Für Produktion Hüttenkäse

Hochland erweitert in Schongau und baut Hochlager

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Bereits 2015 hat Hochland Flächen neben dem Schongauer Werk für eine mögliche Erweiterung erworben. Diese könnten bald genutzt werden. Denn das Schongauer Werk von Hochland (links) wird langsam zu klein.
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Das Hochland-Werk in Schongau braucht mehr Platz. Die Produktionsmengen, für die das Werk beim Bau 1995/96 ausgelegt war, seien bereits seit einiger Zeit deutlich überschritten. Bis zum kommenden Jahr soll außerdem die Produktion von Gervais Hüttenkäse nach Schongau verlagert werden, was 50 Arbeitsplätze bringen könnte.

Schongau – Im letzten Stadtrat Schongau der alten Legislaturperiode stand jüngst die Änderung des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Stockackerfeld“ auf der Tagesordnung. Wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich ausführte, sollen damit für die Firma Hochland an ihrem Schongauer Standort die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Hochregallager geschaffen werden.

Die Abläufe sollen optimiert werden

Die betrieblichen Arbeitsabläufe sollen optimiert werden, hieß es, wofür im nordöstlichen Bereich des Betriebsgeländes ein Hochregallager mit rund 10 000 Palettenplätzen auf neun Ebenen gebaut werden soll. Das Hochregallager soll insgesamt eine Höhe von rund 25 Meter erreichen und eine Erweiterungsmöglichkeit für zukünftige Entwicklungen des Betriebsstandortes bieten, so Dietrich.

Was steckt dahinter? Wie nur wenige Stunden zuvor in der Bilanz-Pressekonferenz von Hochland zu erfahren war (siehe Kasten), soll schon ab der zweiten Jahreshälfte 2021 im Schongauer Werk zusätzlich Hüttenkäse der Marke „Gervais“ hergestellt werden. Dieser wird bislang im Danone-Werk in Rosenheim für das Heimenkircher Unternehmen produziert, das 2013 die Rechte an der Marke übernommen hatte. Hintergrund der Entscheidung sei, dass Danone die Schließung des Rosenheimer Standorts bis Juli 2021 angekündigt habe, sagte Vorstandsmitglied Peter Stahl in der Videokonferenz. Derzeit sei ein Projekt-Team mit der Ausarbeitung der Pläne für die Produktionserweiterung beschäftigt. Diese soll auf dem bestehenden Werk-Gelände umgesetzt werden. Wie Pressesprecherin Petra Berners auf Nachfrage verriet, möchte Hochland ein Fertigwarenlager sowie ein Packmateriallager umbauen. Ersatz für diese Lagerflächen könnte dann das angedachte Hochregallager im Gewerbegebiet Stockackerfeld bieten.

Platz im Werk schon ohne Hüttenkäse-Produktion knapp

Wie Stahl erklärt hatte, ist der Platz im bestehenden Werk auch ohne Hüttenkäse-Produktion schon knapp. Ausgelegt sei es beim Bau für 35 000 Tonnen Käse pro Jahr gewesen. Mittlerweile sei man bei 50 000 Tonnen angelangt. Wann der Bau des Hochregallagers genau verwirklicht wird, ist allerdings derzeit noch offen. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. „Das wird sicher nicht schon im nächsten Jahr passieren.“

Raum genug für eine bauliche Erweiterung der Kapazitäten in Schongau wäre jedenfalls vorhanden. Schon 2015 hatte sich Hochland das rund vier Hektar große Areal in direkter Nachbarschaft des eigenen Werks für einen möglichen späteren Ausbau käuflich gesichert. Der Stadtrat brachte damals die nötige Bauleitplanung auf den Weg .

Für weitere Planungen schafft die Stadt Schongau nun die Voraussetzungen: Einstimmig beschloss der Stadtrat, dass der Bebauungsplan geändert werden soll. Es gebe zwar eine Höhenbeschränkung an dieser Stelle, so die Anmerkung Dietrichs zu den aufgelegten Plänen, diese werde aber bereits durch die Silos unterbrochen, so sein Hinweis. „Von Osten wird das Lager aber sicher wahrnehmbar sein.“

Standort-Aufwertung eine gute Nachricht

Friedrich Zeller (SPD) lobte das Vorhaben. „Das ist eine sehr gute Nachricht, die Firma will den Standort Schongau deutlich aufwerten.“ Für Schongau sei dies in diesen Corona-Zeiten auch deshalb erfreulich, so Zeller, da der Bereich Lebensmittel etwas krisenfester sei als das Thema Mobilität. Die Höhenentwicklung des Lagers stört den SPD-Stadtrat nicht. „Eine Industriestadt im Grünen darf man auch sehen.“ Es spreche nichts dagegen, dicht an der B 17 eine große Architektur zuzulassen. „Und es entstehen Arbeitsplätze.“

Auch Bettina Buresch (Grüne) nannte es „erfreulich“, dass dieser Standort erweitert werde. Auch wenn es vielleicht keine hochqualifizierten Arbeitsplätze seien, die dazukämen, es seien eben Arbeitsplätze. Die Umweltreferentin hinterfragte die Eingrünung, die nach dem Luftbild etwas anders aussehe. „Laut Planung gehen diese hohen Hallen bis zur Baumgrenze.“ Stadtbaumeister Dietrich erläuterte, dass ein Umweltbericht noch erstellt werde. „Jede Fläche, die versiegelt wird, wird anderweitig ausgewiesen.“ Auch handele es sich erst um den Vorentwurf, der Bauausschuss werde noch zwei Mal beteiligt.

Bei Hochland freute man sich über den ersten Schritt der Stadt. Nach Abschluss der Bauleitplanung könne man dann in die Detailplanung gehen.

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