VonSilke Schederschließen
Ein Küchengerät hat vermutlich den Brand ausgelöst, der einen 80-jährigen Tölzer vor wenigen Tagen das Leben gekostet hat. Das teilt das Polizeipräsidium Oberbayern auf Nachfrage mit. Ein Rauchmelder hätte Unglück wohl verhindern können.
Bad Tölz – Wie berichtet hatten Angehörige am Freitagvormittag die Rettungskräfte informiert, weil sie seit Tagen keinen Kontakt zu dem Mann hatten aufnehmen können. Polizei und Feuerwehr öffneten die Türe des Reihenhauses in der Karwendelsiedlung und stellten fest, dass es offenbar zu einem Brand gekommen war, der nicht nach außen gedrungen und deshalb von niemandem bemerkt worden war. Wie kann das sein? Darüber sprach Kurier-Redakteurin Silke Scheder mit Kreisbrandrat Alfred Schmeide.
Herr Schmeide, wie kann es sein, dass die Flammen nicht auf andere Wohnungen übergegriffen haben?
Es gibt mehrere Möglichkeiten. Die Häuser sind heute relativ dicht gebaut. Wenn alle Fenster geschlossen sind, erlischt das Feuer irgendwann wegen Sauerstoffmangels. Oder die Temperatur ist nicht hoch genug. Andere Gegenstände im Raum entwickeln in diesem Fall keine entzündlichen Gase. Eine Möglichkeit ist auch, dass die Menge an brennbaren Stoffen einfach irgendwann zu Ende ist.
Hätten die Nachbarn nichts riechen müssen?
Nicht zwangsläufig, eben weil die Häuser so dicht sind. Wenn zwischen dem Brandort und dem Eingang ein oder zwei Zimmertüren waren, kann es gut sein, dass nichts zu riechen war.
Haben Sie so etwas schon einmal erlebt?
Ja, vor ein paar Jahren hatten wir in Lenggries einen ähnlichen Fall. Eine ältere Dame hatte eine eingeschaltete Heizdecke im Bett, die in Brand geraten ist. Auch hier ist das Feuer irgendwann von selbst ausgegangen. Die Frau wurde später tot gefunden.
Wie hätten diese beiden Unglücke vermieden werden können?
Durch private Rauchmelder. Die sind inzwischen eigentlich ohnehin Pflicht. Ich empfehle, in jedem Zimmer einen davon aufzuhängen. Die kosten nicht viel und man ist auf der sicheren Seite.
Haben solche Rauchmelder im Landkreis schon Schlimmeres verhindert?
Ja. Es rufen häufiger Leute bei der Leitstelle an, die sagen: ,Beim Nachbarn piepst was.‘ Vor einigen Jahren haben wir daraufhin eine Wohnung in Lenggries gewaltsam geöffnet und zwei Personen schlafend auf dem Sofa vorgefunden – in einer komplett verrauchten Wohnung!
Bestand Lebensgefahr?
Allerdings. Man riecht im Schlaf nichts. Schon wenige Atemzüge des giftigen Brandrauches reichen oft schon aus und man wird bewusstlos. Die meisten verbrennen nicht, sondern ersticken an den giftigen Rauchgasen.
