Knapp ein halbes Jahr ist es jetzt in Betrieb: Das neu gebaute Seniorenwohn- und Pflegeheim in Schlehdorf. Schon jetzt ist es voll belegt.
Schlehdorf – In der Sitzung des Zweckverbands, bestehend aus Gemeinderatsmitgliedern von Schlehdorf und Großweil, ließ Einrichtungsleiter Jörg Kahl diese Anfangszeit nun Revue passieren. Dieses Heim sowie jenes in Kochel werden von der „Hilfe im Alter“ der Inneren Mission München betrieben.
Am 21. Mai zogen die 39 Bewohner, einige von ihnen stark dement, vom „Lindenhof“ in Grafenaschau nach Schlehdorf. „Das ist uns recht gut gelungen“, sagte Kahl. Die Entscheidung, zunächst keine zusätzlichen Bewohner aufzunehmen, sondern Senioren und Mitarbeitern Zeit zu geben, sich im neuen Haus einzuleben, sei richtig gewesen.
Auch die Entscheidung, im Schlehdorfer Seniorenheim doch eine Vollküche einzubauen und die dortigen Bewohner nicht – wie ursprünglich geplant – vom Kochler Seniorenheim aus beliefern zu lassen, sei gut gewesen. Laut Kahl beliefert stattdessen die Küche in Schlehdorf seit einigen Wochen das Kochler Seniorenheim mit dem Mittagessen.
Nach einigen Anlaufschwierigkeiten – etwa einem Wasserschaden – sei der Betrieb nun weitgehend angelaufen. Zusätzliche Mitarbeiter wurden eingestellt, und ab September seien neue Bewohner aufgenommen worden, so dass aktuell 52 Senioren, verteilt auf fünf Wohngruppen, im Seniorenheim Schlehdorf leben. Damit sei das Haus voll belegt.
Betreut werden die Senioren laut Kahl von derzeit 60 Mitarbeitern. Wie der Leiter auf Nachfrage der Räte bestätigte, gibt es bereits eine Warteliste. Die Nachfrage nach Heimplätzen sei riesig. „Der Bedarf ist größer als man decken kann.“ Bei vielen Angehörigen sei die Verzweiflung groß. Vor allem Kurzzeitpflegeplätze zu bekommen, sei im gesamten Landkreis sehr schwierig. Anders als viele andere Heime, sei man in Schlehdorf aber in der „glücklichen Lage“, ausreichend Personal zu haben.
In Kürze soll die Cafeteria im Haus für Besucher und Bewohner in Betrieb gehen. Außerdem soll das Gottesdienstangebot im Haus ausgeweitet werden. „Und die Anbindung an die Gemeinde wäre uns noch wichtig“, sagte Kahl. Beispielsweise sucht die Einrichtung Ehrenamtliche, die Besuchsdienste übernehmen.
Wie der Zweckverbandsvorsitzende Stefan Jocher sagte, sei außerdem der Bau zusätzlicher Parkplätze geplant. „Wie befürchtet“ reichten die vorhandenen nicht aus. Jocher ging auch noch einmal auf die Kosten für den Neubau ein. Diese hätten sich von berechneten 8,128 Millionen Euro im Jahr 2016 auf aktuell rund 8,7 Millionen Euro erhöht, aber es sei noch nicht alles abgerechnet. Grund für die Teuerung seien unter anderem die Umplanungen zur Einrichtung einer Vollküche.
Auch die archäologischen Untersuchungen des alten Klosters – rund 500.000 Euro – hätten die Kosten in die Höhe getrieben. Einen Abschlussbericht zu den Ausgrabungen habe er immer noch nicht vorliegen, bedauerte Jocher. Man habe ihn damit auf das Jahresende vertröstet. Erst wenn dieser Bericht vorliege, könne man damit beim Landesamt für Denkmalschutz eine Förderung beantragen. Das werde der Zweckverband auch tun. Außerdem sei immer noch unklar, was mit den gefundenen Gegenständen – darunter Knochen und alte Münzen – passieren soll. Denkbar sei etwa, eine Vitrine im Seniorenheim aufzustellen. (fn)
