VonChristiane Mühlbauerschließen
Der Breitbandausbau in Benediktbeuern kommt weiterhin nur schleppend voran. Vermutlich wird er erst 2019 abgeschlossen sein. Die Gemeinde bedauert das.
Benediktbeuern – Grund für die Verzögerung ist die Überlastung der Telekom beziehungsweise die Tatsache, dass das Unternehmen durch die kommunalen Förderprogramme so viele Aufträge an Land gezogen hat, dass man kaum Firmen findet, die die Aufträge zügig umsetzen können (wir berichteten). Nun wird deutlich, dass es sich in Benediktbeuern noch länger hinziehen wird als ursprünglich geplant. Vermutlich wird das Netz erst Mitte 2019 stehen. „Das ist sehr ärgerlich, aber leider nicht zu ändern“, sagt Bürgermeister Hans Kiefersauer, der in seiner Verwaltung immer wieder mit Fragen von Bürgern konfrontiert wird. Kiefersauer versucht, der Sache etwas Gutes abzugewinnen: „Wir sind froh, dass das Förderprogramm so lange läuft. Denn alleine hätten wir diesen großen Ausbau nicht stemmen können.“
Der „große Ausbau“ bedeutet, dass die Bürger im Dorfkern-Gebiet statt bislang mit rund 30 Mbit/s dann mit 100 Mbit/s surfen können, in den „Außenbereichen“ (siehe Karte) sogar mit 200 Mbit/s. Die Gemeinde profitiert von zwei Förderprogrammen, nämlich vom Freistaat und vom Bund. Den Beschluss fasste der Gemeinderat im August 2015. Erst im Dezember 2016 wurde dem Bürgermeister dann der Förderbescheid des Freistaats überreicht, damals von Markus Söder als Finanzminister. Wenige Tage später, kurz vor Weihnachten 2016, unterzeichnete Kiefersauer den Vertrag mit der Telekom. Das Unternehmen ist eigentlich verpflichtet, den Vertrag innerhalb eines Jahres zu erfüllen. Doch Papier ist bekanntlich geduldig.
Im September 2017 wurde bekannt, dass die Bauarbeiten erst im Spätherbst 2017 starten können. Man könne den Unmut nachvollziehen, sagte damals Telekom-Pressesprecher Markus Jodl auf Anfrage unserer Zeitung. Der Markt der Tiefbaufirmen sei „leergefegt“. Kern des Problems sei auch, dass die Telekom häufig die einzige Firma war, die sich überhaupt um Aufträge auf dem Land bemüht habe, und folglich als einziger Bewerber fast immer zum Zug kam. „Die Aufträge sind wie eine Welle über uns reingeschwappt.“
Den Auftrag neu auszuschreiben, ergibt für die Gemeinde bei laufendem Vertrag und zugesagten staatlichen Fördermitteln keinen Sinn – zumal unsicher ist, ob sich überhaupt ein anderes Telekommunikationsunternehmen findet. „Wir bedauern die Situation und verstehen, dass die Bürger sich ärgern“, sagt Kiefersauer.
Immerhin steht fest, wie in den kommenden Monaten gearbeitet wird: Im August sind das Ludlmühlstraße und Sommerkellerweg, im September folgen Laingrubenweg sowie Benediktenwand- und Schwimmbadstraße. Für Oktober hat man sich Bonifatius- und Glaswandstraße, Gasse, Rabenkopf- und Hirschenweg sowie Kirchstein- und Langenwalterstraße vorgenommen. Im November sind Mondscheinweg, Georg-Merz-Straße, Lorenz-Höck-Straße, Dorfstraße und Schäfflerweg dran, und im Dezember werden Restarbeiten erledigt.
Vor wenigen Tagen gab es im Rathaus eine Besprechung mit der Telekom, welche Firma die Subarbeiten für die Hausanschlüsse durchführen wird. Alle Hauseigentümer, die noch einen geförderten Anschluss beantragen möchten, müssen sich direkt mit der Telekom in Verbindung setzen.
Einen Musterantrag für den Hausanschluss stellt die Gemeinde im Internet bereit: www.benediktbeuern.de/fileadmin/PDF/Gemeinde/Breitband/Antrag_Anschluss.pdf
