- VonWolfgang Schörnerschließen
Seit etwa zwei Monaten speisen die zwei neuen Solarparks in Penzberg Strom ins Netz - es läuft besser als erwartet. Am Montag wurde die offizielle Einweihung mit einem Festakt nachgeholt.
Penzberg – Seit knapp über zwei Monaten liefern die beiden neuen Solarparks an der Staatsstraße Penzberg-Bichl Strom. Rund 440 000 Kilowattstunden wurden bis heute produziert. Das ist etwas mehr als prognostiziert, was laut Stefan Fußeder an den zuletzt relativ vielen wolkenfreien Tagen liegt. Fußeder ist Projektingenieur bei dem Münchner Unternehmen Vispiron. Das Unternehmen hat zusammen mit den Penzberger Stadtwerken die zwei Solarparks für rund 1,5 Millionen Euro gebaut. Beide betreiben die Anlagen gemeinsam. Am Montag wurde nun bei einem kleinen Festakt auch offiziell der Schalter umgelegt.
Stadtwerke und Vispiron hatten sich für die Einweihung einen geeigneten Tag ausgesucht. Denn am Montag veröffentlichte der Weltklimarat auch seinen Sonderbericht, demzufolge die Klimaveränderung schneller als angenommen voranschreitet. Darin stehe aber auch, dass die Menschheit das Heft des Handelns noch in der Hand halte, sagte Vispiron-Geschäftsführer Florian Schönberger – womit er auf die zwei Penzberger Photovoltaik-Parks zu sprechen kam. Die Energiewende, sagte er, bestehe aus einer Vielzahl lokaler Projekte. „Global denken, lokal handeln – so wurde damit in Penzberg umgegangen“, lobte Schönberger.
Dass es für Windkraft in der Penzberger Region kaum Chancen gibt und die Wasserkraft so gut wie ausgereizt ist, sagten Bürgermeisterin Elke Zehetner und Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer. „Bleibt die Solarkraft übrig“, so Vilgertshofer. Die Leistung der zwei Anlagen, zusammen 1,5 Megawatt, reicht aus, um fast 500 Vier-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen. Zur Veranschaulichung: Das entspricht etwa der Hälfte des Ortsteils Steigenberg. Tatsächlich wird der Strom in die nahe Mittelspannungsleitung der Bayernwerk-AG eingespeist, die nach Penzberg führt.
Zehetner äußerte die Idee, Schulklassen über das Gelände zu führen, um ihnen diese Form der Energieerzeugung zu zeigen. Womöglich erhält der Solarpark in Zukunft aber auch noch andere Besucher. Man werde versuchen, so Schönberger, das Gelände mit Schafen zu beweiden, um das Gras kurz zu halten. Im Herbst soll zudem damit begonnen, die Solarparks mit einer bis zu drei Meter hohen Hecke einzugrünen.