Baustelle zieht sich weiter in die Länge

Halbzeit am Mühlkanal: Arbeiter fürchten neue „negative Aura“

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Der Verkehr läuft mittlerweile über die ertüchtigte Brückenhälfte. Jetzt geht es dem südlichen Teil des alten Bauwerks (rechts) an den Kragen.
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Die Arbeiten am Mühlkanal kommen voran, aber der ursprüngliche Zeitplan ist längst nicht mehr aktuell. Dass die Brücke heuer fertig, gilt nicht als sicher.

Schongau – Dass die Mühlkanal-Brücke noch vor der Winterzeit fertig wird, ist nicht sicher. Das ist zumindest vor Ort zu hören. Diese Woche wird mit dem Rückbau der zweiten Brückenhälfte begonnen, neue Überraschungen und Verzögerungen sind nicht ausgeschlossen.

„Die Baustelle hat einfach eine negative Aura“, lautet einer der ernüchternden Kommentare der Arbeiter vor Ort. Wie mehrfach berichtet, hatten vergangenes Jahr zunächst Kampfmittel im Kanal für erhebliche Verzögerungen gesorgt. Eine Tellermine wurde im Wasser gesprengt, Schlamm musste ausgebaggert werden, um ihn nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg zu durchforsten. Als es mit den Arbeiten dann endlich weiterging, bildeten sich Risse in einem gerade erst ausbetonierten Pfeiler. Er musste wieder abgesägt und neu aufgebaut werden. Woche für Woche ohne nennenswerte Baufortschritte zog ins Land.

Die erste Hälfte der Brücke ist fertiggestellt

Immerhin: Die erste Hälfte hat die Baufirma jetzt hinter sich. Der Verkehr in Richtung Schongau läuft seit dieser Woche über die bereits ertüchtigte Brückenhälfte. Das hätte laut den jüngeren Plänen des Staatlichen Bauamts in Weilheim allerdings schon in der zweiten Maiwoche passieren sollen. Drei weitere Wochen im Bauzeitenplan sind also schon wieder verpufft. Zuletzt wegen des Dauerregens: „Witterungsempfindliches Material“ habe wegen der Nässe nicht eingebaut werden können, heißt es vor Ort.

Der Rückbau kann beginnen

Mittlerweile herrscht zum Glück bestes Bauwetter, der Rückbau der südlichen Brückenhälfte kann beginnen. Nach Angaben der Baufirma geht es zunächst dem Überbau an den Kragen. Er wird zersägt, die einzelnen Teile sollen voraussichtlich Anfang Juli wieder von einem mobilen Kran ausgehoben werden. Ist das erledigt, müssen die Autofahrer kurzzeitig wieder tapfer sein und weite Umwege in Kauf nehmen. Die Brücken über dem Kanal werden nach Angaben der Baufirma voraussichtlich für drei Nächte komplett gesperrt, weil der Kanal in der Zeit erneut ausgebaggert werden muss: Die Experten suchen wieder nach Kampfmitteln. Zuvor werden noch kiesgefüllte Nylonsäcke („Big Packs“) ins Wasser gelassen. „Dies hat den Zweck, dass etwaige Kampfmittel nicht unmittelbar im Baufeld des Mittelpfeilers zu liegen kommen“, erläuterte Projektleiter Christoph Prause vom Staatlichen Bauamt bereits im März.

Autofahrer sollen rechtzeitig informiert werden 

Über die Termine der Verkehrsbehinderungen sollen die Autofahrer rechtzeitig informiert werden. Nach einigen unschönen Erlebnissen mit aufgebrachten Verkehrsteilnehmern hat die Baufirma bekanntlich eigene Schilder aufgestellt, die Teilsperrungen ankündigen. Dies habe sich bewährt, heißt es.

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