Vor den Augen ihres Mannes

Brecherspitz: Wanderin (60) stürzt ab - schwer verletzt

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An der Brecherspitz ist am Sonntag eine 60-jährige Urlauberin verunglückt.

Schliersee - Vor den Augen ihrer Begleiter ist eine 60-jährige Urlauberin aus Unterfranken am Sonntag an der Brecherspitz verunglückt. Ihre Verletzungen sind massiv.

Wie die Bergwacht Schliersee mitteilt, hatte sich die Wandergruppe aus Unterfranken, die derzeit in einem Ferienheim am Spitzingsee Urlaub macht, am Sonntag bei strahlendem Wetter auf den Weg zur Brecherspitz gemacht. Die Bergwanderer nahmen den „Normal-Weg“ über die Obere Firstalm zum Vorgipfel. Auf dem letzten, ausgesetzten Wegstück - wo vor gut zwei Jahren ein tödlicher Unfall geschah -  ereignete sich gegen 12.15 Uhr das Unglück: Eine 60-Jährige stolperte auf dem mit einem Drahtseil gesicherten Grat, konnte sich nicht mehr halten und stürzte ca. 150 Meter tief in die steile und gerölldurchsetzte Südflanke der Brecherspitz. Der Ehemann, der vorangegangen war, musste dem Absturz hilflos zusehen.

Zwei junge Bergwanderer, die nach der Gruppe auf dem Weg zum Gipfel waren, alarmierten sofort die Rettungsleitstelle, stiegen zu der Schwerverletzten ab, leisteten Erste Hilfe und bewahrten sie vor einem weiteren Abrutschen. Günter Riedl, Einsatzleiter der Bergwacht, forderte sofort einen Hubschrauber an. Kurz darauf wurden vor dem Bergwacht-Stützpunkt „Besenreiser-Hütte“ am Stümpfling-Parkplatz zwei Schlierseer Bergwachtler vom Rettungshubschrauber „Christoph Murnau“ aufgenommen und per Seilwinde an der Unfallstelle abgesetzt. Den Bergrettern bot sich ein schreckliches Bild: Die sportliche 60-Jährige hatte durch den Sturz einen offenen Unterschenkelbruch, einen Oberschenkelbruch sowie Wirbelsäulen- und schwere Kopfverletzungen erlitten. Angesichts des steilen Geländes war die planmäßige Versorgung dieser lebensgefährlichen Verletzungen zu riskant. Deshalb entschloss sich der Hubschrauber-Notarzt zu einem schnellen Hubschrauber-Transport zur „Besenreiser-Hütte“.

Dort wurde die Verunglückte durch eine Zwischenbehandlung soweit stabilisiert, dass ein Weitertransport in die Unfallklinik Murnau möglich wurde. Die traumatisierten Mitglieder der Wandergruppe wurden durch zwischenzeitlich aufgestiegene Bergwachtmänner und Mitglieder des Krisen-Interventions-Teams (KIT) betreut und ins Tal begleitet. „Wir hoffen, dass die Frau trotz ihrer schweren Verletzungen überlebt“, sagte der Schlierseer Bergwacht-Einsatzleiter. Wie die Polizei Miesbach auf Nachfrage am Montagmittag mitteilt, ist derzeit nichts Neues über den Gesundheitszustand der Verunglückten bekannt.

mm

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