Lob für Söder

Buhrufe gegen Ampel: Gegenwind für Scholz bei Bayern-Besuch

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Vom Auftritt des Bundeskanzlers am Samstag in Nürnberg hätten sich die fränkischen Genossen sicher mehr Rückenwind für ihren bayerischen Spitzenkandidaten versprochen.

Nürnberg - Trotz mieser Umfragewerte holt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seinem Wahlkampfauftritt am Samstag in Nürnberg nicht die politische Brechstange heraus. Mit Angriffen  gegen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in dessen Heimatstadt und Machtzentrale hält sich Scholz jedenfalls trotz des drohenden Wahldebakels der bayerischen Genossen am 8. Oktober überraschend vornehm zurück.

Scholz-Besuch in Nürnberg: Markige, aber wirkungsfreie Spitzen gegen Söder

Die wenigen Giftpfeile trägt Scholz eher pflichtschuldig als angriffslustig vor. Scholz tituliert Söder beispielsweise als Spitzenreiter nicht erledigter Ankündigungen. Motto: Markig, aber wirkungsfrei.  Söder habe außerdem jede Woche nicht nur einen neuen Plan, sondern schlage auch eine neue Richtung ein. „Das klingt zwar nach Führung, ist aber keine.“ So weit, so zahm. Da ist Söder wahrscheinlich von seinen Parteifreunden schlimmeres gewohnt.

Mit politischer Häme oder gar Schlamm scheint Scholz seinen Fast-Widersacher bei der letzten Kanzlerwahl offensichtlich nicht überziehen zu wollen. Selbst das umstrittene Zukunftsmuseum nimmt Scholz nicht in den Mund, obwohl seine Genossen im Bayerischen Landtag dagegen sogar einen zugegeben relativ erfolglosen Untersuchungsausschuss in Stellung gebracht hatten. 

In Nürnberg gab es Gegenwind für die Ampel und Kanzler Scholz.

Scholz in Nürnberg: „Da hat unser Land gezeigt, was es kann“

Anstatt mit verbalen Spitzen den politischen Platzhirschen in seiner Heimat anzugreifen, hat Scholz am Samstag alle Hände voll zu tun, den schlingernden Kurs der eigenen Ampelkoalition in Berlin als gerade Linie zu verkaufen. Und dann sind in Nürnberg ja auch noch die vielen Kritiker seiner Ukraine-Politik, die mit wehenden Friedensfahnen, nervenden Trillerpfeifen und lautstarken Buhrufen zum Jakobsplatz gekommen sind. Mit Friedenspolitik hätten die Friedensfahnen nichts zu tun, staucht Scholz die Menschen mit den Trillerpfeifen zusammen. „Keine Verschiebung von Grenzen mit Gewalt“, laute die Maxime seit Willy Brandt, Helmut Schmidt und nun wohl auch Olaf Scholz. „Wir haben es geschafft, durch den Winter zu kommen – obwohl Putin den Gashahn zugedreht hat. Da hat unser Land gezeigt, was es kann“, brüllt Scholz das Pfeifkonzert erfolgreich nieder. 

Die nötige Puste für die dringend gebrauchte Unterstützung der bayerischen Genossen geht Scholz dabei verloren. Florian von Brunn kommt als SPD-Spitzenkandidat während der rund 45-minütigen Rede des Kanzlers in Nürnberg tatsächlich nur ganz am Rande vor. Das schwächelnde Zugpferd der Roten im Landtagswahlkampf – die SPD steht in den Umfragen zwei Wochen vor dem Urnengang gerade einmal bei knapp neun Prozent – hat zuvor Söder ausgerechnet in dessen Heimatstadt als hochstapelnden Bierzeltredner gegeißelt.

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Kanzler besucht Nürnberg – Lob für Söder aus dem Publikum

„Ich finde schon, dass Söder viel Gutes für Nürnberg und ganz Franken gemacht hat“, kontert Andreas als Zuhörer im Publikum und zählt die Renovierung der Kaiserburg, die Wiederbelebung des Wöhrder Sees und die Ansiedlung der neuen Universität in Nürnberg als Leistungen des fränkischen Amtsinhabers in der bayerischen Staatskanzlei auf.  „Wer ist denn das?“, fragt derweil die Dame hinter der fränkischen Bratwurst-Bude und zeigt auf von Brunn, der gerade Aiwanger als vaterländische Schande an den Pranger stellt. „Bei der AfD wäre der ganze Platz bestimmt rappelvoll und nicht so leer – das macht mir schon ein wenig Angst“, sagt die Dame hinter dem Grill und packt die nächste Wurst ins Brötchen.

Immer einen Besuch wert: Neun der charmantesten Altstädte in Bayern

Altstädte Collage
Bayern hat viele schöne Altstädte zu bieten: Rothenburg ob der Tauber (groß im Bild), Regensburg (unten links), Bamberg (oben rechts) und Passau (unten rechts). © IMAGO / imagebroker//imageBROKER/Siegfried Kuttig/Zoonar.com/Dirk Rueter/Manfred Segerer (Collage: Merkur.de)
Rothenburg ob der Tauber
Das Plönlein - das wohl bekannteste Fotomotiv in Rothenburg ob der Tauber. Die Kleinstadt aus Mittelfranken zieht mit ihrem mittelalterlichen Charme viele Touristen und Ausflüger an. © IMAGO / Wirestock
Brunnen beim Röderbogen, Rothenburg ob der Tauber
Die historische Altstadt von Rothenburg hat aber weit mehr zu bieten als nur das Plönlein. Fachwerkhäuser soweit das Auge reicht, begeistern die zahlreichen Touristen. Die können auch ganzjährig das Weihnachtsmuseum besuchen. © IMAGO / imagebroker
Historische Altstadtgasse mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern, Weißgerbergasse, Nürnberg, Mittelfranken, Bayern, Deuts
Wir bleiben in Franken: Nürnberg hat ebenfalls eine schöne Altstadt zu bieten. Die Gassen und Straßen sind von Fachwerkhäusern gesäumt, wie hier die Weißgerbergasse. © IMAGO / imagebroker
Albrecht-Dürer-Haus in abendlicher Beleuchtung, Nürnberg
Neben der berühmten Burg zählt auch das Albrecht-Dürer-Haus zu den Sehenswürdigkeiten in Nürnberg. © IMAGO / imagebroker
Dinkelsbühl Die Altstadt in Dinkelsbühl, Mittelfranken, Bayern, Deutschland The Old Town in Dinkelsbühl, Middle Franconi
Die mittelfränkische Stadt Dinkelsbühl (Landkreis Ansbach) kann ebenfalls eine sehenswerte Altstadt vorweisen. © IMAGO/Peter Schickert
Weihnachtsmarkt Dinkelsbühl
Zur Weihnachtszeit findet ein Weihnachtsmarkt im Dinkelsbühler Stadtpark statt. © IMAGO / Kickner
Häuser, Boot, Klein Venedig, Regnitz, Bamberg, Oberfranken, Bayern, Deutschland, Europa *** Houses, Boat, Small Venice,
Bamberg in Oberfranken zieht jedes Jahr viele Touristen an. Eines der Highlights ist sicher Klein-Venedig, eine ehemalige Fischersiedlung. © IMAGO/imageBROKER/Siegfried Kuttig
Alte Mianbrücke Würzburg Würzburg, Germany
Würzburg in Unterfranken hat ebenfalls eine sehenswerte Altstadt zu bieten. Die Alte Mainbrücke ist eine berühmte Sehenswürdigkeit. © IMAGO / Zoonar
Bunte Lampions in Shcustergasse, Würzburg Würzburg
Würzburg kann bunt: Lampions verschönern die Schustergasse in der unterfränkischen Stadt. © IMAGO / Zoonar
Weiden Oberpfalz
Weiden in der Oberpfalz versprüht ebenfalls viel Charme. Auf dem Foto ist das Alte Rathaus zu sehen. © IMAGO / imagebroker
Regensburg Blick auf den Regensburger Dom und die steinerne Brücke über die Donau im Winter in Regensburg, Bayern
Keine 100 Kilometer entfernt liegt Regensburg. Die Stadt in der Oberpfalz ist unter anderem bekannt für den Dom und die Steinerne Brücke. © IMAGO/Zoonar.com/Dirk Rueter
Altstadt, Wahlenstraße, Regensburg, Bayern, Deutschland ***
In Regensburg können Besucher durch die Gassen der Altstadt schlendern, wie hier durch die Wahlenstraße. © IMAGO / Schöning
Passau ist eine kreisfreie Universitaetsstadt im Regierungsbezirk Niederbayern in Ostbayern. Sie liegt an der Grenze zu
Die niederbayerische Stadt Passau liegt nahe der Grenze zu Österreich und wird auch Drei-Flüsse-Stadt genannt. Donau, Inn und Ilz treffen sich am Drei-Flüsse-Eck. Die Stadt hat neben diesem Naturschauspiel auch eine schöne Altstadt zu bieten, unter anderem den Residenzplatz samt Wittelsbacherbrunnen. © IMAGO/Manfred Segerer
Germany, Bavaria, Passau, St. Stephens Cathedral and surrounding buildings, Passau Bavaria Germany
Beeindruckend ist auch der Dom St. Stephan. „Mit ihren 17.974 Pfeifen und 233 Registern gilt die Orgel im Passauer Dom als größte katholische Kirchenorgel der Welt und als die größte Orgel Europas“, heißt es dazu auf der Website der Stadt. © IMAGO/A. Tamboly
Berchtesgaden in Bavaria
Auch Berchtesgaden kann eine idyllische Altstadt vorweisen. Die Stadt liegt im äußersten Südosten Bayerns im Landkreis Berchtesgadener Land. © IMAGO / Panthermedia

„Wir können das Rad noch drehen. Wir packen das“, ruft der Nürnberger SPD-Chef Nasser Ahmed zum Abschied den spärlichen Anhängern und relativ zahlreichen Gegnern zu, während Scholz und von Brunn sich betont kurz die Hand geben. „Ich freue mich, dass jetzt endlich mehr Bayern-Themen in den Fokus rücken“, sagt von Brunn nach dem Scholz-Auftritt beinahe trotzig in die Mikrofone der Reporter.

Am Abend der wahrscheinlichen Wiederholung des Wahldebakels von 2018 –  schon vor fünf Jahren schaffte die Volkspartei in Bayern nicht den Sprung über zehn Prozent -  wird von Brunn der Ampel wohl nicht ganz zu unrecht fehlenden Rückenwind vorwerfen. Aktuell scheint Scholz größere Sorgen zu haben, als eine erneute Wahlschlappe seiner bayerischen Genossen trotz seines Auftritts in der fränkischen Höhle des bayerischen Löwen wahrscheinlich nicht verhindern zu können.

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Rubriklistenbild: © Nikolas Pelke (Collage: Merkur.de)

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