Vorsitzende dankt Vereinsmitgliedern

„Nicht aus Geldgeilheit Gäste in Gefahr bringen“: SC Oberhummel sagt beliebtes Waldfest ab

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Das Waldfest Oberhummel 2020 wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt.
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Der SC Oberhummel hat jetzt die Reißleine gezogen: Der Verein hat sein beliebtes Waldfest abgesagt. Die Vorsitzende richtet derweil einen großen Dank an die Mitglieder.

Oberhummel – Es ist der jährliche Höhepunkt im Vereinsleben und gleichzeitig das Aushängeschild des SCO: das Waldfest in Oberhummel. Nun fällt auch diese für Mitte Juli geplante Großveranstaltung, die bei Einheimischen wie Auswärtigen enorme Beliebtheit genießt und für den Sportclub eine tragende finanzielle Säule bedeutet, der Corona-Pandemie zum Opfer. „Schweren Herzens und nach langem Hin und Her wurde heute entschieden, dass unser geliebtes Waldfest dieses Jahr ausfällt“, verkündete der Verein am Donnerstag via Facebook.

Sandra Jenuwein (35), Vorsitzende des SC Oberhummel.

Für die Vorsitzende des SCO, Sandra Jenuwein, war die Entscheidung alternativlos: „Es gab schon vor Corona enorm viele Auflagen zu erfüllen“, holt sie im Gespräch mit dem FT aus. Mit den zusätzlichen Hygienevorschriften wäre das Fest nicht mehr stemmbar gewesen, so die 35-Jährige. „Wir wollen uns außerdem keine Besucher vergraulen, weil wir wegen einer beschränkten Gästeanzahl vielleicht irgendwen nicht mehr reinlassen dürfen.“ Da ältere Generationen mit zum Hauptklientel gehörten, „und diese Menschen aus Angst vor einer Ansteckung überhaupt nicht gekommen wären, wollten alle absagen“, berichtet Jenuwein von den internen Beratungen.

Vereinsspitze möchte in der Corona-Krise Vorbild sein

Dazu seien noch weitere Hürden zu erwarten gewesen: Auf den Ochs am Grill etwa, eines der Alleinstellungsmerkmale der Großveranstaltung, hätte man verzichten müssen. „Der Gastronom, der den Ochsen grillt, hat uns schon mitgeteilt, dass er keine Aufträge wahrnimmt.“ Der wesentlichste Punkt für die Entscheidung sei jedoch das Verantwortungsbewusstsein im Verein gewesen, sagt die SCO-Chefin: „Wir sollten uns alle an die Regeln halten und möchten Vorbild sein. Was, wenn am Ende jemand erkrankt? Wir werden nicht aus Geldgeilheit unsere Gäste in Gefahr bringen.“

Dicht an dicht Geselligkeit genießen: Szenen wie diese aus 2018 wird es heuer in Oberhummel nicht geben. Das Waldfest fällt wegen Covid-19 flach.

Stichwort Geld: Für den SC Oberhummel bedeutet die Absage des Waldfests herbe Einbußen – und das in Zeiten, in denen ohnehin finanzielle Herausforderungen zu stemmen sind. Wie in der Jahreshauptversammlung im März zur Sprache kam, hatte unter anderem der Stockschützenhallen-Anbau erstmals seit Jahren zu einem Defizit in der Kasse geführt, wenn auch in moderatem Umfang. Das Waldfest ist nach dem „Waldbar-Cup“ und dem Hunde-Agility-Wochenende bereits die dritte abgesagte Veranstaltung des SCO. 

SC Oberhummel: „Extreme Einbußen, aber keine Vollkatastrophe“

Sandra Jenuwein gibt allerdings Entwarnung: „Wir haben extreme Einbußen, aber es ist keine Vollkatastrophe. Wir stehen als Verein trotzdem gut da.“ Man werde von der Gemeinde stark unterstützt, außerdem habe man mit den örtlichen Betrieben und Unterstützern aus den eigenen Reihen engagierte und zuverlässige Kräfte. „Das fängt viel auf.“

In der schweren Zeit schöpft die Vorsitzende auch aus der Treue der Mitglieder Kraft: „Ich bin stolz, dass wir zum Beispiel in der Gymnastik-Abteilung Leute haben, die alle ihren Jahresbeitrag zahlen. Da gibts keinen, der sagt: ,Spinnt ihr, ich möchte mein Geld zurück!‘ Die wissen: Wir dürfen aktuell nichts machen.“ Es herrsche auf allen Ebenen großes Verständnis. Und die Vorsitzende will das Vereinsjahr auch noch nicht komplett aufgeben. Jenuwein: „Wir hoffen natürlich, dass wenigstens solche Dinge wie die Christbaumversteigerung wieder stattfinden können.“

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