Hinterfüllte Mauern, eine mächtige Terrasse und mehr: Was Walter de Alwis auf seinem Grundstück gemacht hat, findet das Rathaus wenig erbaulich.
Schliersee – Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, über Baurecht schon etwas weniger. Folgerichtig hat der Schlierseer Bauausschuss unabhängig vom persönlichen Gefallen oder Nichtgefallen die gärtnerische Gestaltung, die sich Walter de Alwis hatte einfallen lassen, abgelehnt. Wie es auf dem Grundstück des Inhabers mehrerer Gästehäuser in Schliersee (Prinzenweg, Schlierseer Hof) weitergeht, ist derweil unklar. Der Ausschuss will sich erst mal vor Ort ein Bild machen. Wie so oft ist – wenigstens zum Teil – schon gebaut, was jetzt als Antrag auf den Ratstisch kam.
Eine gewissen Exklusivität kann man de Alwis’ Gartengestaltung sicher nicht absprechen. Terrassenartig angeordnete Stützmauern unterschiedlichster Gestaltung: So etwas gibt es in Schliersee kein zweites Mal. Nach Auffassung der Kommunalpolitik aus gutem Grund. Er selbst, so berichtete Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer im Ausschuss, habe den Bauherrn gefragt, wie vom Tal aus der Schliersberg aussähe, würde jeder Hauseigentümer dort de Alwis’ Beispiel folgen. „Dann sieht man von unten nur noch Mauern.“ Das will die Schlierseer Gemeindepolitik natürlich nicht und versucht das unter anderem mit der örtlichen Gestaltungssatzung zu verhindern. Und gegen dieses Regelwerk verstößt so manches, was an der Waldschmidtstraße gewollt oder schon passiert ist.
Die Liste der Beanstandungen ist lang und unterteilt sich auf vier Bauanträge. Am augenfälligsten sind dabei die besagten Stützmauern – die Verwaltung ist beim Zählen auf „etwa 15“ gekommen – mitsamt Hinterfüllung. „Der natürliche Geländeverlauf wurde vollständig verändert“, hieß es im Sachvortrag. Dies lasse sich mit dem Ziel der Gestaltungssatzung, nämlich „der Erhaltung der Kulturlandschaft des Oberlandes“ nicht in Einklang bringen – und zwar „in keinster Weise“. Kühn auch, was oben passiert ist. Dank einer etwa 27 Meter langen und bis zu 3,60 Meter hohen Stützmauer ist ein Plateau entstanden – stattliche 150 Quadratmeter groß. Vergleichsweise harmlos der Wintergarten, der in Sachen Dachneigung, Material (Stahl statt Holz) und Fensterflächen von der Gestaltungssatzung abweicht. Darüber hinaus beantragt war der Einbau von Dachfenstern, wobei die Bauverwaltung mehr vorhandene gezählt hat als beantragt waren. Alle Anträge lehnte der Bauausschuss ab, auch einen Carport auf der Nordseite. Eine etwas kleinere Planung könne vielleicht befürwortet werden, so der Tenor.
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Wie Schnitzenbaumer auf Anfrage mitteilt, habe es mit de Alwis schon Gesprächstermine in größerer Runde gegeben – offenbar ohne Erfolg. Der Bauherr mauert wohl – im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Der Bauausschuss möchte sich das Grundstück nun ansehen und dann entscheiden, bei welchen Maßnahmen er mitgehen kann und bei welchen nicht. Gerhard Krogoll (CSU) meinte zum Beispiel: „Das ist jetzt begrünt und schaut schon harmloser aus.“ Und Wolfgang Schauer (Ausschussgemeinschaft) vermisste ein „Gesamtkonzept“ für das Gelände.
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