Das Unglück der verheerenden Gasexplosion von Rettenbach im Mai hat die Menschen erschüttert und zu vielen Spendenaktionen für die vom Schicksal schwer getroffene Familie geführt. Auch die Schongauer Fußballer wollten helfen. Ihre Papiersammlung fand so viele Unterstützer, dass jetzt eine große Summe übergeben werden konnte.
Schongau – Wie berichtet, wurden von der betroffenen Familie der Vater und Ehemann sowie die kleine Tochter tödlich verletzt. Die Ehefrau wurde schwerst verletzt und kämpft sich mit ihren beiden kleinen Söhnen ins Leben zurück. Dabei bekommt sie organisatorische Hilfe von Reiner Friedl, dem Bürgermeister von Rettenbach. Er koordiniert seit dem Unglückstag alles, um der Mutter quasi den Rücken freizuhalten.
Jetzt hat Friedl einen beachtlichen Scheck der Fußballabteilung des TSV Schongau entgegennehmen können: Exakt 3600 Euro hat ihm Abteilungsleiter Hannes Waldmann übergeben. Bei der Übergabe erinnerte Waldmann nochmal daran, wie es zu dieser Sammlung kam. „Da ab September dieses Jahres das Altpapier nicht mehr von den Vereinen gesammelt wird, sondern durch die EVA, hatten unsere Fußballer die Idee, eine letzte Zwischensammlung zu organisieren“, sagt Waldmann. „Das Geld sollte den Opfern von Rettenbach zugute kommen“, so der Gedanke von Peter Mahl, Trainer der ersten Mannschaft.
Diese Idee fand wiederum Erwin Höpfl von der Stiftung Scheuklappen so großartig, dass er sich spontan bereit erklärte, die Brotzeit für die sammelnden Helfer zu stiften. Da aber dieses wiederum der Plantsch-Geschäftsführer h Andreas Kosian schon übernommen hatte, spendete Höpfl glatte 1000 Euro in bar. „Wir wollen jungen Leuten für ihr Engagement eine Anerkennung geben“, so Höpfl. Deshalb bekamen die Fußballer die 1000 Euro von ihm, die sie wiederum in das gemeinsame Vorhaben steckten.
Auch Stadtrat Stefan Hild (UWV), der von Hannes Waldmann in Moskau eine Stadtführung bekommen hatte, wollte sich bei dem mit einer großzügigen Brotzeit bedanken. Waldmann winkte ab und schlug vor, diesen Betrag von 200 Euro ebenfalls in den Rettenbach-Topf zu werfen. Gesagt – getan.
Zurück zu den Papersammelnden Fußballern: „Die wurden bei der Sammlung neben der Schongauer Feuerwehr sogar von zwei Peitinger Vereinen unterstützt“, erinnert Waldmann, der die Haltung der Peitinger großartig findet. „Unsere Fußballer haben alle kräftig mit angepackt, sogar am Freitag waren sie schon in der Stadt zum Sammeln unterwegs.“
Auch Rettenbachs Bürgermeister Friedl fand anerkennende Worte für die Schongauer Feuerwehr: Er hatte die Arbeit der Frauen und Männer am Ort der Katastrophe bis spät in die Nacht verfolgt: „Diese Truppe hat unfassbar viel geleistet“, so Friedl mit vollem Respekt. „Dass sie sich jetzt auch an der Sammlung beteiligt haben – Hut ab.“
Die Papiersammlung alleine brachte 2269,87 Euro ein. und konnte ohne Abzüge der Bestimmung zugeführt werden. Das war nur möglich, weil weder die EVA, noch die Firmen, die die Transportfahrzeuge für die Papiersammlung zur Verfügung gestellt hatten, irgend einen Betrag in Rechnung stellten. Den „krummen Endbetrag“, so Waldmann, hat die Fußballabteilung aufgerundet. Und dann waren da noch die 50 Euro, die eine Seniorin während der Sammlung einem Helfer einfach so zugesteckt hat. „Weil Ihr so tolle Burschen seid“, lautete ihr kurzer Kommentar.
HANS-HELMUT HEROLD
Lesen Sie auch:
Seuche grassiert im Landkreis - „So schnell habe ich Kaninchen noch nie sterben sehen“