Kosten deutlich gestiegen

Seehauser frohlocken: Deutsche Bahn baut ersehnte Unterführung - nach rund 40 Jahren

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Neuralgische Stelle: der Bahnübergang an der Römerstraße in Riedhausen. Nun wird ein Tunnel gebaut.

Unendlich viel Geduld mussten die Seehauser in Sachen Bahnunterführung aufbringen. Rund 40 Jahre hat es gedauert, bis das Thema unter Dach und Fach war. Jetzt sind endlich die Bagger angerückt.

Seehausen – Das Thema Bahnunterführung für Fußgänger zwischen Seehausen und Riedhausen hat schon mehrere Seehauser Bürgermeister beschäftigt. Die Gründe, warum es sich so lang hinzog, sind vielfältig. Es gab mal eine Zeit, da sind Übergänge einfach aufgelöst worden – ohne eine Unterführung zu bauen. Dann war die Planung wieder veraltet. Grundstücksverhandlungen waren immer wieder zu führen. Dann änderten sich Vorschriften. Oder es gab bei der Deutschen Bahn (DB) einen neuen Sachbearbeiter. Zahlreiche Schreiben wurden verfasst, Ortstermine angesetzt und Gutachten formuliert.

Doch jetzt, geschätzte 40 Jahre nachdem das Thema aufkam, passiert endlich etwas. Das Eisenbahn-Bundesamt erteilte die Genehmigung in Form des Planfeststellungs-Beschlusses. Gerade wird die Baustelle eingerichtet. „Baubeginn ist für die erste Aprilhälfte geplant“, teilt ein Bahnsprecher mit. Je nach Witterung soll die neue Unterführung Ende 2019 oder nach der Frostperiode im Frühjahr 2020 fertig sein.

Bei der Gemeinde Seehausen ist die Freude groß. „Das ist natürlich eine Super-Sache“, frohlockt Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Das „Gefährdungspotential“ verschwindet. Eltern von Schulkindern schoben an der Römerstraße quasi „Bahnübergangs-Dienst“, damit die Kleinen sicher über das Gleis kommen.

Sperrungen sind nötig

Vor ein paar Monaten hatte Hörmann die Information bekommen, dass die Maßnahme tatsächlich ausgeschrieben wird. Am Ende bekam die Firma Pfaffinger aus Niederbayern den Zuschlag. Die Gesamtkosten werden nach Angaben des Bahnsprechers auf rund 3,85 Millionen Euro geschätzt. Gemäß Eisenbahn-Kreuzungsgesetz teilen sich die Bahn, der Bund und die Gemeinde die Kosten zu je einem Drittel.

Dass die Summe nun bei fast vier Millionen Euro liegt, überrascht Hörmann. „Ich weiß aber nicht, was die Bahn da mit hineingerechnet hat.“ Sein letzter Stand waren rund 2,7 Millionen Euro gewesen. Das wären für die Kommune bei einer Drittelung etwa 900 000 Euro. Sie erwartet aber noch einen Zuschuss von der Regierung von Oberbayern in Höhe von 250 000 bis 300 000 Euro. 2016 war noch von ganz anderen Baukosten die Rede: Ein Bahnsprecher nannte damals 1,2 Millionen Euro.

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Das Projekt hat Auswirkungen auf den Zugverkehr. Eine erste Gleissperrung für den Einbau einer Stützkonstruktion ist für das verlängerte Wochenende über den Feiertag Fronleichnam vom 20. bis 24. Juni vorgesehen, eine zweite dann für den Einbau der Eisenbahnbrücke zum Beginn der Sommerferien vom 26. bis 30. Juli. 

Das Projekt verbindet, keine Frage. „Man bringt die Leute mehr zusammen“, sagt der Rathauschef, also die Bürger aus Seehausen und Riedhausen.

Roland Lory

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