Verein feiert sein 40-jähriges Bestehen

Schafzüchter und ihr wolliges Hobby

+
Zurück von der Sommerweide: Diese Schafherde ist am Wochenende vom Schafreuter ins Tal marschiert.

Kein Wunder, dass Schafe so beliebt sind: Sie spenden wärmende Wolle, aus ihrer Milch wird delikater Käse gemacht, und sie sind entgegen dem Klischee alles andere als dumm. Der Schafhalterverein Bad Tölz-Wolfratshausen feiert jetzt 40. Geburtstag.

Lenggries/Prien – Es gibt Freizeitbeschäftigungen – Lesen, Kochen, Sport – denen gehen viele Menschen nach. Schafe zu halten, ist jedoch eher ungewöhnlich. Barbara Aufenanger praktiziert dieses Hobby, sie ist Mitglied im Schafhalterverein Bad Tölz-Wolfratshausen, der am kommenden Wochenende sein 40-jähriges Bestehen feiert.

Die 60-Jährige hat selbst acht Schafe und mag alles, was mit den Tieren zusammenhängt. Nur die Milch schmeckt ihr so nicht. „Aber als Käse“, ergänzt sie. „Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Schafen“, sagt Aufenanger. Die 60-Jährige lebt zwar in Prien, war aber früher im Landkreis ansässig und ist deswegen auch noch Schriftführerin beim Schafhalterverein Bad Tölz-Wolfratshausen. Über Schafe weiß sie einiges zu berichten, zum Beispiel: „Schafe können keinen Krebs bekommen.“ Die Tiere scheinen dagegen gefeit zu sein.

Lesen Sie auch: Mittenwalder ist seit 26 Jahren Alm-Hirte - ein Unglück hat ihn geprägt

Die Wolle ihrer Schafe spinnt Aufenanger zu Garn und verarbeitet sie zu Socken oder Pullovern. „Ich bin Selbstverarbeiterin, spinne und färbe die Wolle selbst“, sagt Aufenanger. Manchmal färbe sie mit Drogeriefarben, manchmal mit Färbemitteln aus der Natur. „Mit Walnuss färbt man braun, mit Birkenrinde gelb-grün.“ Mit den Eigenschaften von echter Schafwolle könne Mikrofaser nicht mithalten: „Sie ist antibakteriell und müffelt nicht. Und sie kann zu 30 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen und wärmt immer noch“, schwärmt Aufenanger.

Lesen Sie auch: Elektronische Kuhglocken sollen Almhirten helfen

Sie selbst habe einen Filzhut, mit dem sei sie vor einiger Zeit zwei Stunden durch starken Regen gewandert. Der Hut sei gänzlich durchnässt gewesen. Ihre Haare hingegen blieben trocken und ihr Kopf warm. „Selbst wenn Schafwolle klamm und durchfeuchtet ist, wärmt sie immer noch.“ Zudem hätten die Fasern natürliche Antischmutzeigenschaften.

Im Verein treffen sich die Mitglieder alle zwei Monate zum Stammtisch in Bad Tölz. Zwischendurch gebe es gemeinsame Ausflüge, „natürlich immer mit Schaf-Bezug.“ Frauen gebe es im Verein nur wenige. „Von 83 Mitgliedern im Verein sind es nur zirka 15 Frauen“, sagt Aufenanger.

Lesen Sie auch: Vandalismus: Zwei Motorräder in eine Schlucht geschleudert

Der Schafhalterverein Bad Tölz-Wolfratshausen feiert am Wochenende sein 40-jähriges Bestehen mit einer Schafprämierung. „Dabei wird geschaut, ob das Schaf dem Rasse-Ideal entspricht“, sagt Aufenanger. Körperbau, Klauen, Färbung und Wolle werden begutachtet. Bei der Veranstaltung am Lenggrieser Festplatz zeigen die Vereinsmitglieder auch, wie man Schafwolle selber spinnt, ein Schäferwagen werde ausgestellt, und verschiedene Schafrassen seien zu begutachten. Zudem werden einige Schafprodukte angeboten, wie Seife und Grillspezialitäten. Kinder können sich im Filzen probieren. Aufenanger: „Für Familien und Kinder ist es ein tolles Event.“

Schafhalter-Fest

Der Schafhalterverein Bad Tölz-Wolfratshausen feiert am Sonntag, 7. Oktober, ab 9.30 Uhr sein 40-jähriges Bestehen auf dem Festplatz Lenggries mit einer Schafprämierung. Um 13 Uhr steht die Preisverteilung und die Ehrung der Gründungsmitglieder an. Anschließen gemütlicher Ausklang mit Musik. Es gibt einen Stand mit Grillspezialitäten und Schafprodukten.

Nora Linnerud

Kommentare