scheitern schon an einem simplen Keller?“

Chaos bei der Sanierung: Eine Händler sind sogar gegen den Groß-Keller

Elke Fett will eine ganz andere Sanierung als von der Stadt angedacht.

Aber: Die Händler sind sich auch nicht einig. Stohrs Sprecher-Vorgängerin Elke Fett hat einen Gegen-Plan in den Ring geworfen – kein Wunder: Sie wäre mit ihrem Duftstandl vom Keller-Bau betroffen und müsste wie die anderen betroffenen Händler für rund zwei Jahre in ein Interimsstandl umziehen. Fetts Vorschlag: „Es wird Stand für Stand, schrittweise und nach festem Zeitplan saniert.“

Für CSU-Stadtrat Andreas Babor ist die neue Verzögerung eine finanzielle Katastrophe: „Durch dieses ständige Aufschieben wird es immer teurer. Die Stadt muss endlich ein Konzept mit den Händlern abstimmen und endlich anpacken!“

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