Miesbach überlegt noch, Schliersee hat bereits Nein gesagt. Der Idee einer Sicherheitswacht kann der dortige Gemeinderat wenig abgewinnen. Einige sind sogar richtig empört.
Schliersee - Im Jahr 2011 hatte Schliersee eine Sicherheitswacht noch befürwortet, der neuerliche Versuch von Innenministerium und Polizei, quasi den Bürger auf Streife zu schicken, erntete neun breite Ablehnung. Nur vier Schlierseer Gemeinderäte (aus der CSU) wollten den vor sechs Jahre gefassten Beschluss, eine Sicherheitswacht einzurichten, erneuern. Die Schlierseer setzen lieber auf echte Polizei und privaten Sicherheitsdienst.
Wie berichtet, hatte sich der Miesbacher Stadtrat zuvor mit der Frage nach einer Sicherheitswacht befasst – noch ohne einen Beschluss zu fassen. Aus einem angedachten Verbund Miesbach-Schliersee-Hausham wird in dieser Form zumindest nichts. Wobei Hausham eine Sicherheitswacht schon 2011 abgelehnt hatte. Eine neuerliche Behandlung im Gemeinderat steht dort noch aus.
Deutlich fiel das Nein zum Beispiel bei Gerhard Waas (Grüne) aus. „Die Politik vermittelt hier ein verheerendes Bild.“ Die Polizei auf dem Land werde ausgedünnt, gleichzeitig würden die Aufgaben zunehmen. Dass hier gerade mal 30 Stunden lang ausgebildete Helfer quasi in die Bresche springen sollen, sei ihm zu billig, sagte Waas. Florian Guggenbichler (Die Schlierseer) berichtete von eigenen Beobachtungen, wonach selbst Polizisten es nicht leicht hätten, sich durchzusetzen. „Die Leute haben oft null Respekt.“
CSU-Fraktionssprecher Florian Zeindl wollte zumindest auf einen Versuch ankommen lassen. Die Sicherheitswacht solle die Polizei schließlich nicht ersetzen, sondern unterstützen. „Mindestens einmal pro Jahr diskutieren wir über den Kurpark“, erinnerte Zeindl. An Alkohol-, Grill- und Badeverbot wird sich dort oft ebensowenig gehalten wie das Anleingebot für Hunde beachtet. Schliersee beauftragt daher schon seit Jahren einen privaten Sicherheitsdienst, der ein Auge auf die Regeln hat. Dies geschieht je nach prognostiziertem Bedarf, zum Beispiel an schönen Wochenenden.
Was das allgemeine Sicherheitsgefühl betrifft, so glaubte zum Beispiel Zeindl nicht, „dass die Leute in Schliersee in großer Angst leben“. Robert Mödl (Die Schlierseer) dachte derweil laut darüber nach, ob die Schlierseer die Nachbarschaft wieder besser pflegen sollten – nicht im Sinne einer Kontrollfunktion, sondern gegenseitiger Fürsorge.