VonGünter Hielschließen
Ein 23-Jähriger ist am Abend des Pfingstmontags im Unterschleißheimer See ertrunken. Er war mit der ganzen Familie beim Baden. Die sieben Angehörigen wurden vom Kriseninterventionsteam betreut.
Unterschleißheim - Am Pfingstmontag, 29. Mai, kam es abends am Unterschleißheimer See zu einem tragischen Badeunfall. Ein Vater meldete um 19.45 Uhr über einen Notruf seinen 23-jährigen Sohn am See als vermisst, heißt es von der Wasserwacht. Großalarm.
Kriseninterventionsteam betreut Großfamilie
Die ganze Großfamilie des jungen Mannes war am See, Eltern Geschwister, Kinder; laut Feuerwehr Sudanesen, die aus der Ukraine geflohen sind. Für die Familie des Opfers wurde schon zu Einsatzbeginn ein Kriseninterventionsteam angefordert, das die Angehörigen betreute.
Großaufgebot inklusive acht Taucher macht sich auf die Suche
Mit dem Großalarm wurden die Rettungskräfte der Wasserwacht, DLRG, Freiwilligen Feuerwehr, der Rettungsdienst und ein Helikopter in Marsch gesetzt. Sie nahmen sofort die Suche in- und außerhalb des Wassers auf. Insgesamt acht Taucher waren im Einsatz.
Gegen 20.45 Uhr konnte durch einen Notarzt nur noch der Tod festgestellt werden
Die DLRG nutzte laut Wasserwacht ihr neues Hand-Sonar-Gerät „Aqua-Eye“ um die Person unter Wasser erfolgreich zu lokalisieren, ziemlich weit draußen im See. Zwei Taucher der Freiwilligen Feuerwehr Unterschleißheim zogen den jungen Mann heraus. Leider kam für den 23-Jährigen jedoch jede Hilfe zu spät. Gegen 20.45 Uhr konnte durch einen Notarzt nur noch der Tod festgestellt werden.
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Alle Einsatzkräfte sehr betroffen, sagt Markus Brandstetter, Kommandant der Feuerwehr Unterschleißheim
„Dieser Einsatz hat alle Rettungskräffte sehr betroffen gemacht, weil die ganze Familie mit am Einsatzort war und wir alle fieberhaft versucht haben, den jungen Mann zu finden und noch zu retten“, sagt Markus Brandstetter, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Unterschleißheim. Die Feuerwehr war mit 27 Kräften mit als erste am See. Laut Feuerwehr hatte ein Passant dden verunglückten Schwimmer im nördlichen Teil des Sees beobachtet, als der sich nicht mehr an der Wasseroberfläche halten konnte und unterging.
Passant beobachtet das Unglück und weist die Retter exakt ein
Der Passant hatte sich umgehend mit Hilfe einer Warnweste bemerkbar gemacht und die als erstes ersteintreffenden Taucher der Feuerwehr Unterschleißheim detailliert eingewiesen, sodass bereits um 20.04 Uhr, 16 Minuten nach dem Alarm, der erste Taucher gezielt auf die Suche gehen konnte. Im Laufe des Einsatzes wurde die Suche durch die weiteren Wasserrettungseinheiten intensiviert. Insgesamt kamen vier Boote und acht Taucher verschiedener Einheiten zum Einsatz und aus der Luft unterstützte der Rettungshubschrauber Christoph 1. Dennoch kam jede Hilfe zu spät.
Wasserwacht warnt: lange Strecken nie alleine schwimmen
Die Wasserwacht appelliert an alle Badegäste, immer die Baderegeln zu beachten. Eine davon lautet: „Schwimme lange Strecken nie alleine.“ Kreislaufprobleme oder Erschöpfung können bei Menschen jeder Altersgruppe oder körperlicher Fitness aus unterschiedlichen Gründen auftreten. Eine Begleitperson ist in der Lage, im Notfall laut um Hilfe zu rufen.
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