VonElke Robertschließen
Startschuss für die Sanierungsarbeiten im Schongauer Münzgebäude: Die Entkernungsarbeiten des denkmalgeschützten Gebäudes laufen, seit Anfang der Woche ist bereits der östliche Fußgängerdurchgang am Münztor gesperrt. Bis März 2020 soll das Amt für Senioren dort einziehen. Die Planung der Außenanlagen wird in einem Monat vorgestellt.
Schongau – Zu einem symbolischen Spatenstich kamen jetzt Vertreter der Stadt Schongau und des Stadtrats als Bauherrn, des Planungsbüros als Ausführende sowie des Landkreises Weilheim-Schongau als Mieter zusammen – und gaben den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten.
Bürgermeister Falk Sluyterman war es vorbehalten, die Gäste zu begrüßen. Er freue sich, dass durch das – im Landkreis einzige – Amt für Senioren die Schongauer Altstadt wie auch Schongau als Behördenstandort gestärkt werde. Damit erhält das bis 2008 von der Polizeiinspektion Schongau genutzte und danach überwiegend leer stehende Gebäude eine neue Bestimmung.
Die Umbaukosten für das Schongauer Münzgebäude: 2,9 Millionen Euro
Rund 2,9 Millionen Euro kostet der Umbau – auch aus der Städtebauförderung kann man einen großen Zuschuss erwarten – etwa ein Drittel der Bausumme sind mit 60 Prozent förderfähig. In diesen Genuss kommt man auch, weil im zweiten Obergeschoss ein rund 130 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum eingebaut wird – der für die Öffentlichkeit oder auch als Start für die Stadtführungen nutzbar gemacht wird.
Der Raum ist von außen zugänglich und separat von den Amtsöffnungszeiten nutzbar – und über einen Aufzug sogar barrierefrei. Wie auch das komplette Amt für Senioren, worauf Kreiskämmerer Norbert Merk verwies, der gemeinsam mit Hans Rehbehn als stellvertretender Dienststellenleiter des Schongauer Landratsamtes Landrätin Andrea Jochner-Weiß vertrat. Auf die Barrierefreiheit hatte man schon im Zuge der Planung geachtet, selbstverständlich sei dies bei einem historischen Gebäude jedoch bei Weitem nicht, so Merk. „Da haben sich die Planer etwas vorgenommen.“
Auch interessant: Gleich über zwei Zuschussanträge berieten die Schongauer Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung – und waren sich alles andere als einig.
Architekt betont Wichtigkeit des Münzgebäudes für die Stadt Schongau
Der Greifenberger Architekt Benedikt Sunder-Plassmann, der mit Projektleiterin Verena Engler vor Ort war, hob die Wichtigkeit des Gebäudes für die Stadt Schongau hervor. „Städtebaulich ist das Münzgebäude ein End- und Zielpunkt des langen Angers“, so Sunder-Plassmann, der lobte, dass das stadtgeschichtlich wertvolle Gebäude wiederbelebt werde. Auch der Planer verwies kurz auf den Veranstaltungssaal im Obergeschoss des Gebäudes. Das ehemalige Tor wird von außen – auf der Nordseite des Gebäudes – sichtbar gemacht, in dem es optisch erhöht wird, was gleichzeitig dem Saal als Oberlichte dient. Die Dachbalken sind bereits freigelegt.
Ausgeführt wird die Erhöhung in Cortenstahl ebenso wie die Aussichtsplattform direkt am Münztor und eine kleine Überbrückung des Wehrrundgangs, wie der Architekt anhand eines Modells zeigte. Denn vor allem für Stadtführungen besonders attraktiv, wird der Wehrgang durch einen neuen Aufgang wieder erlebbar gemacht. Da dieser jedoch vom Leichenschauhaus des Stadtfriedhofes, das direkt an die Stadtmauer angebaut ist, unterbrochen ist, wird an dieser Stelle über einen Balkon an der Nordseite der Stadtmauer entlanggeführt, danach kehrt man wieder auf die Innenseite der Stadtmauer zurück. „Wir fanden die Idee sehr schön, einmal die Seite zu wechseln und damit auch die Sichtweise auf die Stadt“, so Sunder-Plassmann. Der Cortenstahl sei durch die rasche Oxidation von der Farbgebung her ähnlich wie die verwendeten Holzbalken der Wehrgang-Überdachung.
Straffer Zeitplan für die Sanierung des Münzgebäudes
Der Zeitplan für die Sanierung des Gebäudes ist straff. Einziehen soll das Amt für Senioren im kommenden März. Die Außenanlagen werden bis dahin noch nicht komplett fertig sein, sollen aber bis Sommer 2020 abgeschlossen werden, so Robert Thomas. Gerade der Bereich an der Stadtmauer soll erheblich aufgewertet werden, so der stellvertretende Stadtbaumeister. Thomas freut sich, dass es nun vorangeht: „Alle Beteiligten hängen mit Herzblut an dem Projekt.“
Info:
Die Detail-Planungen für die Außenanlagen des Münzgebäudes werden bei der nächsten Stadtratssitzung in Schongau am Dienstag, 26. März, im Rathaussaal vorgestellt. Beginn ist 19 Uhr.
Lesen Sie auch: Vier Sterne für den Ammer-Amper-Radweg holte sich die Region bei der Reise- und Freizeitmesse f.re.e in München ab, und zwar vom Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club.
Alle Nachrichten aus Schongau und Umgebung finden Sie hier.



