VonElena Benediktschließen
Am Donnerstagabend haben sich Achtklässler aus sechs Schulen im Schongauer Land einen spannenden Wettkampf im Jakob-Pfeiffer-Haus geliefert. Gesucht wurden die Heimatprofis.
Schongau – Die Heimatprofis, sie kommen auch heuer vom Welfen-Gymnasium Schongau. Während ihre Mitschüler lautstark jubeln und kreischen, wirken die drei Teilnehmer selbst noch etwas überrumpelt vom Sieg. Leicht lächelnd recken Jonas Witter (14), Sophia Gottwald (14) und Valentin Schleich (13) den Pokal in die Höhe. Erst als sie von der Bühne herunter sind und von ihren begeisterten Mitschülern umringt werden, strahlen auch die drei um die Wette.
Rund 200 Zuschauer verfolgten im Jakob-Pfeiffer-Haus den Wissenswettstreit der sechs Schulen aus dem Schongauer Land. Bekanntlich hatten Jugendliche der achten Klassen in den vergangenen vier Wochen zu Hause und im Unterricht die Schongauer Nachrichten gelesen. Aus den Artikeln ergaben sich Fragen für das Heimat-Quiz. Insgesamt 107 Fragen stellte Redaktionsleiter Boris Forstner den Teams. Eltern, Lehrer und Mitschüler rätselten im Publikum fleißig mit.
Heimatprofis: Mittelschule Steingaden und Mittelschule Schongau liefern sich das erste Duell
Das erste Vorrunden-Duell des Abends lieferte sich das Team der Mittelschule Steingaden um Josef Kößel (13), Linus Sepp (14) und Lorenz Keller (13) und die Mittelschule Schongau mit Vasiliki Kipiridu (14), Simon Schulze (14) und Matteo Vitale (13). Steingaden konnte zuerst fünf Fragen richtig beantworten. Zum Beispiel wussten sie, welches Raubtier wohl auch schon in der Region unterwegs ist (Wolf), und wie der Tag heißt, an dem Mädchen in eher Frauen-untypische Berufe reinschnuppern. Das wussten allerdings auch die Schongauer. Alle sechs Kandidaten hauten sofort auf die Buzzer. Am schnellsten: Linus Sepp, der schließlich lässig die Antwort gab: „Der Girlsday.“ Die Runde endete mit 5:3.
Als Zeitungs-Superhelden waren die späteren Finalgegner der Gymnasiasten in den Wettbewerb gestartet. Bereits in ihrem Vorstellungsvideo hatten sich Ramona Tischler (13), Sina Wirth (14) und Charlotte Schmid (14) von der Mittelschule Peiting mit Superhelden-Maske und Zeitungshut präsentiert.
Publikum wittert Betrug beim Heimatprofi-Wettbewerb im Schongauer Jakob-Pfeiffer-Haus
Schon bevor die erste Frage gestellt war, sorgte das Auftreten der Mädels für Tumulte. Manch einer aus dem Publikum witterte Betrug. Welche Artikel denn auf den Hüten abgedruckt sind? „Die Peitinger sind ja fürs Spicken bekannt“, ruft Schongaus zweiter Bürgermeister Tobias Kalbitzer. Die Peitinger im Publikum protestieren mit lauten Pfiffen. Gelächter und Jubel hingegen bei den Schongauern.
Dass sie kein Schummeln nötig haben, bewiesen die Peitinger dann gleich – ohne Hüte. Eine Frage nach der anderen beantworteten sie richtig. Zum Beispiel, was kürzlich einen Feuerwehreinsatz in Schwabbruck auslöste (Backofen), wie ein Rottenbucher aus einem See gerettet wurde (mit einem Gartenschlauch), und welche Krankheit die heimischen Kühe bedroht (Blauzungen-Krankheit). Das Team der Realschule um Bianca Ressle (14), Selina Freimut (15) und Anna-Lena Holzmann (13) blieb dagegen chancenlos.
Deutlich knapper ging der Wettkampf zwischen Mittelschule Steingaden und dem Gymnasium zu Ende. Nach einem aufregenden Kopf-an-Kopf-Rennen gewann Steingaden mit 5:4.
Mittelschule Rott hat ein Maskottchen zum Heimatprofi-Wettbewerb mitgebracht
Der erste Auftritt der Rotter folgt. Im Schlepptau ein großer, pinker Drache: Rotti, das Maskottchen. Gespannt verfolgt Lehrerin Doris Riegelbauer das Duell gegen Peiting. Auf ihrem Schoß noch ein dicker Ordner voller Übungsfragen und Zusammenfassungen, mit dem sich das Team auf den Wettbewerb vorbereitet hatte. Mit Erfolg: Laura Ullrich (14), Lena Pittrich (13) und Jason Stricke siegen deutlich mit 5:2. Vor allem bei Laura kamen viele Antworten wie aus der Pistole geschossen.
Den Sonderpreis über 50 Euro hatte sich die Klasse aus Rott für das beste Video bereits im Vorfeld mit deutlichem Vorsprung gesichert. 42,47 Prozent der abgegebenen Stimmen fielen auf ihren Film.
Schongauer Teenie-Garde unterhält das Publikum in der Pause
Nachdem das Gymnasium die Schongauer Mittelschule mit 5:3 und die Realschule die Mittelschule Rott mit 5:4 besiegt hatten, zog die Schongauer Teenie-Garde ins Jakob-Pfeiffer-Haus ein. Das Publikum feuerte auch sie kräftig an und sang mit.
Nach der Showeinlage ging es auch schon in die Halbfinale. Zuerst spielte Steingaden gegen Peiting. Jeder wollte unbedingt weiterkommen. Also bloß nichts Falsches sagen und möglicherweise dem Gegner einen Vorsprung verschaffen. Die Teams tuscheln untereinander, gestikulieren wild, drücken aber nicht auf den Buzzer. Insgesamt 24 Fragen stellte Forstner – 15 blieben unbeantwortet.
Peitings zweiter Bürgermeister fiebert bei den Heimatprofis im Publikum mit
Peitings zweiter Bürgermeister Franz Seidel fieberte währenddessen im Publikum mit, murmelte jedes Mal, wenn es um die Marktgemeinde ging, die richtige Antwort vor sich hin und konnte es gar nicht fassen, dass „seine“ Peitinger einen Punkt nach dem anderen verschenkten; „Peitinger, des wisst’s ihr doch!“, meinte er kopfschüttelnd. Es hielt ihn kaum noch auf seinem Stuhl.
Ähnlich die Reaktionen der Steingadener und Peitinger, als sie die Antworten hörten. Hätten sie doch lieber den Buzzer gedrückt. Mit einem 5:4 zog Peiting schließlich ins Finale ein.
Video: Schüler kämpfen in Schongau um den Heimatprofi-Titel
Schneller entschied sich das zweite Halbfinale zwischen Welfen-Gymnasium und Rott. Die Gymnasiasten gingen gleich in Führung, die Rotter holten noch einmal zum 3:3 auf – unterlagen dann aber mit 3:5.
Schnelles Finale beim Heimatprofi-Wettstreit in Schongau
Sogar noch schneller ging das Finale vonstatten. Den ersten Punkt machte zwar noch Peiting, dann war aber immer das Gymnasium-Team schneller. Sie siegen deutlich mit 5:1.
„Fühlt sich gut an“, erzählt Valentin Schleich anschließend. Mit dem Sieg hätten sie gar nicht gerechnet. „Aber wir haben uns gut vorbereitet und super zusammengearbeitet“, so Valentin. Etwa eine halbe Stunde pro Tag haben sie für das Heimat-Quiz geübt. Jeder hat sich dabei auf jeweils zwei Zeitungsseiten konzentriert – die Strategie ging auf.
Klassleiter Manfred Berchtold konnte leider nicht dabei sein. Die Schüler wollen ihn jetzt noch etwas zappeln lassen. „Wir haben ihm geschrieben, dass wir in der Vorrunde rausgeflogen sind“, erzählen sie und grinsen. Erst in der nächsten Unterrichtsstunde wollen sie ihn mit dem Sieg überraschen.
Heimatprofi-Wanderpokal bleibt im Schongauer Welfen-Gymnasium
Der Wanderpokal wird nun wieder an prominenter Stelle im Welfen-Gymnasium ausgestellt, sagt Julia Lindner von der Schulleitung. „Wir sind sehr stolz, dass wir den Pokal wieder mit heimbringen.“ Außerdem geht es für die ganze Klasse in die Bavaria Filmstadt nach München.
Auch im kommenden Jahr wollen sie wieder gewinnen, blickt Julia Lindner bereits in die Zukunft. Doch allzu sicher sollte sie sich da noch nicht sein. Denn die anderen Schulen wollen den Pokal ebenfalls. Als faire Verlierer gratulieren zwar alle den Siegern, aber: „Nächstes Mal gewinnen wir“, ist sich ein Schüler der Schongauer Mittelschule bereits sicher.
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