VonJonas Napiletzkischließen
An die Vernunft der Bürger appelliert das Landratsamt Miesbach: Mähroboter sollten erst eingesetzt werden, wenn der Garten nach Igeln abgesucht wurde.
Landkreis – Bereits jetzt kann man sie wieder fast lautlos durch manchen Garten gleiten sehen: Mähroboter. Was jedoch für den Menschen eine Arbeitshilfe darstellen mag, ist für den Igel sowie andere Kleintiere wie Kröten, Larven, Würmer und Insekten eine erhebliche Bedrohung. Denn wenn zum Beispiel Igel den Rasenmäher-Roboter bemerken, ist es meist schon zu spät. Darauf weist das Landratsamt Miesbach in einer Pressemitteilung hin und appelliert an die Vernunft der Bevölkerung.
Scharfe Messer „skalpieren die Igel regelrecht“
„Igel laufen bei Gefahr nicht weg, sondern rollen sich zusammen“, erklärt Veronika Selig-Hohler von der privaten Igelhilfe in Schliersee. Heißt: Mähroboter rollen über die Tiere einfach hinweg und verursachen schlimmste Verletzungen. Michael Vermeulen vom Fachbereich Umwelt- und Naturschutz am Landratsamt ergänzt: „Die scharfen Messer skalpieren die Igel regelrecht, trennen Gliedmaßen ab oder schneiden in ihre Schnauzen.“ Vor allem junge Igel seien extrem gefährdet. Seit Mähroboter zum Trend geworden seien, sei die Zahl verletzter oder getöteter Igel extrem gestiegen, so Selig-Hohler. Jedes Jahr habe sie viele vor allem an Schnauzen verletzte Igel: „Dort legen dann Fliegen ihre Eier ab, damit ist der Igel verloren.“
Sie wie auch Vermeulen appelliert sie daher an die Gartenbesitzer: „Bitte lassen Sie die Mähroboter nie in der Dämmerung oder bei Nacht arbeiten, denn Igel sind nachtaktiv und gehen gerade zur Dämmerungszeit auf Nahrungssuche. Wenn überhaupt, wäre die Mittagszeit zu bevorzugen.“ Allerdings seien gerade kleine Igel durchaus tagaktiv. Daher empfehle sich, den Rasen vorab abzusuchen. mm
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