Bürgermeisterkandidatur in Seehausen

Karl Widmann wirft Hut in Ring

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Am Staffelsee: Karl Widmann will im Fischerdorf Bürgermeister werden.
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Seehausens Zweiter Bürgermeister will Rathauschef werden: Karl Widmann traut sich das Amt zu.

Seehausen - Karl Widmann ist Frühaufsteher. Kürzlich verließ er sogar nachts um 2 Uhr das Bett, fuhr Richtung Süden und ging auf die Alpspitze. Weil er so früh unterwegs war, hatte er eine normalerweise viel begangene Route für sich allein. „Mein Lebenselexier ist Bewegung an der frischen Luft“, sagt der 65-Jährige.

Widmann seit 2020 im Gemeinderat

Seit 2020 sitzt der Seehauser für die Parteifreie Wählergruppe (PWS) im Gemeinderat, er wurde dabei gleich zum Zweiten Bürgermeister gewählt. In den vergangenen fünf Jahren hat er nach eigenen Worten „unglaublich viel gelernt“. Nun strebt er nach Höherem: Widmann will bei den Kommunalwahlen im März 2026 als Bürgermeisterkandidat antreten. Er würde sich dieses Amt „durchaus zutrauen“, sagte er dem Tagblatt. „Ich möchte gern das weitermachen, was ich zeit meines Lebens getan habe: mich für meinen Ort einsetzen.“ Er stand früher an der Spitze der örtlichen Schützen, auch in anderen Vereinen war er aktiv.

Der Bürger soll tatsächlich die Wahl haben

Mit seiner Kandidatur – die Aufstellungsversammlung soll im Herbst stattfinden – wolle er auch ein „kleines Stück zur Demokratie beitragen“. Der Bürger soll tatsächlich wählen können. „Es wäre schön, wenn sich mehrere Kandidaten für das Amt bewerben.“ Beruflich hat er den Rücken frei. Widmann ist seit 1. Oktober Rentner. Vorher war er im Maschinenbau tätig, als Produktionsleiter in einem mittelständischen Betrieb.

Widmann wäre bei Amtsantritt 66 Jahre alt

Im Mai 2026, wenn der neue Gemeinderat seine Arbeit aufnimmt, wird Widmann 66 Jahre alt. Das mag den einen oder anderen abschrecken, sagt er. „Aber das Alter hat nicht nur Nachteile. Man hat deutlich mehr Lebens- und Berufserfahrung.“ Der amtierende Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) hatte vor ein paar Monaten kundgetan, dass er in der Regel 30 bis 40 Stunden pro Woche als Gemeindechef zu tun habe, und damit sei noch gar nicht alles erledigt, was man machen könnte. Widmann sagt, dass ihn eine 40-Stunden-Woche nicht abschreckt.

Umfangreiche Agenda in Seehausen

An größeren Projekten herrscht in Seehausen kein Mangel. Der Neubau eines Feuerwehrhauses steht weiter oben auf der Agenda, dazu die Erweiterung des Kindergartens. Widmann nennt zudem noch die Offene Ganztagsschule. „Da ist Handlungsbedarf.“ Außerdem steht das Reizthema Murnauer Umfahrung im Raum. Im Fischerdorf werden die Pläne kritisch beäugt, denn es könnten Seehauser Flächen benötigt werden. „Es ist wichtig, dass man einen guten nachbarschaftlichen Umgang hat und eine für beide Seiten tragbare Lösung findet“, sagt Widmann diplomatisch. Derzeit sitzen für die PWS vier Vertreter im Gremium. Diese zu erhalten, ist laut Widmann das „Minimalziel. Zuwachs nehmen wir gern in Kauf“.

Hörmann lässt erneute Kandidatur offen

Ob Hörmann nochmals antritt, lässt dieser momentan offen. „Ich bin noch in der Findungsphase“, sagt der 60-Jährige. Die CSU habe demnächst eine größere Versammlung, auf der man sich beraten will. Zu Widmanns Plänen sagt Hörmann: „Er wird es sich überlegt haben, ob er das zeitlich leisten kann.“ Grundsätzlich stehe es jedem Gemeindebürger, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, offen, als Rathauschef zu kandidieren.

Bei der Gruppierung Liste Bürgernah/ÖDP/Grüne sieht es nicht so aus, als würde sie einen Bürgermeisterkandidaten stellen. „Ich kann es aber nicht ausschließen, dass sich jemand meldet“, sagt Dr. Robert Roithmeier, einer von sechs Gemeinderäten dieser Fraktion. Er selber stehe nicht zur Verfügung. „Der Job ist ehrenvoll, es ist bei mir beruflich jedoch nicht machbar.“

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