Mit dem Konzert der Singgemeinschaft hat Schwabsoien den Ruf als Sänger-Hochburg gefestigt. Über 120 Mitwirkende sorgten für einen vergnüglichen Abend.
Schwabsoien – Mit Franz Schuberts romantischem „Nachtgesang im Walde“ eröffnete der Männerchor das Konzert, das üblicherweise im Drei-Jahres-Turnus stattfindet. Lange konnten die Besucher aber nicht in der von „säuselnden Lüftchen“ und „wandernden Rehen“ beflügelten Stimmung verharren. Denn schon nahte der Jägerchor aus der Oper Freischütz (Carl Maria von Weber). „Über den blutigen Wolf und den gierigen Eber können nicht nur die Landwirte ein Lied singen, sondern auch wir“, meinte Moderator Jürgen Erhard, der sich im Laufe des Abends als würdiger Nachfolger von Helmut Lahner, der dieses Amt 65 Jahre lang innehatte, erwies.
Mein Liebeslied muss ein Walzer sein: Rosmarie und Josef Kirchhofer im Duett
Gleich am Anfang gab es zwei Glanzstücke
Unter der engagierten Leitung von Josef Kirchhofer und mit Johannes Kirchhofer am Piano lieferte der Chor gleich eingangs zwei Glanzstücke. Kein Wunder, dass Ehrengast Jürgen Schwarz, geschäftsführender Präsident beim Chorverband bayerisch-Schwaben schwärmte: „Die Konzerte der Singgemeinschaft sind immer etwas Besonderes.“ Ins Weiße Rössl am Wolfgangsee entführten anschließend Rosmarie und Josef Kirchhofer das Publikum mit „Es muss was wunderbares sein“ und „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“.
Althergebrachte Volkslieder und Weisen standen anschließend mit „Grüß Gott du schöner Mai“ (Schweiz), „Im schönen Grunde“ (Deutschland) und „Marina“ (Kroatien) auf dem Programm. „Alles läuft schief“, „Mücken nerven Leute“ und „Schiff ahoi“ waren die Titel, mit denen der 60-köpfige Kinderchor begeisterte. Die jungen Sänger unter der Leitung von Matthias und Josef Dominikus Kirchhofer hatten sogar kleine Spielszenen zu den Liedern vorbereitet.
Verhandlung: „Gerichtsdiener“ Florian Zwick, „Richter“ Helmut Lahner und „Angeklagten“ Johann Hartmann
Eine klingende Gerichtsverhandlung: Sänger beweisen viel Humor
Eine klingende Gerichtsverhandlung mit viel Gesang, auf die Bühne gebracht von Johann Hartmann, Fridolin Zwick und Helmut Lahner mit Johannes Kirchhofer am Piano brachte anschließend die Besucher zum Schmunzeln, bevor das gemischte Gesangsensemble unter der Leitung von Josef Dominikus Kirchhofer die Bühne eroberte.
„What a Wonderful World this would be“, „So lang’ man Träume noch leben kann“ (Münchner Freiheit) und „The Lion sleeps tonight“ – der Jugendchor zeigte sich gut bei Stimme. Gelächter gab es, als schließlich eine Auswahl aus sechs Männern mit dem „Lied vom kleinen Teddybär“ den Beweis antrat, dass „Liebe auch ohne Frauen geht“. Zum Schwelgen und Träumen war die anschließende Zeitreise des Männerchors in die gute alte Zeit der k.u.k.-Monarchie mit beliebten Wiener Melodien und feuriger ungarischer Folklore.
Dass man selbst da noch eins draufsetzen kann, bewiesen die Sänger anschließend mit dem politisch unkorrekten Marschlied „Ach die Weiber“ aus Franz Lehars Operette „Die lustige Witwe“ und der umjubelten Zugabe, dem Höllen-Cancan aus der Offenbach-Oper „Orpheus in der Unterwelt“. Zu dem Josef Kirchhofer in die Tasten eines Akkordeons griff. Dass Singen offensichtlich jung hält, bewies die Ehrung von Johann Hartman (50 Jahre Singen im Chor) und Willi Helmer (60 Jahre Singen im Chor).
Ursula Fröhlich
Alle regulären Konzerte sind bereits ausverkauft, aber es gibt Zusatzkonzerte
Alle acht regulären Konzerte der Singgemeinschaft sind bereits ausverkauft. Für die fünf Zusatzkonzerte am 12., 13., 14., 21. sowie 22. April sind noch Karten bei Rudi Kögel unter der Nummer 08868/ 187020 (Mo-Fr von 17 bis 21 Uhr) erhältlich.
Ohne Proben geht natürlich nichts - wir waren vorab dabei
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