VonElke Robertschließen
Das Aktionsbündnis „Pro Krankenhaus Schongau“ reagiert auf die Ankündigung der Krankenhaus GmbH über die Zukunft der beiden kreiseigenen Krankenhäuser. Einverstanden ist man mit den Plänen nicht, widersprechen sie doch dem Ergebnis des Bürgerentscheids. Das Aktionsbündnis hat aber eigene Vorschläge.
Schongau – Das Weilheimer Krankenhaus zum „Versorger Stufe 2“ zu entwickeln und im Gegenzug das Schongauer Klinikum ganz zu schließen oder höchstens noch Akutpflegeplätze vorzuhalten – ohne Notaufnahme und eigene Abteilungen (Versorgungsstufe 1i): Nachdem der Aufsichtsrat der Krankenhaus GmbH diese Zukunftspläne für die beiden kreiseigenen Krankenhäuser vorgestellt hat, meldet sich nun das Aktionsbündnis „Pro Krankenhaus Schongau“ zu Wort. Die Reform der Krankenhausvergütung des Bundes werde in Kraft treten und gelte zusätzlich zum Bürgerentscheid, bei den von der Landrätin vorgestellten Varianten sei hingegen keine Rücksicht auf den Bürgerentscheid genommen worden. „Eine Level 1i-Variante als ambulante Versorgung mit Akutpflegebetten erfüllt den Willen der Bürger nicht, weder in Schongau noch in Weilheim“, formulieren es die Sprecher des Aktionsbündnisses.
Nicht die Weilheimer Klinik zum großen Versorger ausbauen, sondern die Schongauer
Geprüft werden müsse vielmehr, stattdessen das Schongauer Klinikum zum Krankenhaus der Stufe 2 auszubauen. Neben der Grundversorgung mit innerer und chirurgischer Abteilung, sollten die meisten Fachabteilungen aus Weilheim nach Schongau ziehen, so der Vorschlag des Aktionsbündnisses. Bestehende Abteilungen wie die Intensiv- und Notfallmedizin könnten ausgebaut werden, Schongau eine telemedizinische Anbindung ans MRI (München Rechts der Isar) bekommen. Die Pflegeschule vor Ort erfülle schon jetzt die Kriterien für Level 2.
Man könnte auch beide Krankenhäuser verkleinern und Patienten für weiterführende Behandlungen weiterschicken, so das Aktionsbündnis
Weilheim könne im Gegenzug zur Klinik „Level 1n“ werden mit Basisbehandlung, Innerer Medizin und Chirurgie, Intensivbetten, einer Notaufnahme und weiteren Fachabteilungen sowie telemedizinischer Verknüpfung mit dem MRI. Der zweite Vorschlag des Aktionsbündnisses lautet, beide Krankenhäuser zu verkleinern (Level 1n) und die Patienten für weiterführende Behandlungen in größere Häuser außerhalb des Landkreises zu verlegen.
Die Vorschläge der Krankenhaus GmbH seien gegen den Willen der Bürger, sagt das Aktionsbündnis
Ein Herunterfahren Schongaus auf ein Ambulanzzentrum mit Akutpflegebetten sei nicht nur gegen den Willen der Bürger, sondern eine Entscheidung, die allen Bürgern im Einzugsgebiet Schongau nur eine Versorgung zu praxisüblichen Zeiten ermögliche. „Grundsätzlich müssen alle Notfälle nach Weilheim oder ein anderes Haus mit Notaufnahme gebracht werden. Für etwa 30 000 Menschen bedeutet dies eine Anfahrt von mehr als 30 Minuten.“ Das Aktionsbündnis ist sich sicher, dass Assistenzärzte dorthin gehen, wo sie attraktive Bedingungen für die Weiterbildung finden – auch nach Schongau. Und: „Die Finanzierbarkeit wäre sicher am einfachsten, da in Schongau die besten Voraussetzungen für einen Ausbau gegeben sind.“
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