Bauausschuss

Auch Schongau will jetzt Mitfahrbänke

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So eine Mitfahrbank könnte sich die Schongauer CSU für die Stadt und das Umfeld vorstellen.
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Auch in Schongau sollen Mitfahrbänke aufgestellt werden. Dies wünscht sich die CSU-Fraktion. Den Antrag fand der Bauausschuss durchaus verfolgenswert, allerdings dürfe das Angebot auf keinen Fall eine Konkurrenz für den Stadtbus sein. Stattdessen sollen die Dörfer besser angebunden werden.

Schongau – An verkehrsgünstigen Orten im Stadtgebiet könnten Mitfahrbänke aufgestellt werden. „Wer auf diesen besonders gekennzeichneten Bänken Platz nimmt, signalisiert, dass er gerne mitgenommen werden würde – als Ergänzung des Öffentlichen Personennahverkehrs“, erläuterte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Das Thema solle auch im Rahmen des IKEK – des interkommunalen Entwicklungskonzeptes – mit den Nachbargemeinden abgestimmt werden, „weil eine Vernetzung mehrerer Gemeinden in diesem Bereich besonders effektiv ist“, so die Begründung im CSU-Antrag.

Der Vorschlag soll in jedem Fall im nächsten ISEK-Steuerkreis Eingang finden – „damit man auch wieder nach Schongau zurückkommt“, wie Dietrich betonte. Außerdem schlage die Stadtverwaltung vor, das Konzept der Mitnahme- oder Mitfahrerbänke zusätzlich im Städtebaulichen Entwicklungskonzept ISEK aufzunehmen. Zum einen könne man es dann besser mit anderen Maßnahmen koordinieren, zum anderen möglicherweise Fördergelder akquirieren.

Ergänzung zum Öffentlichen Nahverkehr

„Die Mitfahrbänke sollen eine Ergänzung zum Öffentlichen Nahverkehr sein“, stellte Kornelia Funke klar, Fraktionsvorsitzende der CSU. Sie habe sich erkundigt, in allen Gemeinden, in denen diese bereits aufgestellt wurden, werde das Angebot positiv gesehen. „Auch die Rückführung nach Schongau ist natürlich wichtig“, führte Funke weiter aus. „Ich fände diese Mitfahrerbänke positiv – es ist ja nichts, was uns finanziell groß in Unkosten stürzen sollte.“

Stadtrat Martin Schwarz hinterfragte, wie viele Bänke denn aufgestellt werden sollen. „Das hat schon seinen Charme, das ist 80er Jahre-mäßig und wie Trampen auf bequem.“ Und vor allem wollte er wissen, ob es für die Mitfahrer eine Altersbeschränkung gebe. „Oder kann sich da auch mein Sohn mit zehn Jahren hinsetzen?“ Wie viele Bänke es in Schongau werden könnten, darüber hat die CSU bisher keine Vorstellung, „die Frage ist ja, was ist sinnvoll auch in Verbindung mit anderen Orten“, so Funke. Grundsätzlich gehe es um „ein bisschen Vernetzung auf kleinem Wege, aber eher weitmaschig, nicht alle 200 Meter“. In Sachen Altersfrage antwortete Stadtbaumeister Dietrich, es gebe verschiedene Modelle, wie das angegangen werden könne, aber natürlich müsste auch die Sicherheits- und Haftungsfrage vorab geklärt werden.

Keine Konkurrenz zum Stadtbus

Ilona Böse (SPD) fand die Mitfahrerbänke grundsätzlich als gut, wolle jedoch ebenfalls die Sicherheitsfrage mit aufgreifen. Von ihr stammte dann die Anregung, vor allem in Richtung jener Gemeinden zu denken, in die der Anschluss ohnehin nicht gut ist, also beispielsweise Burggen/Bernbeuren. „Diese Gemeinden sollten wir unbedingt mit ins Boot nehmen.“ Nach Peiting oder Altenstadt komme man leichter, dahin fahre auch der Bus. Nina Konstantin (ALS) ging sogar noch weiter, sie sah eine schädliche Konkurrenz: „Ich sehe das kritisch und hätte ein bisschen Angst um unseren Stadtbus“, meinte sie. Auch Fraktionskollegin Bettina Buresch mahnte, dass man die Standorte gut auswählen müsse. Dies müsse ja ohnehin sein, damit es eine gewisse soziale Kontrolle geben könne, „gerade, wenn Kinder mitfahren“, betonte Buresch.

„Ich sehe keine Konkurrenz zum Stadtbus, wir hatten auch nie einen Konkurrenzgedanken“, entgegnete Funke. In den Gremien ISEK und IKEK sei das Thema aber gut aufgehoben. Auch Bürgermeister Falk Sluyterman betonte, dass die Bänke den Öffentlichen Nahverkehr ergänzen sollen, speziell aus Schongau in die Dörfer hinaus. „Und entscheiden werden wir ja heute nichts.“

Diskutiert wurden die Mitfahrerbänke bereits mehrfach im Raum Schongau, zuletzt in der Gemeinde Böbing. Dort soll das bestehende Bushäusel als Mitfahrerbank genutzt werden. Zufrieden ist man mit dem Mitnahmeservice in Schondorf.

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