Fläche an der Weidenstraße in Schongau

Keine Einigung für Spielplatz-Sanierung

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Seit 2014 liegt die Fläche in der Weidenstraße brach, doch was passiert mit dem Spielplatz?
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Ob der Spielplatz an der Weidenstraße neu gestaltet werden soll, darauf konnte sich der Bauausschuss in der jüngsten Sitzung nicht verständigen. Offensichtlich ist sich aber auch die Nachbarschaft nicht einig, denn es gibt sowohl Unterschriften dafür als auch dagegen. Wenn der Spielplatz aufgelassen wird, ist jedoch das Grundstück weg.

Schongau – Am Ende der Weidenstraße liegt der kleine Spielplatz, der schon lange keiner mehr ist. Weil die Spielgeräte in dem Grundstück nicht mehr sicher waren, musste der Spielplatz bereits 2014 gesperrt werden. Schon damals hatte man nach einer Anregung im Bauausschuss eine zeitnahe Instandsetzung des Spielplatzes erst einmal hinten angestellt – schließlich war im benachbarten Wohngebiet Lechänger ein schöner großer Spielplatz erst vier Jahre zuvor fertiggestellt worden.

Jetzt wird die Neugestaltung der rund 750 Quadratmeter großen Fläche weiter auf sich warten lassen. Obwohl die beiden Jugendreferenten Monika Maucher und Thomas Schleich die Wiederherstellung des Spielplatzes befürworten, wie Bürgermeister Falk Sluyterman ausführte, war man sich nicht einmal im Bauausschuss darüber einig, ob dies wirklich sinnvoll ist. „Der Spielplatz ist versteckt und alle gehen zum Spielen in den Lechänger“, formulierte es Helmut Hunger, der sich als ehemaliger Jugendreferent eingehend mit dem Thema befasst hatte. Auch wenn die Entscheidung nicht populär sei, solle die Stadt sich das Geld lieber sparen oder für einen anderen Platz ausgeben und den Spielplatz in der Weidenstraße auflassen. Hunger hatte gleich noch eine weitere Idee. Das Grundstück solle stattdessen von der Stadt als Baugrund erworben werden – er wisse sogar von Interessenten in der Nachbarschaft. Auch verortete Hunger das Thema bereits in den Wahlkampf.

Den Vorwurf des Wahlkampfthemas lässt Sluyterman nicht gelten 

Dies ließ der Bürgermeister nicht gelten. „Der Vorwurf des Wahlkampfthemas ist nicht fair“, stellte Sluyterman klar, „ich habe das nicht ein Jahr vor der Wahl auf Wiedervorlage gelegt.“ Bettina Buresch (ALS) hingegen fand die Wortmeldung Hungers merkwürdig. „Mir kommt die Argumentation sehr bemüht vor“, so Buresch. Sie vermutete Grundstückseigentümer oder Bauinteressenten im Publikum, weshalb sich Hunger so vehement für die Auflassung des Spielplatzes einsetze.

Stephan Hild (UWV) erklärte sich die unterschiedlichen Anwohnerinteressen anders. Er verwies darauf, dass es in einem Wohngebiet immer wieder Zeiten gebe, in denen ein Spielplatz wenig genutzt werde, weil die Kinder diesem entwachsen seien. „Aber irgendwann wird dieser wieder benötigt – wir sollten das Grundstück nicht aufgeben“, so der Appell. „Wenn es weg ist, bekommen wir es nicht zurück.“

49 Kinder unter 16 Jahren wohnen im Quartier

Thomas Ola vom städtischen Bauamt hatte die Bauausschussmitglieder zuvor darüber informiert, dass 49 Kinder unter 16 Jahren im Wohnquartier wohnen, der Bedarf könne sich durch einen anstehenden Generationenwechsel in absehbarer Zeit jedoch erhöhen. Im Vergleich mit den westlichen sowie den im Forchet gelegenen Ortsteilen, sei die Anzahl der Kinderspielplätze in den übrigen Ortsteilen inklusive Altstadt deutlich geringer. Für die Kinder bedeute dies nicht nur längere Wegstrecken, sondern auch ein höheres Risiko im Straßenverkehr, so Ola, weshalb auch die Stadtverwaltung eine Neugestaltung befürworte.

Ola zeigte sich im Nachgang überrascht über die Diskussion im Bauausschuss: „Es gibt überhaupt keinen Grund, den Spielplatz aufzulösen, es ist auch ein Treffpunkt.“ Man habe nicht vor, diesen mit großem Aufwand herzustellen, sondern vielleicht eher für die jüngeren Kinder im Quartier.

Erschließungsvertrag stammt aus dem Jahr 1989 

Problematisch ist der rechtliche Hintergrund: Der Erschließungsvertrag stammt aus dem Jahr 1989. Der Erschließungsträger, die Schongauer Firma UPM, hat der Stadt das Grundstück damals unentgeltlich überlassen, aber mit dem Hintergrund, dort einen Spielplatz zu betreiben. Der Erschließungsträger hatte damals sogar den Spielplatz gebaut – die Stadt war aber für die weitere Pflege zuständig und müsste nun auch die Spielgeräte ersetzen. Wird der Platz nicht mehr als Spielplatz genutzt, fällt er an die Firma zurück. Somit ist auch der Vorschlag Bureschs, die Fläche ohne Geräte als Spielfläche für Kinder zu öffnen, nicht realisierbar. Jetzt sollen gemeinsam mit den Jugendreferenten die Eltern im Wohnviertel nach dem wirklichen Bedarf befragt werden.

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