VonChristoph Petersschließen
Zwei Jahre lang stand der städtische Kindergarten an der Benefiziumstraße in Schongau leer, seit die Stadt ihn im Jahr 2017 mit dem Umzug in das neue Haus für Kinder geschlossen hatte. Anfang der Woche ist nun wieder eine Kindergartengruppe in das alte Gebäude eingezogen. Maximal zwei Jahre soll sie dort bleiben.
Schongau – Die Wiederbelebung der Außenstelle des Kindergartens Luftballon ist Teil des Notfallplans, mit dem die Stadt im Juni auf fehlende Kitaplätze reagiert hat. Doch mit einfach wieder aufsperren war es freilich nach so langer Zeit des Leerstands nicht getan. Bevor jetzt die Kinder in das Gebäude zurückkehren konnten, gingen in den vergangenen Wochen erst einmal die Handwerker ein und aus.
Ein neuer Boden musste verlegt werden, neue Fenster und Decken wurden installiert. Maler strichen die Wände, die Elektriker kümmerten sich um die Hausinstallation. Eine neue Außentreppe zum Garten wurde eingebaut, das Kinderbad bekam einen neuen Wickeltisch. Und natürlich mussten die Räume mit neuen Möbeln frisch eingerichtet werden.
Am insgesamt sanierungsbedürftigen Zustand des Gebäudes, der 2017 mit zur Schließungsentscheidung geführt hatte, ändern diese Maßnahmen freilich nichts. Schon 2014 hatte Architekt Siegfried Bommersbach dem Haus kein gutes Zeugnis ausgestellt und die Kosten für eine Sanierung auf rund 700 000 Euro geschätzt – eine Summe, die angesichts der steigenden Baukosten heute noch einmal deutlich höher liegen dürfte.
Deshalb soll die Unterbringung der Notgruppe auch nicht von Dauer sein. Zwei Jahre laufe die Betriebserlaubnis des Landratsamtes, sagt Esther Laue, bei der Stadt für die Kindergärten zuständig. Bis dahin soll eine langfristige Lösung gefunden werden für den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen. Es gebe bereits Überlegungen, wie diese aussehen könne, sagt Laue. „Ein konkreter Vorschlag wird dem Stadtrat beizeiten vorgestellt.“
Erst einmal ist man bei der Stadt nun froh, dass alle angemeldeten Kinder untergebracht sind. Insgesamt 15 Plätze, davon fünf integrative, stehen in der Außenstelle an der Benefiziumstraße zur Verfügung. Damit die Kinder dort und auch in der zweiten Notgruppe im Kindergarten Regenbogen auch adäquat betreut werden können, hat die Stadt in den vergangenen Wochen neue Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen eingestellt. Drei davon arbeiten laut Laue im Kindergarten an der Benefiziumstraße.
Außenstelle ist bei Eltern beliebt
Bei den Eltern scheint die Wiedereröffnung der schon in der Vergangenheit sehr beliebten Einrichtung gut anzukommen. So sind laut Laue dort nicht nur Kinder untergebracht, die auf einen Betreuungsplatz gewartet hatten. „Manche Kinder sind auf eigenen Wunsch in die Außenstelle gewechselt.“
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